Aktuelle Lehrveranstaltungen Wintersemester 2022/23

Für einen besseren Überblick und damit ihr das jeweilige Kurspensum besser einschätzen könnt, nochmal der Hinweis: 1 ECTS umfasst ca. 30 Arbeitsstunden.

Beachtet, dass die Veranstaltungen je nach Fakultät unterschiedliche Anmeldezeiträume haben. Diese findet ihr auf HISinOne, wenn sie hier nicht vermerkt sind. Solltet ihr Probleme bei der Anmeldung haben, wendet euch am besten direkt an die jeweiligen Dozierenden.

Angaben zur Veranstaltungsform finden sich auf HISinOne. Es werden einige Veranstaltungen hybrid oder online angeboten. Aktuelle Informationen zur Hygieneverordnung der Uni finden sich hier.

Informationen zum Corona-Virus und Links zu verschiedenen Informations- und Hilfeseiten finden sich hier auf unserer Homepage.

weitere Infos zur Anmeldungen etc. findet ihr im Modulhandbuch: https://www.zag.uni-freiburg.de/gender-studies/masterstudiengang-gender-studis/modulhandbuch/

Vorlesung zur Sozial- und Kulturgeschichte der Geschlechterverhältnisse mit Lektürekurs


verschiedene Dozierende aus dem Lehrverbund

Die Veranstaltung wird als Hybridveranstaltung angeboten. 

Mo 16-18 Uhr | HS 3043 (Kollegiengebäude III) oder digital. Die Sitzungen, die nicht ohnehin digital stattfinden, sind hybrid geplant, so dass einen möglichst barrierearme Teilnahme möglich ist.

Lektürekurs: Mo 14-15 Uhr | R 106 (Breisacher Tor)

Die Auflistung der einzelnen Sitzung finden sich hier.

Masterseminare zu Geschlechterkonstruktionen

Eine Belegung über das HISinOne-Belegsystem ist, wenn nicht abweichend in der Seminarbeschreibung angegeben, erforderlich!

Bitte beachtet die angegebenen Belegungszeiträume auf HISinOne. Diese können je nach Fach variieren. Wenn kein Belegzeitraum angegeben ist wendet euch bitte an die jeweilige Studiengangskoordination des Faches (nicht ans ZAG), die können euch weiterhelfen!


NaturenKulturen. Symbio(gene)tische Prozesse & Denkfiguren jenseits von Dichotomien | 06LE42S_NatKu_WS22

Marion Mangelsdorf & Rachel Staffa 

Seminarplan & Räume finden sich hier.

Mensch-Tier, Natur-Kultur, Mann-Frau; in westlichen Gesellschaften und Epistemologien sind wir es gewohnt, in Dichotomien zu denken. Geschlechterforschung, insbesondere die feministischen Science & Technology Studies (STS) haben sich mit dieser Denktradition kritisch auseinandergesetzt. Sie betonen das Kontinuum, wenn es um Fragen von Geschlecht (sex/gender) geht, ebenso wie sie auf die Verwobenheit von uns Menschen mit Pflanzen, Tieren, Pilzen oder Mikroorganismen aufmerksam machen. Unsere Verwobenheit mit und wechselseitige Abhängigkeit von anderen Lebensformen erinnert uns daran, dass wir aus Kooperationen oder vielmehr aus symbiogenetischen Prozessen hervorgegangen sind und auch nur durch diese fortexistieren können. Donna Haraway, eine prominente Vertreterin der feministischen STS, bringt dies u.a. in ihrem Werk Staying with the trouble prägnant zum Ausdruck: “We become-with each other or not at all.” (Haraway 2016: 4)

Zunächst wollen wir uns im Seminar theoretisch mit dem lebendigen Prozess der Symbiogenese beschäftigen, den die einflussreiche Biologin Lynn Margulis (2021) in ihren Arbeiten zur Endosymbiontentheorie als stark evolutionsprägendes Prinzip identifizierte. Im Anschluss daran wollen wir uns mit drei Denkfiguren befassen : Dem Rhizom (u.a. Deleuze/Guattari, Tsing), Gaia (u.a. Margulis, Lovelock, Latour, Haraway) und einem Tentakulären Denken für das Chthuluzän (Haraway). Aufbauend darauf diskutieren wir die Potenziale und Herausforderungen einer symbiotischen Weltkonzeption zur Überwindung von klassisch westlichen, auf Linearität, Konkurrenz und Dichotomien aufbauenden Denk-Handlungs- und Wahrnehmungsmustern.

Gender and Environment | 06LE42S-20222305

Nina Degele

Di 14-18Uhr

Mediaraum KG IV

Feminismus und gesellschaftliche Naturverhältnisse waren von Anfang an eng miteinander verknüpft, mit der Entwicklung der Gender Studies hat sich diese Disziplin zunehmend von essenzialisierenden Zuschreibungen wie „Frau und Natur“ weitgehend gelöst. Verhandelte Themen sind derzeit eher Care, feministische Außenpolitik, Kapitalismuskritik und Klimawandel. Was eine gendertheoretisch informierte Analyse von Environment, Nachhaltigkeit, Intersektionalität und Umweltgerechtigkeit zu deren Verständnis beitragen kann, ist Gegenstand dieses Seminars.

Literatur:

Bauhardt, Christine (2012) Feministische Ökonomie, Ökofeminismus und Queer Ecologies – feministisch-materialistische Perspektiven auf gesellschaftliche Naturverhältnisse, April 2012, ISSN 2192-5267  https://www.fu-berlin.de/sites/gpo/pol_theorie/Zeitgenoessische_ansaetze/Bauhardtfemoekonomie/Bauhardt.pdf
Huddart Kennedy, Emily/Liz Dzialo (2015) Locating Gender in Environmental Sociology. in: Sociology Compass 9: 920-929
Lunz, Kristina/Nina Bernarding (2019) Feminist foreign policy - imperative for a more secure and just world. in: Heinrich Böll Stiftung/Gunda Werner Institut, 13.2.2019, https://www.boell.de/en/2019/01/30/feminist-foreign-policy-imperative-more-secure-and-just-world
MacGregor, Sherilyn (2017) (Ed.) Routledge handbook of gender and environment. London, New York: Routledge
Mortimer-Sandilands, C. and Erickson, B. (eds) (2010) Queer Ecologies: Sex, Nature, Politics, Desire. Bloomington: Indiana University Press.

Lektürekurs zu Nancy Fraser "Cannibal Capitalism" | 06LE42S-20222304

Nina Degle

Mi 16-18Uhr

Mediaraum, KG VI

Kapitalismus war ein für lange Zeit fast aus dem akademischen Sprachgebrauch verschwundener Begriff der Gesellschaftsanalyse, Nancy Fraser und Rahel Jaeggi machten ihn 2020 aus der Perspektive kritischer Theorie wieder stark. Nancy Fraser vertiefte neben ihrem gendertheoretischen Hintergrund eine Perspektive des „Trans-Environmental Eco-Socialism” (2021), in diesem Jahr verdichtete sie ihre Thesen zu einem “Cannibal Capitalism”. Dieses aktuelle Buch werden wir in einen kapitalismus-, gender- und umwelttheoretischen Kontext stellen und prüfen, ob und wie sich der Text für empirische Anwendungen eignet.

zu erbringende Leistung:
•    schriftliche Positionierung zur ersten Sitzung (800-1200 Zeichen)
•    Sitzungsvorbereitung mit Beantwortung von Fragen (zwei Fragen zu einer Sitzung beantworten und vor der Sitzung hochladen)
•    Präsentationsfeedback für eine Sitzung (Fragen/Thesen zu einer Präsentation)
•    Sitzungsgestaltung/Vertiefung eines Sitzungsthemas mit Präsentation
•    Abschlusspräsentation (Skizze der Hausarbeit) und schriftliche Ausarbeitung

Literatur:
Fraser, Nancy/Rahel Jaeggi (2020) Kapitalismus. Ein Gespräch über kritische Theorie. Berlin: Suhrkamp
Fraser, Nancy (2021) Climates of capital. For a Trans-Environmental Eco-Socialism. in: New Left Review 127, Jan/Feb 2021. 94-127
Fraser, Nancy (2022) Cannibal Capitalism. How our System is Devouring Democracy, Care, and the Planet – and What We Can Do About It. London/New York

Science Fiction - Intersektional | 06LE42S_WS22_SciFi

Anna Sator
Sophie Poppenwimmer
Marion Mangelsdorf

Erste Sitzung: Do 20.10. 16-18Uhr R 01 065 (Alte Universität)

Do 16-20 Uhr (14-tägig) HS 1221 (Kollegiengebäude I)
Do 1.12. 16-20 Uhr Co-Creationraum

„the boundary between science fiction and social reality is an optical illusion“[1]
Intersektionale Betrachtungen von Science Fiction im interdisziplinären Kontext

Das Seminar soll einen Überblick über die Entwicklung der Science Fiction geben. Es sollen nicht nur literarische Werke von Mary Shelleys Frankstein (1818) über Octavia Butlers Xenogenesis Reihe (1987-1989) bis hin zu Suzanne Collins Hunger Games Reihe (2008-2010) in ihrem historischen Kontext analysiert werden, sondern auch Filme und Serien wie etwa Handmaid‘s Tale (2017-2022) oder das Serien Phänomen Black Mirror (2012-2019). Darüber hinaus wollen wir auch in aktuelle Produktionen in der Kunst schauen, wie zum Beispiel die Ausstellung Techno Care[2] – die Science Fiction und Gegenwart unter dem Thema der Sorgearbeit in einen Raum stellt – oder Afro-Tech and the Future of Re-Invention, die „eine Verbindung zwischen Afrofuturismus und alternativen technologischen Energien und Imaginationen her[stellt].“[3]Das Seminar findet in größeren Blöcken statt und wird jeweils unterschieldiche Querschnittsthemen behandeln, die zur Planungssitzung am 20.10 jeweils mit Ideen der Studierenden gefüllt werde können. Die Querschnittsthemen sind:

  •     Nachhaltigkeit
  •     Migration (& Geschlecht)
  •     Sex, Gender, Fertility, Reproduction
  •     Gesellschaftsformen & Arbeitsteilung
  •     Konzepte von Race/Ethnicity
Zusätzlich wird es eine abschließende Sitzung zur Wissenssicherung geben und ein Screening von "Tank Girl" am 7.2 mit anschließendem Semesterausklang.[1] Donna Haraway, "A Cyborg Manifesto: Science, Technology, and Socialist-Feminism in the Late Twentieth Century," in Simians, Cyborgs and Women: The Reinvention of Nature (New York; Routledge, 1991), pp.149-181, hier 149.
[2] https://www.kunstraum.net/de/ausstellungen/79-technocare.
[3] https://www.hmkv.de/ausstellungen/ausstellungen-detail/afro-tech-and-the-future-of-re-invention.html.
zu erbringende Leistung:
  • regelmäßige Teilnahme
  • mündliche Beitrag
  • schriftliche Abschlussarbeit: Hausarbeit, Broschüre, Zine oder Ähnliches

Ökothriller und Female Utopia: (Post)-apokalyptische Szenarien und ihre Held*innen | 05LE54S-301

Anna Sennefelder

Mi 10-12Uhr

HS 1023 (Kollegiengebäude I)

Das Genre des Ökothrillers hat durch die Covid-19 Pandemie und die vielfach verstärkte, öffentlich geführte Debatte zum Klimawandel neuen und transmedial zu beobachtenden Aufschwung erfahren. So hat es etwa die schwedische Regisseurin Carolina Hellsgård geschafft, mit ihrer Kinoadaption Endzeit (2019), die auf dem gleichnamigen Comic von  Olivia Vieweg basiert (zuerst erschienen 2012), gesellschaftlich hochbrisante Themen -  Pandemien, den Klimawandel und die Erosion patriarchalischer Strukturen weltweit -  prismatisch zu vereinen und dabei zugleich das männlich dominierte Genre der Zombie Postapokalypse aus einer durchweg weiblichen Perspektive zu erzählen. In diesem und vielen anderen Beispielen geht es darum, neben der ökologischen Katastrophe vor allem weibliche Überlebende zu fokussieren und Szenarien alternativer gesellschaftlicher Ordnung und ihrer zentralen Akteure*innen durchzuspielen.
Im Seminar wollen wir uns diesem Setting und den Figuren medienkomparatistisch nähern und dabei vor allem fragen: Wird die ökologische Katastrophe als dezidiert ‚menschengemacht‘ erzählt oder werden andere Verfahren genutzt, um den ökologischen Kollaps als Folie zu etablieren, vor der sich alternative Formen des Zusammenlebens erst entwickeln können? Wie funktionieren die Akteure*innen in den postapokalyptischen Welten und wie werden Machtverhältnisse, Ressourcenkampf und soziale Beziehungen ausgelotet? Neben diesen Fragen werden wir auch historische Bezüge diskutieren und zentrale Entwicklungslinien zu frühen Inszenierungen weiblicher Utopien verfolgen.  Um den verschiedenen Analyse-Gegenständen des Seminars gerecht zu werden, kommen verschiedene methodisch Ansätze zum Einsatz, etwa der transmedialen Narratologie, der Intermedialitätstheorie sowie der multimodalen Filmanalyse und es werden gegenwärtige gender- und umweltpolitische  sowie anthropologische Positionen erörtert.

GILT NUR, FALLS PANDEMIEBEDINGGT TEILWEISE ONLINE-LEHRE STATTFINDEN MUSS: die Kursleiterin wird allen Seminarteilnehmer*innen per Mail einen Zoom-Link mit den notwendigen Anmeldeinformationen schicken. Für die Teilnahme an den Meetings via Zoom ist ein Head-Set dringend zu empfehlen.  Bitte informieren Sie sich auch rechtzeitig über den Zugang und die wichtigsten Funktionen von Zoom:
https://www.rz.uni-freiburg.de/edvcorona/vidcon/zoom_folder/zoom_stud

Being woke: Umrisse eines generationellen Lebensgefühls | 05LE54S-299

Benjamin Thober

Mo 10-12 Uhr

R 207 (Breisacher Tor)

„Die Generation Greta hat mit allem aufgeräumt, was dem Hipster einst hoch und heilig war“, konstatierte kürzlich Ijoma Mangold nicht ohne Wehmut in einem Feuilletonbeitrag für die Zeit, „vor allem mit seinem frivolen Hang zu Spiel und Ironie“.  Doch was zeichnet die Generation Z aus, mit welchem Blick schaut sie auf die Welt und wie unterscheidet sie sich von der als unpolitisch verschmähten Vorgängergeneration Y (‚Why‘)? Wie positioniert sie sich gegenüber Eltern und Großeltern und mit welchen inneren Widersprüchen muss sie umgehen lernen? Und hat sie, wie Mangold befürchtet, tatsächlich die Selbstironie verlernt?

Generationsbilder sind soziale, insbesondere mediale Konstrukte, die auf Generalisierungen beruhen. Zugleich können sie als Realfiktionen wirklichkeitsbildenden Charakter entfalten – daher müssen sie stets auf das Neue überprüft und kritisch hinterfragt werden. Generationen sind nicht einheitlich; dennoch verfügen sie über einen gemeinsamen Erfahrungshaushalt. Mit der somit gebotenen Vorsicht möchte sich das Seminar dem Lebensgefühl der gegenwärtig jungen Generation in drei verschiedenen Dimensionen tentativ nähern:

1. Ökologie und Klima: Greta Thunberg und die von ihr inspirierte Fridays for Future-Bewegung bringen eine neue Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit in die Klimaschutzdebatte. Ihr Protest ist Ausdruck eines Generationenkonflikts, der sich besonders gegen die heute in der politischen Hauptverantwortung stehenden Babyboomer richtet. Aufgewachsen mit den Produktwelten des Green Capitalism ist für sie der Anspruch an einen möglichst klimasensiblen Lebensstil weit über die klassischen ökologischen Milieus hinaus zur Normalität geworden.

2. Digitalisierung: Sozialisiert mit dem Smartphone ist die Gen Z durch und durch digitalisiert. Junge Menschen nutzen die vielfältigen Möglichkeiten zur Partizipation am Social Web und unterstützen durch ‚Content Creation’ das Geschäftsmodell der digitalen Plattformökonomie. Sie spüren jedoch in zunehmendem Maße, dass die Digitalisierung nicht nur positive Affektresonanzen erzeugt, sondern auch Schattenseiten von Hass und Hetze kennt oder unerreichbare Schönheitsideale produziert.

3. Identitätspolitik: Die junge Generation ist besonders sensibilisiert für systematische Formen der Diskriminierung, was sich exemplarisch an der Black Lives Matter-Bewegung oder dem zunehmenden Erfolg des Pride Month ablesen lässt. Im Sinne des Empowerment besteht eine zentrale Absicht darin, dass marginalisierte Gruppen die gesellschaftliche Definitionshoheit über ihre eigene Erfahrungswelt zurückerlangen. Pauschale konservative Abwehrreflexe stellen für viele erst Recht die Notwendigkeit einer progressiv-liberalen Gesellschaftspolitik unter Beweis.

„Was wollen sie noch?“ Theoretische Grundlagen und aktuelle Herausforderungen politikwissenschaftlicher Geschlechterforschung | 06LE34S-HSPT-WS22-04

Beate Rosenzweig

Mi 16-18 Uhr

HS 1222 KG I

„Was wollen sie noch?“, mit dieser Frage regten die Herausgeber*innen der „Feministischen Studien“ zum dreißigjährigen Jubiläum der Zeitschrift (2013) eine kritische Debatte zum Stand feministischer Forschung und emanzipatorischer politischer Praxis ein. Heute, fast zehn Jahre später, hat diese Frage nichts an Aktualität eingebüßt. Welchen Stellenwert die Kategorie Geschlecht heute noch hat, wird nicht nur in der aktuellen öffentlichen Debatte, sondern auch in der Geschlechterforschung kontrovers diskutiert. In dem Seminar sollen zunächst die theoretischen Grundlagen und zentralen Positionen politikwissenschaftlicher Geschlechterforschung reflektiert werden. Daran anschließend werden aktuelle Herausforderungen geschlechterkritischer Forschung und die Verhältnisbestimmung von theoretischer Analyse und politischer Praxis diskutiert.

Literatur:
Feministische Studien (2013) „Was wollen sie noch?“, Heft 1, Mai 2013
Sauer, Birgit (2017): Engel der Geschichte: Ein Rückblick auf die Zukunft feministischer Politikwissenschaft. In: Femina Politica 26 (2), S. 117-127.
Scholz, Julia/Völker, Susanne/Tuider, Elisabeth (2019): Aktuelle Herausforderungen der Geschlechterforschung. https://www.genderopen.de/bitstream/handle/25595/1362/Aktuelle%20Herausforderungen%20der%20Geschlechterforschung%20%282019%29.pdf?sequence=1&isAllowed=y

Krieg/Gewalt performieren: Luce Irigaray | 06LE32HS-22217

Martin Dornberg

Do 18-20 Uhr

HS 02 017 (Werthmannstraße 4)

Irigarays Denken untersucht intime Verflechtungen zwischen Denken, Handeln und Gewalt. Dabei spielt die Geschlechtlichkeit eines je männlichen oder weiblichen  Denkens/In-der-Welt-Seins eine besondere Rolle. Welche Rolle spielt der Phallogozentrismus heute? Gibt es ein weibliches Sprechen bzw. eine Praxis, die Vorbild für Denken und Handeln heute sein könnte? Wo beginnt reale, wo epistemische Gewalt? Wie werden Krieg und Gewalt möglich? Welche Art von Denken/Philosophie/Menschenbild hilft ein biophileres Erleben und Verhalten zu ermöglichen?
Besonders wichtig ist Irigaray das Verhältnis zu Leben/Tod und zur Materie. Aus dem Grund lesen wir zusätzlich in Auszügen: Jane Bennett: Lebhafte Materie, Jean Baudrillard: Der symbolische Tausch und der Tod.
Wir wollen Auszüge aus Irigarays und anderenTexten lesen und darüber miteinander ins Gespräch kommen. Zusätzlich Arbeit in Arbeitsgruppen zu Teilaspekten. GGf. kann dort auch transmedial (d.h. mithilfe anderer Medien wie Fotos, Filmen, Poesie, Tanz usf. im Zusammenspiel mit Irigarays oder anderen philosophischen Texten) gearbeitet werden.

zu erbringende Leistung:

-Regelmäßige Mitarbeit und Textlektüre,
-Übernahme eines Impulsreferates
-Teilnahme an einer Arbeitsgruppe
-qualifizierte Hausarbeit (15 Seiten, Abgabetermin 25.3.2023).

Forschungsprojekte (Studiengang interdisziplinäre Anthropologie M 10, aber auch Studiengänge Philosophie) und praktisches transmediales Arbeiten in den Arbeitsgruppen sind insb. bei Prüfungsleistungen möglich/erwünscht.

Primärliteratur (L. Irigaray) :
Spekulum-Spiegel des anderen Geschlechts, Frankfurt 1980
Das Geschlecht, das nicht eins ist. Berlin 1979.
Ethik der sexuellen Differenz, Frankfurt am Main 1991.
Die Zeit der Differenz: Für eine friedliche Revolution, Frankfurt  1991
Welt teilen. Freiburg im Breisgau 2010.
Primärliteratur (andere):
Jane Bennett: Lebhafte Materie, Berlin 2020
Jean Baudrillard: Der symbolische Tausch und der Tod, Berlin 2022
Bettina Stangneth: Sexkultur, Hamburg 2020

Sekundärliteratur :
Irene Sigmund-Wild: Anerkennung des Ver-rückten. Zu Luce Irigarays Entwurf einer „Ethik der sexuellen Differenz“. Marburg 2000
Bussmann, Anne: Elemente feministischer Philosophie im Werk Luce Irigarays. Frankfurt an der Oder 1998
Claudia Brunner: Epistemische Gewalt., Bielefeld 2020

Der Mensch - biologische Determinanten und kulturelle Variabilität. Religiöse, ethische und ästhetische Dimensionen | 06LE32HS-22207

Regine Kather & Ursula Wittwer-Backofen

Di 18-20 Uhr

Anmeldung: Studierende der Philosophie, interdisziplinären Anthropologie und verwandter Fächer über ILIAS.
Die Veranstaltung soll möglichst in Präsenz stattfinden. Veranstaltungsort ist der große Hörsaal in der Hebelstr. 29. Notfalls findet die Veranstaltung jedoch in Anpassung an Corona-Vorgaben oder wegen energetischer Einsparungen virtuell statt. Der Zoom-Code findet sich kurz vor Semesteranfang in ILIAS bzw. wird per e-mail zugeschickt.
Im Zweifelsfall melden Sie sich bitte bei:
regine.kather@philosophie.uni-freiburg.de
uwittwer@anthropologie.uni-freiburg.de

Angesichts der großen Variabilität von Kulturen stellt sich die Frage, ob es gemeinsame evolutionäre Wurzeln gibt, welche als Universalien kulturübergreifend verbinden. Um diese Frage zu beantworten, müssen zunächst die methodischen Voraussetzungen von Biologie und Kulturwissenschaften im Hinblick auf die Themenfelder Ethik, Ästhetik und Religion geklärt werden. Ziel ist es, zu zeigen, dass einerseits in beiden Disziplinen biologische Funktionen erkennbar sind, andererseits ein biologischer Reduktionismus zu kurz greift.
Im Seminar soll die Entwicklung des ethischen Verhaltens, soweit es dem Überleben dient, aus der Zweitpersonenmoral beleuchtet werden. Zu den Merkmalen ethischer Reflektionen lassen sich jedoch auch universale Konzepte und allgemeingültige Prinzipien, wie sie P. Singer vor dem Hintergrund des Utilitarismus und I. Kant mit Hilfe der Deontologie entwickeln. – Die Frage nach der Bedeutung ästhetischer Wahrnehmung beginnt bereits im Tierreich und kann in ihrer Komplexität beim Menschen über die Höhlenmalerei und frühe Formen ästhetischer Gestaltung bis hin zur modernen Kunst und Gestaltung von Lebenswelten weiterverfolgt werden. – Die Funktionen von Religion als überlebensdienliche Strategien lassen sich vor allem in mythisch-magischen Weltbildern beobachten, aber auch in institutionalisierten Religionen (z.B. Christentum oder Buddhismus) finden sich nach wie vor archaische Riten, die Überleben und gesellschaftlichen Zusammenhalt sichern. Dennoch gewinnen zunehmend symbolischer Ausdruck und individuelle Praktiken wie die Meditation an Bedeutung. Dabei zeigt sich eine Abhängigkeit aller drei Ausdrucksformen von den jeweiligen Gesellschaftssystemen. Während zum Beispiel in Diktaturen alle drei Dimensionen eingeschränkt werden, können Ethik, Ästhetik und Religion in Demokratien ihr volles Spektrum entfalten.

Leistungsnachweis

Die Anforderungen für den Erwerb von Leistungspunkten sind:
-    regelmäßige, aktive Teilnahme an der Veranstaltung
-    Referat (ggf. auch im Team) mit schriftlicher Ausarbeitung, Umfang abhängig von der Zahl der ECTS-Punkte
-    bei Abschluss mit Prüfungsleistung
10 ECTS-Punkte: schriftlichen Hausarbeit (14-15 Seiten; Abgabefrist: 31.3.2022)
Präsentation und Hausarbeit können auch in englischer Sprache erfolgen.

Literatur:

Weisfeld, G.: Evolved Emotions. An Interdisciplinary and Functional Analysis, London et al. 2019. –Wilson, E.O.: Die soziale Eroberung der Erde – Eine biologische Geschichte des Menschen, New York 2014, Kap. 20 und S. 232f. – Nida-Rümelin, J. – Weidenfeld, N.: Digitaler Humanismus. Eine Ethik für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz, München 2018, S.43-52. – Tomassello, M.: Naturgeschichte der menschlichen Moral, Berlin: Suhrkamp 2016, insb. 66-134. Darwin, C.: Ursprung und Entwicklung der moralischen Gefühle, in: K.Bayertz: Evolution und Ethik, Stuttgart: Reclam 1993, 37 – 48. – Lenk, H.: Evolutionäre Verhaltensanlagen zwischen Rationalität, Sozialität und Moralität, in: : K.Bayertz: Evolution und Ethik, Stuttgart: Reclam 1993, 307-326. -  Singer, P.: The Expanding Circle. Ethics, Evolution, and Moral Progress, Princeton: Princeton Univ.Press 2011. – Singer, P.: Praktische Ethik, Stuttgart: Reclam 19942, insb. 397-424. – Krause, B.: Das grosse Orchester d er Tiere. Vom Ursprung der Musik aus der Natur, München: Kunstmann 2013. – Reichholf, J.H.: Der Ursrpung der Schönheit, München: Beck 2011, insb. 181-220. – Diamond, J.: Animal Origins of Art, in: The Third Chimpanzee. The Evolution and Future of the Human Animal, New York et al.: Harper Perennial 2006, Chap. 3.9: 168-179.  – Jonas, H.: Werkzeug, Bild und Grab, in: Philosophische Untersuchungen und metaphysische Vermutungen, Frankfurt/M. et al.: Insel 1992, 34-49. - SITTE, P.: Schönheit des Lebendigen - auch Wunder haben Gesetze, in: G.Thieme Vlg.: Reden und Vorträge im Jubiläumsjahr 1986, Stuttgart/ New York 1987, 67-87. – Cassirer, E.: Versuch über den Menschen. Einführung in eine Philosophie der Kultur, Frankfurt/M.: Fischer 1990, 47-51; 116-170; 212-260. – Heiler, F.: Die Religionen der Menschheit, Stuttgart: Reclam 19824. – Fugger, D. et al.: Ritual und Reflexion. Historische Beiträge zur Vermessung eines Spannungsfeldes, Darmstadt: Wiss.Buchgesellschaft 2015, insb. 7-12; 35-54; 55-70; 136-152; 209-228. – Lurker, M.: Die Botschaft der Symbole – in Mythen, Kulturen und Religionen. München: Kösel 1990. - Bock, E.: Meine Augen haben Dich geschaut. Mystik in den Religionen der Welt. Zürich: Benzinger 1991. – Wetz, F.J. (Hg.): Texte zur Menschenwürde: 190-197; 211-218; 230-236; 269-274). – Wetz, J.W.: Illusion Menschenwürde. Aufstieg und Fall eines Grundwerts, Stuttgart: Klett-Cotta 2005, insb. 90-266.

Weitere Literatur wird ggf. themenspezifisch angegeben.

Medienästhetik als Aisthetik | 05LE54S-193

Bettina Papenburg

Dienstag 12-14 Uhr

HS 1142 (Kollegiengebäude I)

Medienästhetik wird im Kontext des Seminars nicht auf das Schöne, die Kunstbetrachtung oder die Medienanalyse reduziert, sondern vielmehr als aisthetischer Ansatz verstanden, der sich auf die Erforschung des Verhältnisses zwischen Medientechniken, Sinneswahrnehmungen und Affekten richtet. Diesen wahrnehmungszentrierten Ansatz hat die film- und medienwissenschaftliche Forschung zur Synästhesie und zur Inter- und Multimodalität der Wahrnehmung  – eine Forschungsrichtung, die ihre Inspiration maßgeblich aus der Filmphänomenologie  bezieht und die in die Debatte um Wahrnehmungspolitiken interveniert  – vor rund zwanzig Jahren aufgegriffen und kontinuierlich weiterverfolgt. Im Anschluss an diese Debatte wird hier ein anderer Weg eingeschlagen als etwa jener, den der Leitartikel des Themenhefts zur Medienästhetik der Zeitschrift für Medienwissenschaft aus dem Jahr 2013 vorschlägt. Die dort vorgestellten Überlegungen schließen an die Kybernetik an, verabschieden sich vom menschlichen Subjekt und verkürzen die Ästhetik auf Algorithmen. Wenngleich wir im Seminar auch Spielarten der apparativen Wahrnehmung berücksichtigen werden, so bleibt doch das Subjekt als wahrnehmende*r Akteur*in für unsere Überlegungen zentral. Im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Lektüren stehen die folgenden Fragen: Wie gestalten technische Medien die menschliche Sinneswahrnehmung um? Wie lassen sich die Bedingungen der Wahrnehmung im digitalen Zeitalter beschreiben? Was leisten Wahrnehmungsmodelle?

Lernziele:
Sie können...
... einschlägige medienästhetische Positionen darstellen, in ihren jeweiligen wissenschaftshistorischen Kontext einordnen und kritisch bewerten.
... medienästhetische Forschungsfragen und Thesen formulieren und anhand ausgewählter Gegenstände diskutieren.
... Präsentations- und Moderationstechniken anwenden.

zu erbringende Leistung:

Zum Erwerb der ECTS Punkte (10) machen Sie sich in Vorbereitung auf die Seminarsitzungen Notizen zu den Lektürefragen zu demjenigen Text, der die Diskussionsgrundlage der kommenden Sitzung bildet. Zudem sind Sie verantwortlich für die gemeinsame Erarbeitung der Antworten auf die Lektürefragen zu einem der Seminartexte (45 Minuten) sowie für die mündliche Präsentation, Analyse und Interpretation eines Forschungsbeispiels (30 Minuten einschließlich der Diskussion).
Die Prüfungsleistung (Modulabschlussprüfung) erfolgt in Form einer schriftlichen Hausarbeit im Umfang von maximal 3.500 Wörtern.
Für die Note der Modulabschlussprüfung ist allein die Hausarbeit zu 100% ausschlaggebend.
Die Prüfungsleistung ist abmeldbar.
Abgabetermin für die Hausarbeit:     01.04.2022

 

Literatur:
Erich Hörl und Luciana Parisi, „Was heißt Medienästhetik? Ein Gespräch über algorithmische Ästhetik, automatisches Denken und die postkybernetische Logik der Komputation“, in „Medienästhetik“, Themenheft, Zeitschrift für Medienwissenschaft 8 (2013). https://doi.org/10.25969/mediarep/696.
Vivian Sobchack, Carnal Thoughts: Embodiment and Moving Image Culture (Berkeley und Los Angeles: University of California Press, 2004).

Performance, Pose, Prominenz: Theatralität in populären Musikkulturen | 05LE54S-30

Christofer Cornelius Jost

Mi 14-16 Uhr

im ZPKM in der Rosastraße 17

Populäre Musik stellt als Klang-, Körper-, Raum- und Zeitkunst einen vielschichtigen, in der Lebenswelt wohl fast aller Menschen verankerten Rezeptions- und Interaktionsanlass dar. Sie steht für den kollektiven Wunsch nach mitreißenden Performances und spektakulären Körperinszenierungen. Zu „performen“ bedeutet in der populären Musik, sich zu verausgaben und die eigenen körperlichen Gegebenheiten effektvoll einzusetzen, sie sozusagen auszuspielen, was ein eigentümliches Zusammenfallen von Momenten der Selbstermächtigung und der Selbstausstellung bewirkt. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei prominenten Musik*innen, den Stars, zuteil, die eine bestimmte Sichtweise auf die Welt der Musik verkörpern und nicht selten in sich die Werthorizonte und Wünsche der Hörer*innen vereinen. Kulturgeschichtlich betrachtet steht populäre Musik auch – und insbesondere – für die Neubewertung des Körpers als Ausdrucksmedium, das jedem Individuum Räume kreativer Selbstentfaltung eröffnet. Im Verlauf der Zeit konnten sich auf diese Weise spezifische Körperpraktiken entwickeln, die eigenen ästhetischen Wertmaßstäben folgen und eng mit musikalischen Stilen und Genrekonstruktionen verknüpft sind. Mit anderen Worten: Es entstanden theatrale Formen, die exklusiv mit populärer Musik bzw. den musikmachenden Personen in Verbindung gebracht wurden. Analog zu den körperlichen Ausdrucksformen differenzierten sich die Räume und Rituale des Aufführens aus: von Club-Konzerten über TV-Auftritte bis zu Shows auf großen Tournee- und Festivalbühnen. Gleichzeitig haben sich Medientechnologien in die theatralen Praktiken der populären Musik eingeschrieben, nämlich in Form von Mikrofonen, Verstärkern, Beschallungsanlagen, Videoleinwänden u.v.m. Im Kontext der Massenmedien konnte gar eine spezifische Medientheatralität Kontur annehmen – Musikvideos sind der wohl bekannteste Beleg für diese Entwicklung.
Das Seminar befasst sich mit Theorie, Geschichte und Analyse theatraler Praktiken in der populären Musik. Vorgestellt werden zentrale theoretische Konzepte wie Theatralität/Theatralisierung, Inszenierung, Pose oder Geste sowie Untersuchungsmethoden. Geschichtliche Entwicklungen werden anhand des Zusammenspiels gesellschaftlicher, ökonomischer, ästhetischer und medientechnologischer Faktoren in den Blick genommen. Die Inhalte des Seminars werden literatur- und analysebasiert erarbeitet. Letzteres bedeutet, dass die Studierenden eigenständig in der Gruppe Teilaspekte theatraler Praxis in der populären Musik untersuchen.

Mediale Involvierung - von antiken Illusionsräumen zu virtueller Realität und User Experience | 05LE54S-297

Undine Remmes

Di 14-16Uhr

HS 1142 KG I

Unsere gegenwärtige Medienkultur ist geprägt von unterschiedlichsten Arten der Involvierung. Wir nehmen Medien nicht nur wahr, sondern konsumieren, produzieren und rezipieren in hohem Maße.  Doch nicht nur die gegenwärtige Flut an medialer Präsenz gibt Anlass dazu, sich mit medialer Involvierung auseinander zusetzen. Die Geschichte der Kunst und die Geschichte der Medien zeigt, dass stets eine Auseinandersetzung mit neuen Medien stattfand, wann immer neue Technologien sich etablierten. Mit Innovationen wie illusionistischen Räumen und Gemälden (Trompe-l’œil), Dioramen, Panoramen oder auch Virtual und Augmented Reality ist die historische sowie zeitgenössische Sichtweise wichtig. In diesem Seminar sollen Einblicke in die Entwicklung, Neuerung und Möglichkeiten verschiedener Zulänglichkeiten in Form der Involvierung anhand vielfältiger Beispiele im historischen und zeitgenössischen Diskurs erarbeitet werden.

Rethinking Diversity - Sport(-unterricht) jenseits von Strukturkategorien | 03LE43S-99SOC014

Michaela Werkmann

Fr 15.10. 14-15Uhr Vorbesprechung Zoom
gerade Wochen Fr 14-18Uhr
Am 17.12.2021 und 14.01.2021 findet das Seminar zusätzlich im Multifunktionsraum statt.

Sportunterricht soll im Kontext von Schule explizit (sozial-)erzieherisch und entwicklungsförderlich wirken, gleichzeitig wirkt er in seinen außerschulischen Strukturen und Organisationen so, dass er soziale Ungleichheit verstärkt. Auch im Schulsport werden Möglichkeitsräume für Schüler*innen dort beschränkt, wo diese mit kategorisierenden und normierenden Wahrnehmungsprozessen konfrontiert sind. Im Seminar wollen wir mithilfe sozialkonstruktivistischer und intersektionaler Ansätze analysieren, welche Differenzkategorien (Geschlecht, Klasse, ‚Race‘, Alter, Behinderung, etc.) in welcher Weise bei der Entstehung von sozialen Ungleichheiten im Sport wechselwirken. Dabei werden wir verschiedene Handlungsfelder des Sports sowie verschiedene Körper- und Leistungsverständnisse in ihrer Verwobenheit mit vielfältigen Ungleichheitskategorien in den Blick nehmen. In einer Kombination aus Theorie-, Reflexionsphasen und Praxisworkshops, möchten wir uns damit auseinandersetzen, wie eine gerechtere Sportpraxis gestaltet und Prozesse der Differenzierung, Stigmatisierung und Stereotypisierung überwunden werden können.

Lernziele:

  • sportsoziologische (und sportpädagogische) Fachbegriffe, Konzepte und Theorien des Themenfeldes verstehen und anwenden
  • das komplexe Zusammenwirken von Strukturkategorien im Sport und resultierende Konsequenzen für Partizipation analysieren
  • Fragestellungen zu Prozessen der Differenzierung, Stereotypisierung und Stigmatisierung und Ansätze für deren Überwindung entwickeln
  • theoretisches und empirisches Wissen der (sportwissenschaftlichen) Diversitätsforschung in verschiedenen sozialen Settings und Systemen verstehen, einordnen und analysieren.
  • Informationen für die Planung von Lehrkonzepten sammeln, bewerten und verarbeiten (Theorie, didaktische Inszenierung, Spiele, Übungen)
  • eigene subjektive Theorien und Handlungsmuster analysieren und reflektieren.

 

Basisliteratur

  • Müller, M. & Steuerwald, C. (2017). Gender, race und disability. Einführende Überlegungen zur Bedeutung sozialer Zugehörigkeiten im Sport und in der (Sport-)Soziologie. In: Müller, M. & Steuerwald, C. (Hrsg.), „Gender“, „Race“ und „Disa-bility“ im Sport. Von Muhammad Ali über Oscar Pistorius bis Caster Semenya (KörperKulturen), Bielefeld: transcript, S. 243 – 282.
  • Rulofs, B & Dahmen, B. (2008). Gender und Diversity im Sport. Konkurrenz oder Verstärkung? Gender – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 2, S. 41-55.

Eine ausführliche Literaturliste wird in der ersten Sitzung ausgehändigt.

Soziologie des 21. Jahrhunderts - Transnationalität, Postkolonialität, Globalität | 06LE42S-20202111

Manuela Boatca

Mi. 16-18 h | Übungsraum 1 (KGIV)

Das Seminar beschäftigt sich mit den wichtigsten konzeptuellen und erkenntnistheoretischen Herausforderungen, die sich aus der Theoretisierung von Gesellschaft über Grenzen hinweg ergeben. Das Ziel ist es, Gesellschaftstheorien und Analysen, die sich mit globalen, transnationalen und postkolonialen Beziehungen befassen, in einen Dialog zu bringen. Vier miteinander verbundene Anliegen der Untersuchung gesellschaftlicher Prozesse über Grenzen hinweg stehen dabei im Mittelpunkt: Zum einen die jahrzehntelange Kritik am methodologischen Nationalismus. Zweitens die Frage, wie "Gesellschaft" und die Grenzen der "Vergesellschaftung" konzeptualisiert werden können, wenn globale, transnationale und postkoloniale Prozesse über die Grenzen von Nationalstaaten hinweg verlaufen. Drittens die Kritik dass soziologische „Groß“Theorien, die jüngsten Entwicklungen von Gesellschaften auf Meso- und Mikroebene außer Acht lassen. Viertens werden epistemische Ungleichheiten diskutiert, die sich durch die Positionalität des theoretisierenden Subjekts innerhalb globaler Machtasymmetrie ergeben.

Vorlesung zu Gender in den Technik-, Natur-, und Medizinwissenschaften mit Lektürekurs

Vorlesung findet nur im Sommersemester statt.


Masterseminare zu Gender in den Technik-, Natur-, und Medizinwissenschaften


Sex/Gender in the Brain | 11LE13S-7320c-MB

Anelis Kaiser Trujillo & Elena Abalos Marco

Do 12-14 Uhr

G.-Köhler-Allee 101, SR 01-009/13 (75% = 52 Corona-Plätze)

Belegungszeitraum der Technischen Fakultät von 18.10.22 bis 25.10.22

Every participant needs to attend the first introductory session on Thursday 20th Oktober from 12:15 till 13:45 h at SR 01-009/13, Building 101 (Technical Faculty).

Based on original work from neuroscience and popular science publications, as well as on analyses of methods, various questions will be considered, such as
"How is sex/gender measured in the brain?",
"What is the role of hormones in brain research?",
"What is the role of statistics in how neuroscience studies sex/gender?",
"What can we do to explore the diversity of sex/gender in our research?",
"How is ethnicity studied in the context of sex/gender in brain research?",
"What ethical or social issues arise from neuroscientific research on sex/gender?" or
"Which role plays Artificial Intelligence in researching sex/gender in the brain?".
In addition to discussing such questions, students will learn about methodological approaches in brain research, mainly from fMRI research.

Lernziel
This course aims to introduce the topic of gender in brain research. Students will learn about current theories and central issues in gender studies in neuroscience. Together all students will learn to stay curious and creative while constructing communication bridges between disciplines and elaborate a common lexicon to facilitate the work together.

zu erbringende Leistung

Regular participation (1 ECTS), weekly preparation of the readings (1 ECTS), participation in a group presentation and short written report (1 ECTS).
For master students in Gender Studies (among other humanities students) the seminar offers more than 3 ECTS: a long written project (Hausarbeit, X ECTS) must be elaborated. The written project will be tutorized by prof. Dr. Kaiser.

Students must prepare in working groups a presentation (30-40 minutes), moderate the colloquium afterwards (30 min) and elaborate a short-written report.
The 30-40 minutes group presentation can be held in one of the following formats: short video, symposium, panel discussion, debate, interrogation or slam (game, live thought experiment, structured Internet search, role-play, a mixture of formats, etc.). Each presentation must include at least 5 minutes of contextualization of the text.
To conclude each session, the working group will moderate and lead the colloquium for 30 min.
Furthermore, each group must elaborate a 2-pages written report to summarise the text's contextualization, the main findings of their work, and their interpretations. They should propose logical speculation on the importance of the topic they decided to prepare.

Literatur

Hyde J., Bigler R., Joel D., Tate C., van Anders S. (2018). The future of sex and gender in psychology: Five challenges to the gender binary. Am Psychol. 74(2):171-193.

Rippon, G., Jordan-Young, R., Kaiser, A., Fine, C. (2014). Recommendations for sex/gender neuroimaging research: Key principles and implications for research design, analysis and interpretation. Frontiers in Human Neuroscience 8: 650

 

Der Mensch - biologische Determinanten und kulturelle Variabilität. Religiöse, ethische und ästhetische Dimensionen | 06LE32HS-22207

Regine Kather & Ursula Wittwer-Backofen

Di 18-20 Uhr

Anmeldung: Studierende der Philosophie, interdisziplinären Anthropologie und verwandter Fächer über ILIAS.
Die Veranstaltung soll möglichst in Präsenz stattfinden. Veranstaltungsort ist der große Hörsaal in der Hebelstr. 29. Notfalls findet die Veranstaltung jedoch in Anpassung an Corona-Vorgaben oder wegen energetischer Einsparungen virtuell statt. Der Zoom-Code findet sich kurz vor Semesteranfang in ILIAS bzw. wird per e-mail zugeschickt.
Im Zweifelsfall melden Sie sich bitte bei:
regine.kather@philosophie.uni-freiburg.de
uwittwer@anthropologie.uni-freiburg.de

Angesichts der großen Variabilität von Kulturen stellt sich die Frage, ob es gemeinsame evolutionäre Wurzeln gibt, welche als Universalien kulturübergreifend verbinden. Um diese Frage zu beantworten, müssen zunächst die methodischen Voraussetzungen von Biologie und Kulturwissenschaften im Hinblick auf die Themenfelder Ethik, Ästhetik und Religion geklärt werden. Ziel ist es, zu zeigen, dass einerseits in beiden Disziplinen biologische Funktionen erkennbar sind, andererseits ein biologischer Reduktionismus zu kurz greift.
Im Seminar soll die Entwicklung des ethischen Verhaltens, soweit es dem Überleben dient, aus der Zweitpersonenmoral beleuchtet werden. Zu den Merkmalen ethischer Reflektionen lassen sich jedoch auch universale Konzepte und allgemeingültige Prinzipien, wie sie P. Singer vor dem Hintergrund des Utilitarismus und I. Kant mit Hilfe der Deontologie entwickeln. – Die Frage nach der Bedeutung ästhetischer Wahrnehmung beginnt bereits im Tierreich und kann in ihrer Komplexität beim Menschen über die Höhlenmalerei und frühe Formen ästhetischer Gestaltung bis hin zur modernen Kunst und Gestaltung von Lebenswelten weiterverfolgt werden. – Die Funktionen von Religion als überlebensdienliche Strategien lassen sich vor allem in mythisch-magischen Weltbildern beobachten, aber auch in institutionalisierten Religionen (z.B. Christentum oder Buddhismus) finden sich nach wie vor archaische Riten, die Überleben und gesellschaftlichen Zusammenhalt sichern. Dennoch gewinnen zunehmend symbolischer Ausdruck und individuelle Praktiken wie die Meditation an Bedeutung. Dabei zeigt sich eine Abhängigkeit aller drei Ausdrucksformen von den jeweiligen Gesellschaftssystemen. Während zum Beispiel in Diktaturen alle drei Dimensionen eingeschränkt werden, können Ethik, Ästhetik und Religion in Demokratien ihr volles Spektrum entfalten.

Leistungsnachweis

Die Anforderungen für den Erwerb von Leistungspunkten sind:
-    regelmäßige, aktive Teilnahme an der Veranstaltung
-    Referat (ggf. auch im Team) mit schriftlicher Ausarbeitung, Umfang abhängig von der Zahl der ECTS-Punkte
-    bei Abschluss mit Prüfungsleistung
10 ECTS-Punkte: schriftlichen Hausarbeit (14-15 Seiten; Abgabefrist: 31.3.2022)
Präsentation und Hausarbeit können auch in englischer Sprache erfolgen.

Literatur:

Weisfeld, G.: Evolved Emotions. An Interdisciplinary and Functional Analysis, London et al. 2019. –Wilson, E.O.: Die soziale Eroberung der Erde – Eine biologische Geschichte des Menschen, New York 2014, Kap. 20 und S. 232f. – Nida-Rümelin, J. – Weidenfeld, N.: Digitaler Humanismus. Eine Ethik für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz, München 2018, S.43-52. – Tomassello, M.: Naturgeschichte der menschlichen Moral, Berlin: Suhrkamp 2016, insb. 66-134. Darwin, C.: Ursprung und Entwicklung der moralischen Gefühle, in: K.Bayertz: Evolution und Ethik, Stuttgart: Reclam 1993, 37 – 48. – Lenk, H.: Evolutionäre Verhaltensanlagen zwischen Rationalität, Sozialität und Moralität, in: : K.Bayertz: Evolution und Ethik, Stuttgart: Reclam 1993, 307-326. -  Singer, P.: The Expanding Circle. Ethics, Evolution, and Moral Progress, Princeton: Princeton Univ.Press 2011. – Singer, P.: Praktische Ethik, Stuttgart: Reclam 19942, insb. 397-424. – Krause, B.: Das grosse Orchester d er Tiere. Vom Ursprung der Musik aus der Natur, München: Kunstmann 2013. – Reichholf, J.H.: Der Ursrpung der Schönheit, München: Beck 2011, insb. 181-220. – Diamond, J.: Animal Origins of Art, in: The Third Chimpanzee. The Evolution and Future of the Human Animal, New York et al.: Harper Perennial 2006, Chap. 3.9: 168-179.  – Jonas, H.: Werkzeug, Bild und Grab, in: Philosophische Untersuchungen und metaphysische Vermutungen, Frankfurt/M. et al.: Insel 1992, 34-49. - SITTE, P.: Schönheit des Lebendigen - auch Wunder haben Gesetze, in: G.Thieme Vlg.: Reden und Vorträge im Jubiläumsjahr 1986, Stuttgart/ New York 1987, 67-87. – Cassirer, E.: Versuch über den Menschen. Einführung in eine Philosophie der Kultur, Frankfurt/M.: Fischer 1990, 47-51; 116-170; 212-260. – Heiler, F.: Die Religionen der Menschheit, Stuttgart: Reclam 19824. – Fugger, D. et al.: Ritual und Reflexion. Historische Beiträge zur Vermessung eines Spannungsfeldes, Darmstadt: Wiss.Buchgesellschaft 2015, insb. 7-12; 35-54; 55-70; 136-152; 209-228. – Lurker, M.: Die Botschaft der Symbole – in Mythen, Kulturen und Religionen. München: Kösel 1990. - Bock, E.: Meine Augen haben Dich geschaut. Mystik in den Religionen der Welt. Zürich: Benzinger 1991. – Wetz, F.J. (Hg.): Texte zur Menschenwürde: 190-197; 211-218; 230-236; 269-274). – Wetz, J.W.: Illusion Menschenwürde. Aufstieg und Fall eines Grundwerts, Stuttgart: Klett-Cotta 2005, insb. 90-266.

Weitere Literatur wird ggf. themenspezifisch angegeben.

Science Fiction - Intersektional | 06LE42S_WS22_SciFi

Zur Anrechenbarkeit als Seminar Gender in den MINT Fächern muss eine Abschlussarbeit mit Fokus auf STS erbracht werden!

Anna Sator
Sophie Poppenwimmer
Marion Mangelsdorf

Erste Sitzung: Do 20.10. 16-18Uhr R 01 065 (Alte Universität)

Do 16-20 Uhr (14-tägig) HS 1221 KG I
Do 1.12. 16-20 Uhr Co-Creationraum

„the boundary between science fiction and social reality is an optical illusion“[1]
Intersektionale Betrachtungen von Science Fiction im interdisziplinären Kontext

Das Seminar soll einen Überblick über die Entwicklung der Science Fiction geben. Es sollen nicht nur literarische Werke von Mary Shelleys Frankstein (1818) über Octavia Butlers Xenogenesis Reihe (1987-1989) bis hin zu Suzanne Collins Hunger Games Reihe (2008-2010) in ihrem historischen Kontext analysiert werden, sondern auch Filme und Serien wie etwa Handmaid‘s Tale (2017-2022) oder das Serien Phänomen Black Mirror (2012-2019). Darüber hinaus wollen wir auch in aktuelle Produktionen in der Kunst schauen, wie zum Beispiel die Ausstellung Techno Care[2] – die Science Fiction und Gegenwart unter dem Thema der Sorgearbeit in einen Raum stellt – oder Afro-Tech and the Future of Re-Invention, die „eine Verbindung zwischen Afrofuturismus und alternativen technologischen Energien und Imaginationen her[stellt].“[3]Das Seminar findet in größeren Blöcken statt und wird jeweils unterschieldiche Querschnittsthemen behandeln, die zur Planungssitzung am 20.10 jeweils mit Ideen der Studierenden gefüllt werde können. Die Querschnittsthemen sind:

  •     Nachhaltigkeit
  •     Migration (& Geschlecht)
  •     Sex, Gender, Fertility, Reproduction
  •     Gesellschaftsformen & Arbeitsteilung
  •     Konzepte von Race/Ethnicity
Zusätzlich wird es eine abschließende Sitzung zur Wissenssicherung geben und ein Screening von "Tank Girl" am 7.2 mit anschließendem Semesterausklang.[1] Donna Haraway, "A Cyborg Manifesto: Science, Technology, and Socialist-Feminism in the Late Twentieth Century," in Simians, Cyborgs and Women: The Reinvention of Nature (New York; Routledge, 1991), pp.149-181, hier 149.
[2] https://www.kunstraum.net/de/ausstellungen/79-technocare.
[3] https://www.hmkv.de/ausstellungen/ausstellungen-detail/afro-tech-and-the-future-of-re-invention.html.
zu erbringende Leistung:

  • regelmäßige Teilnahme
  • mündliche Beitrag
  • schriftliche Abschlussarbeit: Hausarbeit, Broschüre, Zine oder Ähnliches

NaturenKulturen. Symbio(gene)tische Prozesse & Denkfiguren jenseits von Dichotomien | 06LE42S_NatKu_WS22

Marion Mangelsdorf & Rachel Staffa 

Seminarplan & Räume finden sich hier.

Mensch-Tier, Natur-Kultur, Mann-Frau; in westlichen Gesellschaften und Epistemologien sind wir es gewohnt, in Dichotomien zu denken. Geschlechterforschung, insbesondere die feministischen Science & Technology Studies (STS) haben sich mit dieser Denktradition kritisch auseinandergesetzt. Sie betonen das Kontinuum, wenn es um Fragen von Geschlecht (sex/gender) geht, ebenso wie sie auf die Verwobenheit von uns Menschen mit Pflanzen, Tieren, Pilzen oder Mikroorganismen aufmerksam machen. Unsere Verwobenheit mit und wechselseitige Abhängigkeit von anderen Lebensformen erinnert uns daran, dass wir aus Kooperationen oder vielmehr aus symbiogenetischen Prozessen hervorgegangen sind und auch nur durch diese fortexistieren können. Donna Haraway, eine prominente Vertreterin der feministischen STS, bringt dies u.a. in ihrem Werk Staying with the trouble prägnant zum Ausdruck: “We become-with each other or not at all.” (Haraway 2016: 4)

Zunächst wollen wir uns im Seminar theoretisch mit dem lebendigen Prozess der Symbiogenese beschäftigen, den die einflussreiche Biologin Lynn Margulis (2021) in ihren Arbeiten zur Endosymbiontentheorie als stark evolutionsprägendes Prinzip identifizierte. Im Anschluss daran wollen wir uns mit drei Denkfiguren befassen : Dem Rhizom (u.a. Deleuze/Guattari, Tsing), Gaia (u.a. Margulis, Lovelock, Latour, Haraway) und einem Tentakulären Denken für das Chthuluzän (Haraway). Aufbauend darauf diskutieren wir die Potenziale und Herausforderungen einer symbiotischen Weltkonzeption zur Überwindung von klassisch westlichen, auf Linearität, Konkurrenz und Dichotomien aufbauenden Denk-Handlungs- und Wahrnehmungsmustern.


Genderaspekte in der Kommunikation | 03LE19S-ID201109

Evelyn Ferstl

Di, 10-12h R 00 016 (Wilhelmstraße 26)


Gender & Technology | 11LE13S-7320b-MB

Mo, 10-12h | SR 00 031 (G.-Köhler-Allee 051)

Anelis Kaiser Trujillo
Elena Abalos Marco

Dieses Seminar untersucht die Bedeutung von Geschlecht in Technologie und technologischen Forschungsfeldern. Ausgehend von zentralen Publikationen aus dem Fachgebiet geht es in diesem Seminar um die vergeschlechtlichte Natur von Technologie, um die Rolle von Frau und Mann in diesem Feld und um die Vorstellungen von Geschlecht, die in technologischen Disziplinen vorherrschen. Basierend auf einer Vielzahl von Beispielen aus verschiedenen technologischen Unterdisziplinen wird diskutiert werden, wie Geschlecht in technologische Geräte und in technologische Disziplinen eingeschrieben wird. Studentinnen und Studenten werden mit Wissen und Methoden der Sozialwissenschaften und Gender Studies ausgestattet, dadurch werden ihre interdisziplinären Fähigkeiten gefördert. Diese Seminar hat Einführungscharakter.


Seminar zu Gendermainstreaming in gendersensitiven Berufsfeldern


Findet nur im Sommer statt.

Vorlesungsreihe „Freiburger GeschlechterStudien" mit Begleitseminar

Findet nur im Sommer statt.

Forschungskolloquium 


Forschungskolloquium Gender Studies / Research Seminar Gender Studies | 11LE13K-1331

Donnerstag, 10-12 | HS 4450 (KGIV)

ACHTUNG: am 20.10 in HS1132!!! (KGI)

HS 4450 (Kollegiengebäude IV)

Die Veranstaltung wird als Hybridveranstaltung angeboten. Es wird darum gebeten, sich vorab zu entscheiden, ob die Teilnahme über das Semester online oder in Präsenz erfolgt.

In diesem Kolloquium werden Master-Studierende über laufende Forschungsprojekte (Konzept und Methoden sowie Ergebnisse) berichten und die Gelegenheit haben, ihre Arbeit kritisch und konstruktiv zu diskutieren. Es ist angedacht, dass auch geladene Forschende oder Mitarbeitende des ZAGs ihre aktuelle Forschung präsentieren.


Forschungsorientiertes Studienprojekt

Es ist selbständig ein Studienprojekt (z.B. empirische Studie, Feldforschung, Projekt in einer Einrichtung, die in einem für das Fach Gender Studies relevanten Bereich tätig ist) zu entwickeln und in
Absprache mit den zuständigen Lehrenden zu planen, durchzuführen und auszuwerten.
Die Anerkennung des Studienprojekts setzt voraus, dass es von dem zuständigen Fachvertreter bzw.
der zuständigen Fachvertreterin vorher genehmigt wurde und der bzw. die Studierende einen wissenschaftlichen Projektbericht in schriftlicher Form vorlegt

Bitte denkt daran, die Veranstaltungen als Leistungen auf HISinOne anzumelden. Zur Verrechnung schickt bitte eine Mail mit der entsprechenden Bestätigung der erbrachten Leistung durch die betreuenden Person an die Studiengangskoordination.

Es ist möglich in Absprache mit Marion Mangelsdorf Seminare als Studienprojekt zu belegen. Nach einer positiven Rückmeldung hier bitte eine Bitte um Freigabe an die gender-Mail schicken.

Science Fiction - Intersektional | 06LE42S_WS22_SciFi

Dr. Marion Mangelsdorf
Anna Sator
Sophie Poppenwimmer

Erste Sitzung: Do 20.10. 16-18Uhr R 01 065 (Alte Universität)

Do 16-20 Uhr (14-tägig) HS 1221 (Kollegiengebäude I)
Do 1.12. 16-20 Uhr Co-Creationraum

„the boundary between science fiction and social reality is an optical illusion“[1]
Intersektionale Betrachtungen von Science Fiction im interdisziplinären Kontext

Das Seminar soll einen Überblick über die Entwicklung der Science Fiction geben. Es sollen nicht nur literarische Werke von Mary Shelleys Frankstein (1818) über Octavia Butlers Xenogenesis Reihe (1987-1989) bis hin zu Suzanne Collins Hunger Games Reihe (2008-2010) in ihrem historischen Kontext analysiert werden, sondern auch Filme und Serien wie etwa Handmaid‘s Tale (2017-2022) oder das Serien Phänomen Black Mirror (2012-2019). Darüber hinaus wollen wir auch in aktuelle Produktionen in der Kunst schauen, wie zum Beispiel die Ausstellung Techno Care[2] – die Science Fiction und Gegenwart unter dem Thema der Sorgearbeit in einen Raum stellt – oder Afro-Tech and the Future of Re-Invention, die „eine Verbindung zwischen Afrofuturismus und alternativen technologischen Energien und Imaginationen her[stellt].“[3]Das Seminar findet in größeren Blöcken statt und wird jeweils unterschieldiche Querschnittsthemen behandeln, die zur Planungssitzung am 20.10 jeweils mit Ideen der Studierenden gefüllt werde können. Die Querschnittsthemen sind:

  •     Nachhaltigkeit
  •     Migration (& Geschlecht)
  •     Sex, Gender, Fertility, Reproduction
  •     Gesellschaftsformen & Arbeitsteilung
  •     Konzepte von Race/Ethnicity
Zusätzlich wird es eine abschließende Sitzung zur Wissenssicherung geben und ein Screening von "Tank Girl" am 7.2 mit anschließendem Semesterausklang.[1] Donna Haraway, "A Cyborg Manifesto: Science, Technology, and Socialist-Feminism in the Late Twentieth Century," in Simians, Cyborgs and Women: The Reinvention of Nature (New York; Routledge, 1991), pp.149-181, hier 149.
[2] https://www.kunstraum.net/de/ausstellungen/79-technocare.
[3] https://www.hmkv.de/ausstellungen/ausstellungen-detail/afro-tech-and-the-future-of-re-invention.html.

Die Stadt macht mit! - Eine intersektionale Lesart vom urbanen Raum | 06LE42S-Stadt-SoSe22

Shiqi Yu

Di 10-12 Uhr

HS 1227 KGI

In Henri Lefebvres Aufsatz Die Produktion des Raums (1974) zur räumlichen Praxis wird die soziale Konstruktion von Raum zum zentralen Thma. Sein Grundgedanke besteht darin, Raum nicht als passiven, physischen Behälter sozialer Aktionen oder als neutralen Rahmen, sondern als Produkt und Produzent der sozialen Praxis zu verstehen. Wir werden in diesem Seminar unser Augenmerk auf die verschiedenen Aspekte des Stadtraums richten, in welchem, nach Berichten der Vereinten Nationen (2008), die Mehrheit der Weltbevölkerung lebt. Es wird versucht, eine intersektionale Lesart zu praktizieren und die Wechselwirkungen zwischen ungleichheitsgenerierenden Kategorien, wie z. B. Geschlecht, Klasse oder Herkunft, mit dem urbanen Raum herauszuarbeiten. Anhand ausgewählter Quellen werden wir die Diskursivität des Stadtlebens, sowie die produktiven Aneignungsprozesse ihrer Bewohner*innen in Verhältnis zueinander setzen. Hierbei werden die medialen und literarischen Darstellungen (inklusive narrativer Erschließungen, Symboliken und Imagination) des Stadtraums erkundet.

Das Seminar wird als Präsenzveranstaltung geplant und beginnt mit einer interaktiven, kreativen theoretischen Einführung, wie der Stadtraum individuell unterschiedlich wahrgenommen wird. Die weiteren Sitzungen verteilen sich in vier Blöcke: Block 1. Stadt und Geschlecht, Block 2. Stadt, Klasse und Migration, Block 3. Die „andere“ Stadt: Pandemie und Dystopie. Für den Block 4. Stadt- und Naturraum ist Besichtigung einer Kunstaustellung in Planung.

Lernziele:
Sie können…
… einen Blick auf interessante Romane, Filme und Kunstausstellung werfen.
… die Inhalte vielfältiger Lektüre aus Urban Studies, Gender Studies und Migration Studies wiedergeben.
…. diese auf ausgewählte Gegenstände (Literatur und Film) anwenden, analysieren und interpretieren.
… Präsentations- oder Moderationstechniken im präsenten Klassenzimmer anwenden.

Termine  
Di 10 -12 Uhr
Anrechenbarkeit:  

  • Gender Studies: Forschungsorientiertes Studienprojekt (8 ECTS)

Leistungen für alle:

  • Aktive und regelmäßige Teilnahme und Vorbereitung inkl. regelmäßiger Lektüre
  • ggf. Übernahme einer Sitzungsgestaltung

Studienleistungen für Gender Studies (8 ECTS)

  • 3- bis 5-seitigen Bericht

Primärliteraturen, Filme und sonstige Quellen:
Literaturen:

  • Auszug freier Auswahl: Dündar, Özlem Özgül, Göhring, Mia/ Othmann, Ronya/ Sauer, Lea (Hg.) (2019): Flexen: Flaneusen schreiben Städte. Berlin: Verbrecher Verlag.
  • Iov, Margarita (2018): Das Wasser des Flusses Lot.
  • Tawada, Yoko (2018): Sendbo-o-te: Roman

Filme:

  • Akin, Fatih (2004): Gegen die Wand 2004
  • Graf, Dominik (2021): Fabian oder Der Gang vor die Hunde

ggf. weitere Möglichkeit auf Empfehlung

Forschungsliteraturen:

  • Henning-Mohr, Astrid (2018): Erzählen einer Gegenöffentlichkeit. Hamburger Filmproduktion und ihre Migrationsdiskurse. In: Fahnenbruck, Nele Maya/ Meyer-Lenz (Hg.): Fluchtspunkt Hamburg. Bielefeld: transcript Verlag 2018. S. 41-54.
  • Momić, Maja (2018): Das flüchtige Wohnen? (Wohn-)Alltag von Geflüchteten in Hamburg im Spannungsfeld zwischen Regelwerk und Wohnpraktiken. In: Fahnenbruck, Nele Maya/ Meyer-Lenz (Hg.): Fluchtspunkt Hamburg. Bielefeld: transcript Verlag 2018.S. 229-244.
  • Nünning, Vera/ Nünning, Ansgar (2004): Von der feministischen Narratologie zur gender-orientierten Erzähltextanalyse. S. 9-23. In: Nünning, Vera/ Nünning, Ansgar (Hg.): Erzähltextanalyse und Gender Studies. Weimar: Verlag J.B. Metzler Stuttgart 2004. S. 1-32.
  • Padawangi, Rita: The Vernacular and the Spectacular. Urban Identity and Architectural heritage in Southeast Asian Cities. In: Bracken, Gregory (Hg.): Asian Cities: Colonial to Global. Amsterdam University Press: 2015.
  • Weigel, Sigrid (1995): Zur Weiblichkeit imaginärer Städte. In: FGS – Freiburger Zeitschrift für GeschlechterStudien 2-1995: Frauenräume. S.1-8.
  • Winker, Gabriele/Nina Degele (2009): Intersektionalität. Zur Analyse sozialer Ungleichheiten. Bielefeld: Transcript. S. 25-63.

oder

Aktive Teilnahme an einem Symposium mit Bericht/
Konzeption eines Symposiums mit Bericht

Bitte denkt daran, die Veranstaltungen als Leistungen auf HISinOne anzumelden. Zur Verrechnung schickt bitte eine Mail mit der entsprechenden Bestätigung der erbrachten Leistung durch die betreuenden Person an die Studiengangskoordination.

Student*innen können im Rahmen dieses Bereichs ein Symposium ihrer Wahl vorschlagen. Dieses muss nicht an der Uni Freiburg stattfinden, nur muss die Teilnahme vorab mit Marion Mangelsdorf abgesprochen werden.

Mitwirkung bei einer Lehrveranstaltung/
Durchführung einer Lehrveranstaltung

Der bzw. die Studierende vereinbart mit dem zuständigen Fachvertreter bzw. der zuständigen Fachvertreterin, bei welcher Lehrveranstaltung er bzw. sie mitwirkt bzw. welche Lehrveranstaltung er bzw. sie durchführt und welche Leistungen er bzw. sie hierbei erbringt.

Bitte denkt daran, die Veranstaltungen als Leistungen auf HISinOne anzumelden. Zur Verrechnung schickt bitte eine Mail mit der entsprechenden Bestätigung der erbrachten Leistung durch die betreuenden Person an die Studiengangskoordination.

Einführungstage Gender Studies | 06LE42S_WS22_Einführung

Dr. Marion Mangelsdorf
Anna Sator

Di 11.10.2022 10-16 Uhr Co-Creationraum

Mi 12.10.2022 10-16 Uhr Co-Creationraum

 

Die Stadt macht mit! - Eine intersektionale Lesart vom urbanen Raum | 06LE42S-Stadt-SoSe22

Shiqi Yu

Di 10-12 Uhr

HS 1227 KGI

In Henri Lefebvres Aufsatz Die Produktion des Raums (1974) zur räumlichen Praxis wird die soziale Konstruktion von Raum zum zentralen Thma. Sein Grundgedanke besteht darin, Raum nicht als passiven, physischen Behälter sozialer Aktionen oder als neutralen Rahmen, sondern als Produkt und Produzent der sozialen Praxis zu verstehen. Wir werden in diesem Seminar unser Augenmerk auf die verschiedenen Aspekte des Stadtraums richten, in welchem, nach Berichten der Vereinten Nationen (2008), die Mehrheit der Weltbevölkerung lebt. Es wird versucht, eine intersektionale Lesart zu praktizieren und die Wechselwirkungen zwischen ungleichheitsgenerierenden Kategorien, wie z. B. Geschlecht, Klasse oder Herkunft, mit dem urbanen Raum herauszuarbeiten. Anhand ausgewählter Quellen werden wir die Diskursivität des Stadtlebens, sowie die produktiven Aneignungsprozesse ihrer Bewohner*innen in Verhältnis zueinander setzen. Hierbei werden die medialen und literarischen Darstellungen (inklusive narrativer Erschließungen, Symboliken und Imagination) des Stadtraums erkundet.

Das Seminar wird als Präsenzveranstaltung geplant und beginnt mit einer interaktiven, kreativen theoretischen Einführung, wie der Stadtraum individuell unterschiedlich wahrgenommen wird. Die weiteren Sitzungen verteilen sich in vier Blöcke: Block 1. Stadt und Geschlecht, Block 2. Stadt, Klasse und Migration, Block 3. Die „andere“ Stadt: Pandemie und Dystopie. Für den Block 4. Stadt- und Naturraum ist Besichtigung einer Kunstaustellung in Planung.

Lernziele:
Sie können…
… einen Blick auf interessante Romane, Filme und Kunstausstellung werfen.
… die Inhalte vielfältiger Lektüre aus Urban Studies, Gender Studies und Migration Studies wiedergeben.
…. diese auf ausgewählte Gegenstände (Literatur und Film) anwenden, analysieren und interpretieren.
… Präsentations- oder Moderationstechniken im präsenten Klassenzimmer anwenden.

Termine  
Di 10 -12 Uhr
Anrechenbarkeit:  

  • Gender Studies: Forschungsorientiertes Studienprojekt (8 ECTS)

Leistungen für alle:

  • Aktive und regelmäßige Teilnahme und Vorbereitung inkl. regelmäßiger Lektüre
  • ggf. Übernahme einer Sitzungsgestaltung

Studienleistungen für Gender Studies (8 ECTS)

  • 3- bis 5-seitigen Bericht

Primärliteraturen, Filme und sonstige Quellen:
Literaturen:

  • Auszug freier Auswahl: Dündar, Özlem Özgül, Göhring, Mia/ Othmann, Ronya/ Sauer, Lea (Hg.) (2019): Flexen: Flaneusen schreiben Städte. Berlin: Verbrecher Verlag.
  • Iov, Margarita (2018): Das Wasser des Flusses Lot.
  • Tawada, Yoko (2018): Sendbo-o-te: Roman

Filme:

  • Akin, Fatih (2004): Gegen die Wand 2004
  • Graf, Dominik (2021): Fabian oder Der Gang vor die Hunde

ggf. weitere Möglichkeit auf Empfehlung

Forschungsliteraturen:

  • Henning-Mohr, Astrid (2018): Erzählen einer Gegenöffentlichkeit. Hamburger Filmproduktion und ihre Migrationsdiskurse. In: Fahnenbruck, Nele Maya/ Meyer-Lenz (Hg.): Fluchtspunkt Hamburg. Bielefeld: transcript Verlag 2018. S. 41-54.
  • Momić, Maja (2018): Das flüchtige Wohnen? (Wohn-)Alltag von Geflüchteten in Hamburg im Spannungsfeld zwischen Regelwerk und Wohnpraktiken. In: Fahnenbruck, Nele Maya/ Meyer-Lenz (Hg.): Fluchtspunkt Hamburg. Bielefeld: transcript Verlag 2018.S. 229-244.
  • Nünning, Vera/ Nünning, Ansgar (2004): Von der feministischen Narratologie zur gender-orientierten Erzähltextanalyse. S. 9-23. In: Nünning, Vera/ Nünning, Ansgar (Hg.): Erzähltextanalyse und Gender Studies. Weimar: Verlag J.B. Metzler Stuttgart 2004. S. 1-32.
  • Padawangi, Rita: The Vernacular and the Spectacular. Urban Identity and Architectural heritage in Southeast Asian Cities. In: Bracken, Gregory (Hg.): Asian Cities: Colonial to Global. Amsterdam University Press: 2015.
  • Weigel, Sigrid (1995): Zur Weiblichkeit imaginärer Städte. In: FGS – Freiburger Zeitschrift für GeschlechterStudien 2-1995: Frauenräume. S.1-8.
  • Winker, Gabriele/Nina Degele (2009): Intersektionalität. Zur Analyse sozialer Ungleichheiten. Bielefeld: Transcript. S. 25-63.