Lektürekurs 06LE42S-RfürLeben-WiSe26
Marion Mangelsdorf
wöchentlich, Mi 10-12 Uhr
In diesem Lektürekreis möchte ich gemeinsam das Buch von Eva von Redecker „Revolution für das Leben. Philosophie der neuen Protestformen“ lesen. Wir werden uns Kapitel für Kapitel ausgewählte Textpassagen vornehmen und darüber austauschen. In einem ersten Part wird es darum gehen, wie sie den Neuen Faschismus versteht. In einem zweiten Part, wie sie Protestformen gegen den Neuen Faschismus beschreibt.
Voraussetzung ist, sich ausschließlich dem Buch widmen zu wollen. Gut wäre es, das Buch vorher zu erwerben und zu lesen. Zwei Exemplare stehen in der UB und Kopiervorlagen (aber nur der ausgewählten Textpassagen) werde ich bereitstellen.
Zu Eva von Redecker und ihrem Ansatz
Eva von Redecker’s Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Kritischer Theorie und feministischer Philosophie. Sie interessiert sich für Eigentum, sozialen Wandel und Handlungsfähigkeit. Sie lebt auf einem Hof in der Prignitz in Brandenburg. Dort setzt sie sich mit der ökologischen Krise, Alternativen zum Eigentum und neuen Wohn- und Lebensformen auseinander.
In einem Interview im Philosophie Magazin vom 24.06.2026 schreibt sie:
Faschismus ist liquidierende Phantombesitzverteidigung, ein nachträglicher Eigentumsrausch. Er verteidigt etwas mit Gewalt, das einem nicht gehört. Der Faschist fühlt sich bedroht, imaginiert einen Ausnahmezustand und will Feinde ausschalten, von denen er glaubt, dass sie ihm seinen Phantombesitz wegnehmen wollen.
Was genau wird da verteidigt?Überkommene Herrschaftsansprüche. Eigentlich haben wir diese als liberale Gesellschaften überwunden. Aber es gibt gewissermaßen eine Neuauflage, in der man, gerade weil der Besitz eigentlich schon entrückt ist und der Anspruch bodenlos, ihn umso vehementer verteidigt.
Welche Form der Revolution schwebt Eva von Redecker demgegenüber vor?
Die Demokratie der Teilenden, die in materiellen Zugangsrechten wurzelt, hat eine andere Form der Freiheit. Eine offene und bewegliche Freiheit, die Versorgung bietet und Selbstverwaltung verlangt. Sie basiert auf einer wilden Verbundenheit, miteinander und mit der geteilten Welt.« von Redecker (2025), 136.
Lektüre
Eva von Redecker (2025) Revolution für das Leben. Philosophie der neuen Protestformen, Frankfurt am Main: Fischer (5. Auflage).

Der Lektürekreis versteht sich als Weiterführung des partizipativen Workshops im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Wissenschaft gegen Faschismus.
Unter folgenden Link kann die Präsentation zum Workshop eingesehen werden.
Anrechenbarkeit
Der Lektürekurs kann als Studienprojekt (4 ECTS) oder als Übung Transdisziplinarität (2 ECTS) angerechnet werden. Um die ECTS zu erhalten, sollte das mit Marion Mangelsdorf abgesprochen werden. Gerne in einer Sprechstunde: https://www.zag.uni-freiburg.de/gender-studies/personen/marion-mangelsdorf/sprechstunde/.
Studierende anderer Fächer sind ebenso eingeladen, den Lekzürekurs zu besuchen. Bitte ebenfalls mit Marion Mangelsdorf und den jeweiligen Fachvertreter:innen absprechen, mit wieviel ECTS und in welchem Studienformat es angerechnet werden kann. Bitte hierfür die Deklaration für fachfremde Studierende ausfüllen.