Aktuelle Lehrveranstaltungen WS 2019/2020

Modul: Grundlagen der Gender Studies

Vorlesung zur Sozial- und Kulturgeschichte der Geschlechterverhältnisse mit Lektürekurs 06LE42V–VGSK


Verschiedene Dozierende des Lehrverbunds

Lektürekurs:
Mo 14:00 - 15:00 Uhr (Franziska Kleintges)
Mo 15:00 - 16:00 Uhr
(Sophie Poppenwimmer)

Seminarraum EG (Belfortstr.18, Vorderhaus)

Vorlesung:
Mo 16:00 – 18:00 Uhr

KG IV, Übungsraum 1 (Vorderer Eingang KG IV, 5. OG)

Datum Person Titel
21.10. Christa Klein Einführung in die Geschlechterforschung
28.10. Nina Degele Geschlecht als soziologische Analysenkategorie
04.11. Marie Muschalek Geschlechterforschung in der Geschichte
11.11. Marion Mangelsdorf Gender Studies und Interdisziplinäre Anthropologie – Dialoge und Kontroverse
18.11. Miriam Nandi Postkolonialer Feminismus
25.11. Beate Rosenzweig Gender und Politik
02.12 Joachim Grage Transgender in der skandinavischen Kinderliteratur
09.12. Petra Gieß-Stüber Genderbezogene Perspektiven in den Sportwissenschaften
16.12. Barbara Sieferle Gender in der Kulturanthropologie und Europäischen Ethnologie
14.01. DI! Philipp Schröder Genderforschung aus ethnologischer Perspektive
20.01. Elisabeth Cheauré Gender und nationale Identitätsdiskurse (am Beispiel Russlands)
27.01. Karsten Kannengießer Gender Media Studies
03.02. Bettina Papenburg Queer Pop: Undoing Gender im afrofuturismus und Gaga-Feminismus
10.02. Mündliche Prüfung

Masterseminare zu Geschlechterkonstruktionen


Privatheit und Öffentlichkeit - Geschlechtertheorien und -praxen | 06LE34S-ID128031-1

Dr. Beate Rosenzweig
Prof. Dr. Nina Degele

Mi 16:00-19:00 Uhr
KG IV, Übungsraum 1 (Vorderer Eingang KG IV, 5. OG)

Die Unterscheidung privat/öffentlich war lange Zeit ein zentraler Topos sozialwissenschaftlicher und auch philosophischer Debatten. Die Gender Studies haben diese Trennung von Anfang an kritisch gesehen: „Das Private ist politisch“ gilt heute mehr denn je, spätestens unter den Bedingungen digitaler Öffentlichkeiten bleibt kaum noch etwas geheim. In diesem Seminar werden wir die Unterscheidung von privat und öffentlich historisch und theoretisch ruieren, dabei Grenzverschiebungen und sich verändernde Bestimmungen von Privatheit und Öffentlichkeit analysieren und die Frage nach den jeweiligen Folgen für Bedingungen und Möglichkeiten geschlechterpolitischer Praxen stellen.

Masterseminar Gender Studies (10 ECTS)

Studienleistung:

  • Sitzungsgestaltung
  • Abschlusspräsentation
  • zusätzlich für Gender Studies: Essay 3-4 Seiten

Prüfungsleistung:

  • Soziologie/Gender Studies schriftlich: Hausarbeit (8-12 Seiten)

 

Literatur:

Geuss, Raymond (2013): Privatheit. Eine Genealogie. Frankfurt am Main
Weintraub, Jeff/Krishan Kumar (Hg.) (1997): Public and Private in Thought and Practice. Perspectives on a Grand Dichotomy. Chicago
Seubert, Sandra/Peter Niesen (Hg.) (2010): Die Grenzen des Privaten. Baden-Baden.

Postkolonialismus und Gender: Theoretische Ansätze, literarische Entwürfe 06LE42VG-MSGK_WS19.20MN

Dr. Miriam Nandi

Blockseminar:
Do 24.10. 9-18 Uhr Mediaraum KG IV (Vordereingang KG IV, 5. Stock, nach der Eingangstür links geradeaus)
Do 21.11. 9-18 Uhr Breisacher Tor 102
Fr  22.11. 9-12 Uhr Breisacher Tor 105
Do 28.11. 9-18 Uhr Breisacher Tor 102 

Die postkoloniale Theorie speist sich aus zwei unterschiedlichen Strömungen. Zum einen aus den politischen Dekolonialisierungsbewegungen Afrikas, der Karibik, Südamerika und Asiens – wie etwa bei Fanon --, zum anderen aus der postkolonialen Literaturkritik, die sich u.a. mit literarischen Gegenentwürfen zum kolonialen Blick, Migration und Exil befasst (Said, Bhabha, Spivak). Gender Aspekte, wie etwa die Rolle von Frauen* in dem Dekolonialisierungbewegungen oder Geschlechterkonstruktionen im postkolonialen Raum werden dabei nicht zuletzt seit Gayatri Spivaks Aufsatzsammlung In Other Worlds (1987) berücksichtigt.

Ziel des Seminars ist es zum einen, einen Überblick über wichtige Meilensteine, Schlüsseltexte und Debatten in der postkolonialen Theorie zu erlangen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den literaturwissenschaftlich-feministischen Ansätzen liegt. Zum anderen befassen wir uns mit ausgewählten Texten der postkolonialen Literatur und untersuchen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Kritik/Theorie und literarischen (Gegen)entwürfen.

Thematisch gliedert sich das Seminar in drei Blöcke: Zunächst werden theoretische und methodische Grundlagen erarbeitet. Daran anschließend befassen wir uns mit literarischen Diskursivierungen von (kolonialer) Unterdrückung und Widerständen. Im letzten Block sollen von den Studierenden vorgeschlagene Themen, bzw. Texte diskutiert werden.

Für diesen Kurs sind sehr gute englische Lesekenntnisse erforderlich. Die Kurssprache wird Deutsch sein, kann jedoch auf Nachfrage auch ins Englische wechseln.

Wichtig! Bitte beachten: Wir steigen bereits in der ersten Sitzung in die Textlektüre ein. Es ist daher absolut erforderlich, dass die entsprechenden Texte (s. Ilias) zur Vorbereitung gelesen werden.

Studienleistung: Vorbereitende Lektüre der Texte, regelmäßige, pünktliche Teilnahme, Sitzungsmoderation oder Referat

Prüfungsleistung: 10 ECTS, Portfolio bestehend aus: drei response papers (ca. 500-800 Wörter), Essay (ca. 3000 Wörter), Handout zum Referat / Moderation

Literatur:
Alle Theorietexte sind ab Ende September über Ilias zugänglich. Die folgenden Bücher müssen angeschafft werden:

Young, RobertPostcolonialism. A Very Short Introduction. Oxford UP, 2001.
Satrapi, MarjanePersepolis I. New York: Pantheon, 2003.
Mohsin, HamidExit West. London: Hamilton, 2017.

Digitalisierung mitgestalten. Teilhabe als Basis für gerechte(re) Aushandlungsprozesse? 00LE62S-LAS-IN0014

Dr. Marion Mangelsdorf

Fr. 25.10.  16:00 - 18:00 Uhr (Einzeltermin)
Fr. 08.11. - 31.01 10:00 - 14:00 Uhr (14-tägig)

Das Seminar befasst sich mit der Digitalisierung als einem Gestaltungsprozess, an dem sich Menschen verschiedener Interessen und Gruppierungen aktiv einbringen können. Gesellschaftliche Teilhabe stellt ein basales Versprechen dar, das mit der Digitalisierung einhergeht. Es werden dadurch Instrumentarien bereitgestellt, die direkt auf Partizipation zielen. In dem Seminar fragen wir danach, welche Formen der Teilhabe und Aushandlungsprozesse – etwa in Form von Bewertungen, Likes, Kommentaren, Rankings, Erfahrungsberichten oder individualisierten Vernetzungsmöglichkeiten – durch digitale Medien gefördert werden und an welche Grenzen diese Möglichkeiten stoßen. Grenzen, die sich nicht zuletzt dadurch bestimmen lassen, dass damit einhergehend Formen der Kontrolle, Normierung und Vermarktung verstärkt vorangetrieben werden können. Dies zumal Aktivitäten im Netz Datenschatten oder »digitale Fußabdrücke« etwa durch den Aufbau von Algorithmen produzieren. Damit steht zur Diskussion, inwiefern Digitalisierung als Instrument zu verstehen ist, über das Pluralität (neu) ausgehandelt und gerechte(re) Strukturen etabliert werden können, jedoch solcherart Prozesse durch die digitalenTechnologien auf der Matrix von 0-und-1–Lösungen gleichermaßen wieder in Frage gestellt werden. Utopien scheinen hier Hand in Hand mit Dystopie zu gehen. Anhand konkreter Felder soll diesen Fragen mithilfe eines Ansatzes des forschenden Lehrens und Lernens nachgegangen werden.

Teilhabe und Methoden des affirmativen Feedbacks sind didaktische Mittel der Auseinandersetzung innerhalb der Lehrveranstaltung. Ebenso wie kreativ-experimentelles Arbeiten unterstützt wird. Hierfür gebe ich Einblick in verschiedene »E-Tools«, mittels derer die Seminarpräsentationen und Abschlussreflexionen aufbereitet werden können: Prexi als Präsentationssoftware; Wordpress, um Blogeinträge zu verfassen und Pageflow, um sich im »digitalen Storytelling« zu üben. Außerdem werden digitale Lerneinheiten zur Verfügung gestellt, die derzeit über das BMBF-Verbundprojekt Gendering MINT digital entwickelt werden.

Ziel des Seminars:
ist es, sich mittels eines eigenen Studienforschungsprojekts mit Teilhabeparadoxien im digitalen Raum auseinanderzusetzen. Zur Auswahl stehen folgende drei Studienforschungsfelder, die näher beleuchtet werden sollen:

  • Studienforschungsfeld 1: Körper- und Geschlechter-Performanzen
  • Studienforschungsfeld 2: Open Science und die unbedingte Universität
  • Studienforschungsfeld 3: Gaïa – eine alternative Metaphorologie der Erde?

Weitere Informationen können über eine Webdokumentation eingesehen werden.

Frauen, Männer, Menschen. Biologische Merkmale und soziale Konstruktionen im interkulturellen Vergleich | 06LE32S-19207HS 

Prof. Dr. Regine Kather
Prof. Dr. Ursula Wittwer-Backofen

Di 18:00-20:00 Uhr
HS00 008 (Hebelstr.29, Vorderhaus)

Die Frage, was der Mensch ist, entscheidet darüber, wie er leben muss, um überleben und seine Möglichkeiten und Fähigkeiten entfalten zu können. Eine Reduktion auf biologische Mechanismen ist dabei ebenso unzureichend wie die umgekehrte Position, die nur kulturelle Bedingungen und deren historische Wandelbarkeit und Relativität im Blick hat. Einerseits ist der biologische Unterschied der Geschlechter, die Unterscheidung von Frauen und Männern, eine Grundlage für das Fortbestehen der Menschheit. Andererseits haben Kulturen seit jeher die sozialen Rollen ganz unterschiedlich verteilt. Das Geschlecht, so die radikale Formulierung von Judith Butler, sei daher nur eine Konstruktion und könne, so sieht es inzwischen die kanadische Verfassung, frei gewählt werden. Auch in Deutschland gibt es heute die Wahl zwischen männlich, weiblich und divers. Dennoch bleibt die Frage bestehen, ob das biologische Geschlecht tatsächlich völlig irrelevant ist und biologische Mechanismen nicht doch Neigungen und Verhaltensmuster mitbestimmen, so etwa die Bindung an Kinder durch hormonelle Prozesse, die Unterschiede in der Vorliebe für social media und Computerspiele, bei der Ausübung von Leistungssport, im Umgang mit Gewalt und Kriminalität. Diese Unterschiede sind für die Gender-Debatte wiederum der Anlass, Fähigkeiten zu ontologisieren und eine Umwertung der Werte vorzunehmen: Weibliche Verhaltensmuster wie Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit und Zugang zur Natur werden Frauen zugeschrieben, während Männer von Natur aus zu Dominanz, Macht und Aggression neigen. Während in früheren Jahrhunderten in der Regel Frauen Männern untergeordnet wurden und als weniger wert galten, so dass sie bei der Bildung ebenso wie in der medizinischen Versorgung oft vernachlässigt wurden, wurden beide inzwischen in Ethik und Recht aufgrund allgemeinmenschlicher Fähigkeiten gleichgestellt. Die Philosophin und Anthropologin M. Nussbaum versucht daher die Probleme der Gender-Debatte dahin gehend zu lösen, dass sie Überlappungen und Gemeinsamkeiten wieder stärker in den Blick rückt. Im Seminar sollen die verschiedenen Positionen präsentiert und diskutiert werden.

Prüfungsleistung: Vorbereitung und Durchführung einer Präsentation (Vorlesungszeit), Ausarbeitung der Ergebnisse als Hausarbeit ( Abgabe bist spätestens 31.März 2020).

Gleicher Lohn oder gleiche Toiletten? Feministische Positionen und Identitätspolitik. | 06LE42S-20192018

Dr. Dominique Schirmer

Do 18:00-20:00 Uhr
Übungsraum 1 KG IV

Der Titel ist eine Zuspitzung der allerdings auch zugespitzten Debatten, die sich zwischen Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit auf der einen und Sprechverboten und Privilegienpolitik auf der anderen Seite aufspannen. ‚Gleicher Lohn‘ steht für einen reklamierten, aber immer wieder auch angezweifeleten Universalismus, ‚gleiche Toiletten‘ für eine Identitätspolitik, der von Partikularinteressen bis zu Sprechverboten vieles vorgeworfen wird.
Partikularismus und Universalismus, Differenz- und Identitätspolitik sind Gegenstand von Auseinandersetzungen in vielen Feldern. Das Seminar fokussiert gegenwärtige feministische Debatten und Konflikte (unter Einbezug historischer Hintergründe und Entwicklungen) und befasst sich mit der Frage, was Identitätspolitik ist und bedeutet.
Wir fragen unter anderem: Gibt es eine Geschichte oder Tradition feministischer Identitätspolitik, steht Identitätspolitik im Widerspruch zu feministischer Theorie oder entpricht sie gar ihrer Logik? Kollidieren queere und feministische Ansätze, werden sie in queerfeministischem Aktivismus pervertiert oder ist Queerfeminismus die Praxis intersektionaler Theorien?
Identitätspolitische Konflikte entzünden sich in Debatten des Mainstream an anderen Themen, als in queeren Debatten. Im Zusammenhang feministischer Debatten geht es um (übrigens uralte) Fragen des Aktivismus und der Verbindung von Theorie und Praxis.

Leistung: Aktive Teilnahme am Seminar (das heißt Anwesenheit(!), Texte bzw. Themen vorbereiten, Beiträge zum Seminar), die Bearbeitung eines Themas und seine Dokumentation in einem Seminar-Wiki sowie Präsentation im Seminar mit Sitzungsleitung, abschließendes Themenwiki zur Veröffentlichung (zum Thema Ihrer Präsentation oder zu einem anderen zu vereinbarenden (!) Thema).
Die Kollaboration und der Austausch während des Semesters findet über ein Seminar-Wiki statt, das Sie im Seminarverlauf (!) mit Ihren Beiträgen füttern und in dem Sie mindestens 2,5 Tage vor Ihrer Präsentation Informationen dazu einstellen). Für Ihre Präsentation erstellen Sie zudem ein Handout.

Leseempfehlung: Susemichel, Lea/Jens Kastner 2018. Identitätspolitiken: Konzepte und Kritiken in Geschichte und Gegenwart der Linken. Münster. Unrast.

Einstiegstext: Marte, Janina und Naida Pintul 2019. »Die Reform würde eine biologische Fiktion von Frauen mit Penis erschaffen«. Feministinnen in Großbritannien kritisieren die Reform des Gender Recognition Act. In: Jungle World, 24.01.2019 (https://jungle.world/index.php/artikel/2019/04/die-reform-wuerde-eine-biologische-fiktion-von-frauen-mit-penis-erschaffen).

 

Andere Lieben – Homosexuelle Figuren in der skandinavischen Erzählliteratur bis 1950 | 05LE40S-WS19204

Prof. Dr. Joachim Grage

Di 14:00-16:00 Uhr
HS 3411 KGIII

Das Begehren, das sich auf das eigene Geschlecht richtet, wird in verschiedenen historischen Kontexten und sozialen Verhältnissen jeweils in unterschiedlicher Weise thematisiert, tabuisiert, mythisiert oder sanktioniert. Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Begriff der Homosexualität aufkam, begann eine neue Phase der Diskursivierung des gleichgeschlechtlichen Begehrens, die auch in der Literatur ihren Niederschlag fand: Immer häufiger wurde Homosexualität thematisiert, in dem an homosexuellen Figuren beiderlei Geschlechts dargestellt wird, wie die Betroffenen selbst mit der von ihnen meist als andersartig empfundenen Neigung umgehen und wie ihre soziale Umwelt darauf reagiert. Dabei spielen Regeln des Sprechens über Sexualität eine wichtige Rolle: Was darf gesagt werden, was nicht? Wie explizit können die Texte sein? Welche Sprache finden sie für das Unaussprechliche?

Im Seminar befassen wir uns mit skandinavischen Romanen und Erzählungen seit der ‚Erfindung der Homosexualität‘ um 1870 bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Viele von ihnen liegen auch in zeitgenössischen Übersetzungen vor, sodass sich die Frage nach den Wechselwirkungen zwischen der skandinavischen und deutschen Homosexualitätsliteratur stellt. Die Texte werden auf ILIAS zur Verfügung gestellt.

Leistung: Hausarbeit

Literatur:

  • Møller, O. M. [Otto Martin]. Nina. En psykologisk Skildring. København: F. H. Eines Forlag, 1883.
  • Zahle, Vilhelmine. Vildsomme Veje. To Fortællinger. København: Andr. Schou, 1890.
  • Houmark, Christian. Det Syndens Barn. En Type. København, Kristiania: Gyldendal, Nordisk Forlag, 1908. (dt. Übersetzung: Peter Lund. Eine Kleinstadtgeschichte. Frankfurt a.M.: Rütten u. Loening, 1910.)
  • Larsen, Karl. Daniel-Daniela. Med et Forord af Forfatteren og en Efterskrift af Professor Dr. med. Oluf Thomsen. København: M.P. Madsens Boghandel, 1922. (dt. Übersetzung: ***. Daniel Daniela. Aus dem Tagebuch eines Kreuzträgers. Berlin: Concordia, 1908.)
  • Kohl, A. H. [Aage von]. Hjærtevirtuosen. Fortælling. København, Kristiania: Gyldendal, Nordisk Forlag, 1905. (dt. Übersetzung: Der Herzensvirtuose. Roman. Übersetzt von Mathilde Mann. Minden i.W.: Bruns, 1907.)
  • Boye, Karin. Kris. Stockholm: Bonnier, 2000 [1934]. (dt. Übersetzung: Krisis. Roman. Übersetzt von Robert Bohn. Kiel: Neuer Malik-Verl., 1985.)

 

Queer and Gay Male Theory | 06LE34S-ID125701-2

Dr. Karsten Schubert

Di 12:00-14:00 Uhr
HS 1222 KG I

This class is an introduction into queer and gay male theory. We will read classic and canonic texts, mostly by U.S. American scholars. We will deal with the following topics, among others: the historical emergence of the categories of ‘homosexuals’; the normalization of sexuality; the construction of heteronormativity; the critique of identity categories and the emergence of queer theory; sex in times of HIV/AIDS; homonormativity and gay marriage; race and sexuality; transgender politics; homonationalism; gay sex cultures in relation to drugs, apps, and partys; and the war on sex.

The class deals with contested issues of sexual politics and questions mainstream gender and sex norms. We will talk about content which can trigger some, such as sexism, rape culture, racism, homophobia, deviant sex practices, substance use, etc. Please email me before the class starts if you have concerns about being triggered or feeling uncomfortable with discussing such issues.

Queer Pop 2.0 | 05LE54S-183

Dr. Bettina Papenburg

Fr 14:00-18:00 Uhr ( 8.11./28.11./6.12./13.12.)
Fr & Sa 17./18.01.20 Tagung "Queer Pop"

In Vorbereitung auf die Tagung „Queer Pop“ untersuchen wir im Seminar, wie feministische, queere und trans* Musiker*innen, Filmemacher*innen, Fotograf*innen und Performer*innen zur Popkultur beitragen. Welche Affekte lösen ihre Arbeiten aus, wie und zu welchem Zweck berühren sie ihr Publikum? Wie setzen queere Popstars ihre Berühmtheit, Mode und Performance ein, um mehrdeutige Botschaften über neue Formen von Gender, race, class und Begehren in Umlauf zu bringen und um die Grenzziehungen dessen, was als menschlich erachtet wird, erneut zu verhandeln? Welche alternativen, emanzipatorischen Formen Differenz zu leben und sich kreativ auf Differenzerfahrungen zu beziehen, ermöglichen ihre Arbeiten?

Das Seminar versteht sich als Fortsetzung des im Sommersemester veranstalteten Seminars „Queer Pop“. Es baut auf die dort diskutierten Positionen auf, erweitert diese und führt sie mit Einsichten aus der queer-feministischen Affektforschung eng. Studierende, die das Vorgängerseminar erfolgreich absolviert haben, sowie Studierende mit Vorkenntnissen in feministischer Theorie, Gender Studies und/oder Queer Theory sind herzlich willkommen. Ziel des Seminars ist es, Präsentationen und Performances zu entwickeln, die auf der internationalen Tagung „Queer Pop“ am 17. und 18. Januar 2020 am Zentrum für Populäre Kultur und Musik im Rahmen eines studentischen Panels aufgeführt werden sollen. Das studentische Panel wird gemeinsam mit Studierenden der Medien- und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vorbereitet. Ein Seminarbesuch der Düsseldorfer Studierenden in Freiburg ist für den 13. Dezember 2019 geplant.
Interessierte, die das Seminar „Queer Pop“ nicht besucht haben, melden sich bitte per Email bei der Dozentin – bettina.papenburg@mkw.uni-freiburg.de – mit einer kurzen Darstellung einschlägiger Vorkenntnisse.

Vorlesung zu Gender in den Technik-, Natur-, und Medizinwissenschaften mit Lektürekurs


wird erneut im Sommersemester 2020 angeboten

Masterseminare zu Gender in den Technik-, Natur-, und Medizinwissenschaften


Weibliches vs. männliches Gehirn?: Wie die Neurowissenschaft Geschlecht untersucht

Female vs. Male Brain?: How Neurosciece Approaches Sex/Gender

Prof Dr. Anelis Kaiser

Fr 8:00-10:00 Uhr
SR 02-017; G.-Köhler-Allee 052, 2. OG

Diese Veranstaltung ist eine Einführung in das Thema Geschlecht in der Hirnforschung. Als solche untersucht sie die Frage, ob es ein "weibliches" versus "männliches" Gehirn  und ob es "den Unterschied" zwischen Frauen- und Männergehirnen gibt. Ausgehend von Originalarbeiten aus der Neurowissenschaft und von populärwissenschaftlichen Publikationen sowie ausgehend von Analysen der Methoden werden verschiedene Fragen berücksichtigt werden, wie beispielsweise "Wie wird Geschlecht im Gehirn gemessen?", "Was ist die Rolle von Hormonen in der neurowissenschaftlichen Geschlechterforschung?", "Wie sieht die Forschung zu Homosexualität oder Transgender in der Hirnforschung aus?", "Wie wird Ethnizität im Kontext der von Geschlecht in der Hirnforschung untersucht?", oder "Welche ethischen oder sozialen Fragen ergeben sich aus der neurowissenschaftlichen Forschung zu Geschlecht?" Neben der Diskussion solcher Fragen werden die Studierenden methodische Herangehensweisen der Hirnforschung, hauptsächlich aus der fMRI-Forschung, kennen lernen.

Dieses Seminar konzentriert sich auf die Untersuchung der Gleichstellung der Geschlechter in allen Bereichen von MINT. Zunächst untersuchen wir, wie und ob Fragen der Gleichstellung der Geschlechter in unseren eigenen Bereichen des Studiums und der Forschung eine Rolle spielen. Wir werden uns der Frage stellen, warum wir immer noch der Unterrepräsentation von Mädchen und Frauen in den Bereichen Naturwissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik gegenüberstehen. Wir werden eingehend ausgewählte Publikationen aus Soziologie, Geschichte, Gender Studies und Technologiewissenschaften durchgehen, um die Gründe und Herausforderungen nicht nur der Geschlechterungleichheit in MINT zu verstehen, sondern auch der Ungleichheiten, die Diversity insgesamt betreffen. Wir werden zum Beispiel die "Intersektion" von Geschlecht, Ethnie und kulturellen Grenzen in der Informatik diskutieren. Schließlich werden wir uns auch mit Fragen zu den Auswirkungen befassen, die auf die Erhöhung der MINT-Beteiligung von Frauen abzielen.

Leistung: Referat, Vortrag / Präsentation

Geschlecht und Technologie

Prof Dr. Anelis Kaiser

Di 8:00-10:00Uhr
R 00 019; G.-Köhler-Allee 079, EG

Dieses Seminar untersucht die Bedeutung von Geschlecht in Technologie und technologischen Forschungsfeldern. Ausgehend von zentralen Publikationen aus dem Fachgebiet geht es in diesem Seminar um die vergeschlechtlichte Natur von Technologie, um die Rolle von Frau und Mann in diesem Feld und um die Vorstellungen von Geschlecht, die in technologischen Disziplinen vorherrschen. Basierend auf einer Vielzahl von Beispielen aus verschiedenen technologischen Unterdisziplinen wird diskutiert werden, wie Geschlecht in technologische Geräte und in technologische Disziplinen eingeschrieben wird. Studentinnen und Studenten werden mit Wissen und Methoden der Sozialwissenschaften und Gender Studies ausgestattet, dadurch werden ihre interdisziplinären Fähigkeiten gefördert. Dieses Seminar hat Einführungscharakter.

Die Studierenden lernen aktuelle Theorien und zentrale Fragen der Gender Studies in den MINT-Fächern kennen. Sie entwickeln ein wissenschaftliches Verständnis für Geschlecht als Kategorie in den Sozialwissenschaften und in der Wissenschaftsforschung und lernen, grundlegende Methoden der theoretischen und empirischen Geschlechterforschung anzuwenden. Fachübergreifende Ansätze werden unterrichtet.

Leistung: Referat, Vortrag / Präsentation

Frauen, Männer, Menschen. Biologische Merkmale und soziale Konstruktionen im interkulturellen Vergleich | 06LE32S-19207HS

Prof. Dr. Regine Kather
Prof. Dr. Ursula Wittwer-Backofen

Di 18:00-20:00 Uhr
HS00 008 (Hebelstr.29, Vorderhaus)

Die Frage, was der Mensch ist, entscheidet darüber, wie er leben muss, um überleben und seine Möglichkeiten und Fähigkeiten entfalten zu können. Eine Reduktion auf biologische Mechanismen ist dabei ebenso unzureichend wie die umgekehrte Position, die nur kulturelle Bedingungen und deren historische Wandelbarkeit und Relativität im Blick hat. Einerseits ist der biologische Unterschied der Geschlechter, die Unterscheidung von Frauen und Männern, eine Grundlage für das Fortbestehen der Menschheit. Andererseits haben Kulturen seit jeher die sozialen Rollen ganz unterschiedlich verteilt. Das Geschlecht, so die radikale Formulierung von Judith Butler, sei daher nur eine Konstruktion und könne, so sieht es inzwischen die kanadische Verfassung, frei gewählt werden. Auch in Deutschland gibt es heute die Wahl zwischen männlich, weiblich und divers. Dennoch bleibt die Frage bestehen, ob das biologische Geschlecht tatsächlich völlig irrelevant ist und biologische Mechanismen nicht doch Neigungen und Verhaltensmuster mitbestimmen, so etwa die Bindung an Kinder durch hormonelle Prozesse, die Unterschiede in der Vorliebe für social media und Computerspiele, bei der Ausübung von Leistungssport, im Umgang mit Gewalt und Kriminalität. Diese Unterschiede sind für die Gender-Debatte wiederum der Anlass, Fähigkeiten zu ontologisieren und eine Umwertung der Werte vorzunehmen: Weibliche Verhaltensmuster wie Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit und Zugang zur Natur werden Frauen zugeschrieben, während Männer von Natur aus zu Dominanz, Macht und Aggression neigen. Während in früheren Jahrhunderten in der Regel Frauen Männern untergeordnet wurden und als weniger wert galten, so dass sie bei der Bildung ebenso wie in der medizinischen Versorgung oft vernachlässigt wurden, wurden beide inzwischen in Ethik und Recht aufgrund allgemeinmenschlicher Fähigkeiten gleichgestellt. Die Philosophin und Anthropologin M. Nussbaum versucht daher die Probleme der Gender-Debatte dahin gehend zu lösen, dass sie Überlappungen und Gemeinsamkeiten wieder stärker in den Blick rückt. Im Seminar sollen die verschiedenen Positionen präsentiert und diskutiert werden.

Leistung: Prüfungsleistung: Vorbereitung und Durchführung einer Präsentation (Vorlesungszeit), Ausarbeitung der Ergebnisse als Hausarbeit ( Abgabe bist spätestens 31.März 2020).

Seminar zu Gendermainstreaming in gendersensitiven Berufsfeldern


wird erneut im Sommersemester 2020 wieder angeboten

Vorlesungsreihe „Freiburger GeschlechterStudien" mit Begleitseminar


wird im Sommersemester 2020 wieder angeboten

Forschungskolloquium Gender Studies


Prof Dr. Anelis Kaiser, Dr. Marion Mangelsdorf, Christa Klein

Di 10:00-12:00 Uhr (wöchentlich)
ZAG, Belfordstraße 20

In diesem Kolloquium werden Master-Studierende über laufende Forschungsprojekte (Konzept und Methoden sowie Ergebnisse) berichten und die Gelegenheit haben, ihre Arbeit kritisch und konstruktiv zu diskutieren. Es ist angedacht, dass auch geladene Forschende oder Mitarbeitende des ZAGs ihre aktuelle Forschung präsentieren.

Di, 22.10.2019          Willkommen und Terminabsprache

Di, 29.10.2019           -

Di, 05.11.2019            -

Di, 12.11.2019          Stella Rutkat: Sexualitäten* zwischen Selbstbestimmung und Tabus                                               (Arbeitstitel, Themenfindung, Inspiration)

Di, 19.11.2019          Marie Hägele, Stella Rutkat: Finanzierung von studentischen Projekten durch SVB-Mittel - Ein Einblick in die Workshopreihe "Weltbeziehungen herrschaftsfrei leben"

Di, 26.11.2019          -

Di, 03.12.2019          Balthazar Bender: Doing Nonbinary Gender (Arbeitstitel, Vorstellung                                             MA-Arbeit)

Di, 10.12.2019          Isabell Schaub: Männlichkeit* und Opferschaft im Kontext sexualisierter Gewalt

Di, 17.12.2019          Franziska Kleintges: Vorstellung MA-Arbeit Idee

Stella Rutkat: Sexualitäten* zwischen Selbstbestimmung und Tabus
(Arbeitstitel, Vorstellung MA-Arbeit)

Di, 14.01.2019          Nathalie Plößl, Sophie Poppenwimmer: Vorstellung                                                                            Forschungsorientiertes Studienprojekt: Analyse zur Sichtbarmachung                                            sexueller Belästigung an Hochschulen

Di, 21.01.2020          Annika Spahn: In der Wissenschaft Fuß fassen - eine Reflexion von drei                                         Jahren zwischen Promotion, Projektstellen, Stipendien und Aktivismus

Di, 28.01.2020        Franziska Kleintges: Vorstellung Studienprojekt

Di, 04.02.2020        Christa Klein: Soziale Bewegungen und Biopolitik (Arbeitstitel)
10-13 Uhr
Anelis Kaiser, Marion Mangelsdorf: Neurobiologisches Korrelat Neuro                                          Sciences meets Gender (Studies) – Gender Studies meets Neuro Sciences

Di, 11.02. 2020          Kerstin Oldemeier: Queer Politics und Berufsperspektiven (Arbeitstitel)

Das Denken der Geschlechterdifferenz. Übungen im logischen und politischen Denken. Vorlesung 06LE32V-19252

PD Dr. Andrea Günter

Mi 16:00-19:00 Uhr
HS 1098 KG I

Schon 1949 beklagt sich Simone de Beauvoir in „Das zweite Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau“ (dt. 1951) darüber, dass in den Diskussionen über Geschlechterverhältnisse nur wenige logische Argumentationsfiguren genutzt würden. In einem ersten Schritt will die Vorlesung Beauvoirs Kritik ein Stück weit folgen. Ihre Kritik lädt dazu ein, die Denkfiguren von den Geschlechtern zu analysieren, mit diesen zu experimentieren, ihre politischen Dimensionen zu explorieren. Es soll aufgezeigt werden, wie „Logik“, Argumentationsmuster und Geschlechtertheoreme zusammenhängen – können. Hierzu wird auch vorgestellt, zu welchen „logischen“ Alternativen die Autorin anregt. Außerdem wird ihre Kritik methodologisch mithilfe von Aristoteles Metaphysik, Rhetorik und Topik sowie von Kants Logik vertieft.

Mit der Vorlesung soll diskutiert werden, wie über Geschlechter gedacht wird und gedacht werden kann, um ein reflexives Verhältnis zum Denken der Geschlechterdifferenz zu entwickeln. Der zweite Schritt der Vorlesung wird darum darin bestehen, „logische“ Konstrukte klassischer philosophischer Texte (v.a. Platon, Kant, Hegel, Freud) nachzubilden. In ausführlichen experimentellen Vorlesungsgesprächen sollen die rekonstruierten Denkgebilde dafür genutzt werden, Geschlechtertheoreme zu verorten, mögliche „innere“, „logische“ Zusammenhänge zu beleuchten und neue Dimensionen zu explorieren. Darüber hinaus sollen die jeweiligen politischen Implikationen dieser Theorme diskutiert werden.

Alte weiße Männer (in der soziologischen Theorie), neue Anschlüsse und Gegenentwürfe | 06LE42S-20192005

Kim Hagedorn

Mi 10:00-12:00 Uhr
Seminarraum EG (Belfortstr.18, Vorderhaus)

Wenn wir es mit den Klassikern der soziologischen Theorie zu tun haben, lernen wir unweigerlich vor allem von einem Typus: dem alten weißen Mann. August Comte, Emile Durkheim, Karl Marx, Max Weber usw. usf. Nach weiblichen und/oder schwarzen Perspektiven auf die Gesellschaft, in der wir alle zusammen lebten und leben, suchte man lange vergeblich. Seit einer Weile können wir dankenswerter Weise auch diese finden, wenn auch an den deutschen Unis meist nur durch viel Engagement und Eigeninitiative. Gegenwärtig ist der alte weiße Mann wieder in aller Munde (siehe u. a. Sophie Passmann 2019) und so würde es nicht verwundern, wenn diese Bezeichnung es noch zum Wort oder Unwort des Jahres 2019 schaffen würde. Zunehmend fungiert sie als polarisierende Abgrenzungs- oder mehr oder weniger unbewusste Identifikationsfigur.

In diesem Seminar werden wir uns sowohl mit für die soziologische Theorie unerlässlichen Texten der alten weißen Männern selbst, als auch kritischen/erweiternden Anschlüssen, die es ohne Erstere nicht gäbe und zu guter Letzt einigen Gegenentwürfen, die diesen hinsichtlich ihrer gesellschaftstheoretischen Relevanz in nichts nachstehen und deren hegemoniale Stellung in der Wissenschaft und Geschichtsschreibung hinterfragen, befassen. Wir gehen dabei u. a. den Weg von Karl Marx, über Stuart Hall und Michel Foucault, hin zu Judith Butler und Donna Haraway. Gegenentwürfe finden wir z. B. in Auszügen des Combahee River Collective und in Texten von Grada Kilomba („Decolonizing Knowledge“).