
Im Wintersemester 2019/20 hat Marion Mangelsdorf über das Teaching Fellowship Program des University College Freiburg (UCF) ein Seminar zum Thema Digitalisierung mitgestalten. Teilhabe als Basis für gerechte(re) Aushandlungsprozesse? angeboten.
Im Anschluß an die Veranstaltung haben Marion Mangelsdorf und Sandra Lang bei Budrich Verlag das Heft der Freiburger GeschlechterStudien Jg. 27, Nr. 1-2021 Digitalisierung (geschlechter-)gerecht gestalten herausgebracht.
Das Seminar befasste sich mit der Digitalisierung als einem Gestaltungsprozess, an dem sich Menschen verschiedener Interessen und Gruppierungen aktiv einbringen können. Gesellschaftliche Teilhabe stellt ein basales Versprechen dar, das mit der Digitalisierung einhergeht. Es werden dadurch Instrumentarien bereitgestellt, die direkt auf Partizipation zielen. In dem Seminar fragten wir danach, welche Formen der Teilhabe und Aushandlungsprozesse – etwa in Form von Bewertungen, Likes, Kommentaren, Rankings, Erfahrungsberichten oder individualisierten Vernetzungsmöglichkeiten – durch digitale Medien gefördert werden und an welche Grenzen diese Möglichkeiten stoßen. Grenzen, die sich nicht zuletzt dadurch bestimmen lassen, dass damit einhergehend Formen der Kontrolle, Normierung und Vermarktung verstärkt vorangetrieben werden können. Dies zumal Aktivitäten im Netz Datenschatten oder »digitale Fußabdrücke« etwa durch den Aufbau von Algorithmen produzieren.

Damit steht zur Diskussion, inwiefern Digitalisierung als Instrument zu verstehen ist, über das Pluralität (neu) ausgehandelt und gerechte(re) Strukturen etabliert werden können, jedoch solcherart Prozesse durch die digitalenTechnologien auf der Matrix von 0-und-1–Lösungen gleichermaßen wieder in Frage gestellt werden. Utopien scheinen hier Hand in Hand mit Dystopie zu geben. Anhand konkreter Felder sind wir diesen Fragen mithilfe eines Ansatzes des forschenden Lehren und Lernens nachgegangen.
Teilhabe und Methoden des affirmativen Feedbacks sind didaktische Mittel der Auseinandersetzung innerhalb der Lehrveranstaltung. Ebenso wie kreativ-experimentelles Arbeiten unterstützt wird. Hierfür gebe ich Einblick in verschiedene »E-Tools«, mittels derer die Seminarpräsentationen und Abschlussreflexionen aufbereitet werden können: Prexi als Präsentationssoftware; WordPress, um Blogeinträge zu verfassen und Pageflow, um sich im »digitalen Storytelling« zu üben. Außerdem werden digitale Lerneinheiten zur Verfügung gestellt, die derzeit über das BMBF-Verbundprojekt Gendering MINT digital entwickelt werden.
Foto: © Valentina Keller. Siehe Beitrag Whats wrong
