Veranstaltungshinweise, Ankündigungen und Call for Papers

 


Geschlechtervielfalt – nicht nur in Europa

Montags: 19.10., 16.11., 23.11., 30.11.20 11:00-12:30 Uhr

Christel Baltes-Löhr 

Die erste der vier Konferenzen eröffnet einen weltweiten Blick auf trans*, inter* und nicht-binäre Geschlechtlichkeiten. Hijra in Indien, Muxe in Mexiko, Femminiello in Italien, Mashoga in Kenia/ Tansania, Fa’afafine auf Samoa, Sistergirls und Brotherboys in Australien, Quariwarmi in Peru, Calabai, Calalai und Bissu in Indonesien und Burrnesha in Albanien/Kosovo/Serbien/Montenegro.
Die zweite Konferenz widmet sich theoretischen Erklärungen von Geschlechtervielfalt, u.a. anhand der Figur des Kontinuums, wobei hier auch eine historische Perspektive in den Blick genommen wird.
Abschließend werden in der dritten und vierten Konferenz die beiden Themen „Trans*, Inter* und nicht-binäre Menschen im Kontext von Migration und Flucht“ sowie „Mütterlichkeit für alle – auch für Trans*, Inter* und nicht- binäre Menschen“ debattiert.

Kontakt: Myrna Tumelero / myrna.tumelero@uni.lu

Termine:
Die Kurse finden jeden Montag von 11:00 - 12:30 Uhr statt und dauern jeweils 90 Minuten. Die Konferenzen sind dialogisch angelegt, so dass zu jedem Moment Fragen gestellt werden können. Nach dem Vortrag ist Zeit für eine anschließende Diskussion:

19.10.20 Inter*, trans* und nicht-binäre Geschlechter – nicht nur in Europa

16.11.20 Erklärungen zur Vielfalt der Geschlechter – Geschlecht als Kontinuum

23.11.20 Trans*, Inter* und nicht-binäre Menschen im Kontext von Flucht/Migration

30.11.20 Mütterlichkeit für alle – auch für Trans*, Inter* und nicht-binäre Menschen

November


Dezember

Gender Revisited. Negotiating Gender in the Age of Posthumanism - Internationale Konferenz an der Karl-Franzens-Universität Graz

10.-12. Dezember 2020

Was ist ‚der Mensch‘? Was bedeuten die Begriffe ‚Mensch‘ oder ‚menschlich-Sein‘ im Zeitalter schneller bio- und kommunikationstechnologischer, wissenschaftlicher, kultureller und sozialer Entwicklungen, die unser Alltagsleben zusehends beeinflussen? Ist die Kategorie des ‚Humanen‘ angesichts der Verwischung traditioneller Oppositionsbildungen, wie etwa Mensch/Tier, Organismus/Maschine, Natur/Kultur, noch haltbar? Welche Rolle spielen die genannten Entwicklungen für die feministische Theoriebildung im 21. Jahrhundert, nicht zuletzt im Hinblick auf die ethischen, philosophischen, kulturellen und künstlerischen Fragen, die mit diesen einhergehen?

Neben der Infragestellung von humanistisch-epistemologischen Kategorien, die bis heute westliche Gesellschaften und deren Wissensproduktion maßgeblich prägen, zweifelt der kritische Posthumanismus moderne Wissens- und Fortschrittsmodelle wie etwa das human enhancement (mentale, genetische/pränatale Eingriffe) oder Visionen einer ‚artifiziellen Superintelligenz‘ an. Die Entwicklung und Anwendung neuer technischer Strategien sei oft reiner Fortschrittseuphorie geschuldet, die politische und gesellschaftliche Konsequenzen ausblende. Umgekehrt werde durch die Technik und ihre Anwendungen die Möglichkeit eines Ausbruchs aus konventionellen vergeschlechtlichten Dichotomien neu vorstellbar.

Als Überschneidungspunkte zwischen einem Neuzeitlichen Humanismus und aktuellen transhumanistischen Strömungen zeigen sich sowohl ein ausgeprägter Anthropozentrismus (Mensch als ‚Maß aller Dinge‘) als auch tendenzielle Körperfeindlichkeit. Für Vertreter*innen des kritischen Posthumanismus verbergen sich dahinter patriarchale Unterwerfungsstrategien, zumal die chaotische Materie bzw. Körperlichkeit im traditionell-binären Diskurs als ‚weiblich‘ gilt. Diese machtkritische Erkenntnisperspektive teilt der kritische Posthumanismus mit theoretischen Zugängen der Gender- und Queer Studies, sowie der Postcolonial Studies, die sich an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert herausgebildet haben. Diese konstatieren die Verwobenheit und wechselseitige Beeinflussung vielfältiger Strukturen von Differenz und Ungleichheit bzw. Privilegierung mit dem Ziel, emanzipatorische Strategien entwickeln zu können.

Im Posthumanismus dagegen stellt sich neben die Macht des Diskurses die aktive Handlungsmacht der (menschlichen und nicht-menschlichen) Materie. Die Idee einer Neuerfindung der Natur zeichnet etwa Donna Haraway in ihrem bahnbrechenden Text Ein Manifest für Cyborgs: Angesichts neuer Kommunikations- und Biotechnologien könne das gesamte gesellschaftliche Netz, wie in etwa Haushalt, Arbeitsplatz, Markt, öffentliche Sphäre als auch der Körper in nahezu unbegrenzter, vielgestaltiger Weise aufgelöst werden. Das umfassende Aufgehen der Welt in Kodierungspraktiken mache eine monströse Welt ohne Gender denkbar.

Im Rahmen des Symposiums soll die Frage gestellt werden, wie ‚Geschlecht‘ unter ‚posthumanistischen‘ Bedingungen (neu) verhandelt wird.

weitere Infos: 
https://www.posthuman-genderstudies.at


 


Ringvorlesung HS 2020
Geschlechterforschung und Naturwissenschaften - Austausch statt Kontroverse

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Die Ringvorlesung findet online via Zoom statt -
Geschlechterforschung beschäftigt sich vor allem mit Geschlecht als einem
historischen gesellschaftlich-kulturellen Phänomen. Das bedeutet jedoch
nicht, dass in ihr z.B. biologische Geschlechterdifferenzen geleugnet würden.
Menschen sind auf eine äusserst komplexe Weise sowohl natürliche als auch
gesellschaftliche ‘Wesen’. Soll Geschlecht also in seiner komplexen Verwo-
benheit von ‘Natur und Kultur’ bzw. ‘Natürlichem und Gesellschaftlichem’
begriffen werden, braucht es einen produktiven Austausch zwischen natur-
wissenschaftlicher und sozial- & geisteswissenschaftlicher Geschlechterfor-
schung.
Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich diese Ringvorlesung mit neues-
ten Ergebnissen naturwissenschaftlicher Forschungen zu unterschiedlichen
Aspekten von Geschlecht und Geschlechterdifferenzen. Zentral werden da-
bei aktuelle Erkenntnisse aus der Epigenetik, der Hirnforschung, der Hor-
monforschung, der Sexualforschung sowie der empirischen Forschung zu
Trans*personen sein. Dabei wird es immer wieder um das Verhältnis von
Naturwissenschaften und Geschlechterforschung gehen. Wie lässt sich hier
Wissen wechselseitig produktiv machen und welche epistemologischen Fra-
gen wirft dies gegenwärtig für diese unterschiedlichen wissenschaftlichen
Zugänge auf?

Interessierte, die nicht an der Universität Basel angemeldet sind und als
Hörer*innen Zugang zu den Zoom-Sitzungen erhalten möchten, dürfen sich an
philipp.stofer@unibas.ch wenden.

weitere Infos & Programm: https://genderstudies.philhist.unibas.ch/fileadmin/user_upload/genderstudies/__Flyer_Geschlechterforschung_und_Naturwissenschaften_HS20__2_.pdf


(Welt-)Beziehungen herrschaftsfrei leben 2.0 - Eine studentisch organisierte Workshopreihe im WS 2020

Ein kreatives Workshopformat, das Theorie und Praxis, Akademie und Aktivismus verknüpft, Wissen erlebbar macht und die Möglichkeit egalitärer und relationaler (Welt-)Beziehungen erforscht, erdenkt und erfühlt.

Alle Workshops finden ONLINE statt. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos.

Anmeldung an: weltbeziehungen@posteo.de

Nach Anmeldung (die Teilnehmendenzahl für die einzelnen Workshops ist begrenzt) erhaltet ihr Informationen zum Ablauf und den Zoom-Link. Alle Workshops sind offen für alle Geschlechter! Und auch Nicht-Studierende sind herzliche eingeladen!

Die Workshopreihe wird von Studierenden der Uni Freiburg organisiert, vom Zentrum für Anthropologie und Gender Studies unterstützt und vom SVB (Studierendenvorschlagsbudget) gefördert. Mit diesem Projekt möchten wir interdisziplinäre Lerngemeinschaften und hierarchiearme Lernräume schaffen und zum Abbau von Diskriminierungs- und Herrschaftsverhältnissen beitragen.

weitere Infos & Programm:
https://www.zag.uni-freiburg.de/wp-content/uploads/2020/10/Workshop%C3%BCbersicht-f%C3%BCr-Werbung-HWB-2020.pdf 

Call for Papers der Zeitschrift Femina Politica  Schwarze Feminismen (Arbeitstitel) Ausgabe 2/2021

Schwarze feministische Theorien undaktivistische Perspektiven aus politischen Kämpfen sind so alt wie feministische Bewegungen insgesamt. Cécile Fatiman, So-journer Truth, Yaa Asantewaa, Ida B. Wells, Claudia Jones u.a. nannten sich selbst nicht ‚Feministin’ und doch traten sie für die Abschaffung und Überwindung von Ver-sklavung (Abolitionismus) und Kolonialismus, gegen Rassismus und Kapitalismus so-wie für Geschlechtergerechtigkeit und internationale Solidarität ein. Vor diesem Hin-tergrund kritisierten und analysierten afrikanische und afrodiasporische Aktivist*innen unter Einbezug geteilter Kämpfe und verschiedener Wissensbestände die Verschrän-kungen gesellschaftlicher Herrschafts-und Unterdrückungsverhältnisse. Auch inner-halb US-amerikanischer feministischer Bewegungen ab den 1970er-Jahren, waren es Schwarze Feminist*innen wie u.a. das Combahee River Collective und Patricia Hill Collins, die forderten, das strukturelle Ineinandergreifen und die Verwobenheit von ge-sellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen zu thematisieren.

Einreichung bis zum 30.11.2020

Der vollständige Call findet sich hier: (http://www.femina-politica.de/Material/CFP-2-2021-Schwarze-Feminismen.pdf;http://www.femina-politica.de/Material/CFP-2-2021-Black-Feminisms.pdf)