Zum Welttag der Ozeane am 8. Juni 2022 fand ein Tag der offenen Tür mit anschließendem Symposium vom 9.–10. Juni 2022 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg statt.
Freiburg liegt nicht am Meer und dennoch: Die Dreisam fließt am Kaiserstuhl in die Elz, die als Nebenfluss des Rheins das Dreiländereck Deutschland, Frankreich und die Schweiz mit Holland und der Nordsee verbindet, die wiederum ein Randmeer des Atlantischen Ozeans bildet. Der Welttag der Ozeane erinnert uns daran, dass wir durch Gewässer immer mit dem Meer und dadurch weltweit miteinander in Verbindung stehen. Dadurch werden umweltpolitische Themen rund um den Naturkulturraum Meer zunehmend brisanter. Es sind Themen, die uns auffordern, global zu denken und lokal zu handeln – aber wie?
Beteiligt waren u.a.: Der Komponist Christian Billian; die Meeresforscherin und Mitbegründerin von „Ocean Sounds“ Heike Vester; die Tänzerin und Choreografin Pilar Buira Ferre und Studierende der Universität Freiburg; der Schauspieler, Autor und Umweltaktivist Hannes Jaenicke; der Meeresbiologe, Fotograf und Forschungstaucher Uli Kunz sowie der Freitaucher und Gründer von „Unterwasserwelten“ Daniel Bichsel. Weitere Informationen finden sich in der Pageflow Dive in.
SENSING THE OCEAN – Das Meer als soziales Feld erleben
Der Ozean ist majestätisch, weil er größer ist als wir, weil er uns stiller werden lässt, weil wir aus ihm stammen, weil unsere Körper aus Ozean bestehen.
Bayo Akomolafe
Im Rahmen der Veranstaltung zum Welttag der Ozeane fand im Vorfeld ein Workshop mit Mirjam Leuze & Antje Schwarze statt. Die beiden Ethnologinnen luden mit einer Kombination aus Film und Social Presencing Theater zu einer besonderen Form der Begegnung mit dem Ozean ein. Dafür nutzten sie den Dokumentarfilm The Whale and The Raven als Eintrittstor in ein maritimes Ökosystem an der Westküste Kanadas. Im Anschluss an den Film spürten sie mit der Methode des Social Presencing Theaters mit den Teilnehmenden in das soziale Feld des Meeres hinein. Der Film wurde unter dem Eindruck der Körperwahrnehmungen in einem generativen Dialog gemeinsam reflektiert. Im Sinne einer posthumanistischen Wahrnehmungspraxis wurde der menschliche Wahrnehmungsradius
auf die „More-Than-Human World“ ausgeweitet.
Siehe Fotos von Julian Jaeger zum Workshop.
MEERWissen tanzen
Ein Jahr zuvor, im November 2021 hatten am Deutschen Meeresmuseum in Stralsund die Thementage „MEERWissen tanzen“ stattgefunden. Sie wurden mitorganisiert von Marion Mangelsdorf sowie Pilar Buira Ferre und ihrer Compagnia One to One. Weitere Informationen finden sich hier.
Siehe Fotos von Julian Jaeger zu den Thementagen.
