Aktuelle Lehrveranstaltungen Sommersemester 2020

Modul: Grundlagen der Gender Studies

Vorlesung zur Sozial- und Kulturgeschichte der Geschlechterverhältnisse mit Lektürekurs


Veranstaltung findet wieder im Wintersemester 2020/21 statt.

Masterseminare zu Geschlechterkonstruktionen


Myra Marx Ferree: Feminismen. Die deutsche Frauenbewegung in globaler Perspektive | 06LE42S-2020015

Prof. Dr. Nina Degele

Mi 16:00 – 18:00 Uhr
Übungsraum 1 (KG IV)

Diskussionen um Intersektionalität kommen nicht um soziale Bewegungen herum – zuallerletzt um Frauenbewegungen. Wie sich dies im historischen Vergleich der USA und Deutschlands darstellt, ist Thema Myra Marx Ferrees grundlegender Analyse der deutschen Frauenbewegung in globaler Perspektive. In diesem Seminar werden wir das Buch gemeinsam lesen, geschlechtertheoretisch, historisch und soziologisch kontextualisieren und auf seine Brauchbarkeit zur Analyse empirischer Phänomene überprüfen.

Schriftlicher Prüfungsnachweis:
Hausarbeit (schriftliche Ausarbeitung der Abschlusspräsentation)

Literatur:

  • Marx Ferree, Myra (2018) Feminismen. Die deutsche Frauenbewegung in globaler Perspektive. Ffm: Campus
  • Lenz, Ilse (2008) Hg. Die Neue Frauenbewegung in Deutschland. Abschied vom kleinen Unterschied. Eine Quellensammlung. Wiesbaden: VS
  • Walby, Sylvia (2010) The Future of Feminism. Cambridge: Polity Press

Muße. Ausnahmezustand in Krisenzeiten? Biopolitische Fragen an ein antikes Konzept!

Dr.'in phil. Marion Mangelsdorf
Nähere Beschreibung siehe Digitalen Seminarraum

Rechter Feminismus | 06LE42S-2020008

Dr. Dominique Schirmer

Do 16:00 – 18:00 Uhr
Übungsraum 1 (KG IV)

N.N.

Das Konzept „Mutter“ in der philosophischen Tradition rekonstruieren, Mutter(schaft) als Philosophem entwickeln | 06LE32S-20152PS

PD Dr. Andrea Günter

Mi 16:00 – 18:00 Uhr
HS 1034 (KG I)

N.N.

Gerechtigkeitskonzepte und Geschlechterverhältnisse | 00LE56S-20201

PD Dr. Andrea Günter

Do 14:00 – 16:00 Uhr
HS 1234 (KGI)

Wer unter geschlechterdemokratischen Fragestellungen über Gerechtigkeit nachdenkt, wird schnell unzufrieden. Das Unbehagen daran, dass so viele Geschlechterthemen immer noch ungelöst sind, hat nicht nur mit der Hartnäckigkeit gesellschaftlicher Verhältnisse oder einem fehlenden politischen Willen zu tun, sondern auch mit politischen und ethischen Konzepten. Gerade für das Konzept Gerechtigkeit gilt dabei, dass es seit Aristoteles immer ein Teil der patriarchalen Kultur war. Patriarchalisch konstruiert, kann Gerechtigkeit aber kaum zur Überwindung patriarchaler Geschlechterverhältnisse beitragen. Unter dieser Bedingung muss Geschlechtergerechtigkeit als ein eigenes Paradigma entwickelt werden. Dieser Problematik will sich das Seminar widmen. Hierfür werden unterschiedliche Gerechtigkeitskonzepte auf ihre Relevanz für Geschlechterpolitik hin gesichtet und feministische Gerechtigkeitsdiskurse diskutiert.

Literatur:

  • Aristoteles: Nikomachische Ethik, Reinbek bei Hamburg 1985, Auszüge
  • Aristoteles: Politik, Reinbek bei Hamburg 1981, Auszüge
  • Bocchetti, Alessandra: Ungerechtigkeit ist notwendig, in: Unterschiede 1994 (12) 22-23
  • Conrady, Claudia/Günter, Andrea: Denkwerkstatt Gerechtigkeit. Gerechtigkeit rekonstruieren, Geschlechterverhältnisse neu diskutieren, Rossbach 2018
  • Frankfurt, Harry G.: Ungleichheit. Warum wir nicht alle gleich viel haben müssen, Berlin 2016
  • Fraser, Nancy/ Honneth, Axel (Hg.): Umverteilung oder Anerkennung? Eine politisch-philosophische Kontroverse, Frankfurt/M. 2003
  • Gerhard, Ute: Unrechtserfahrungen. Über das Aussprechen einer Erfahrung mit Recht, das (bisher) keines war, in: Susanne Opfermann (Hg.), Unrechtserfahrungen. Geschlechtergerechtigkeit in Gesellschaft, Recht und Literatur, Königstein/Taunus 2007, 11-30
  • Günter, Andrea: Sonne der Gerechtigkeit. Genealogische Anthropologie, Epistemologie und Geschlechterverhältnisse, in: Thomas Weisser (Hg.), Gender- Theorie oder Ideologie? Streit um das christliche Menschenbild, Freiburg, Basel, Wien 2017, 215-231
  • Haug, Frigga: Moral ist zweigeschlechtlich wie der Mensch, in: dies., Erinnerungsarbeit, Hamburg 1990, 90-130
  • Pauer-Studer, Herlinde: Geschlechtergerechtigkeit: Gleichheit und Lebensqualität, in: Herta Nagl-Docekal, Herlinde Pauer-Studer (H.), Politische Theorie. Differenz und Lebensqualität, Frankfurt/Main 1996, 54-95
  • Nagl-Docekal, Herta: Liebe, die Gerechtigkeit fordert. Eine universalistische Konzeption, in: Mechthild M. Jansen u.a., Gerechtigkeit, von Philosophinnen gesehen, Polis 35, Dokumentation der Fachtagung, Wiesbaden 2011
  • Platon, Politeia, verschied. Ausgaben, Auszüge
  • Pimminger, Irene: Geschlechtergerechtigkeit. Ein mehrdimensionaler Bewertungsrahmen, in: Rendtorff, Barbara u.a. (Hg.): 40 Jahre feministische Debatten. Resümee und Ausblick, Weinheim 2014, 163-176
  • Zamboni, Chiara: Der Weg der Tugend und der symbolischen Sprache, in: DIOTIMA: Die Welt zur Welt bringen. Politik, Geschlechterdifferenz und die Arbeit am Symbolischen, Königstein 1999, 235-244

Feministische Bewegungen in Lateinamerika | 06LE06_S_SoSe2020

Dr. Ingo Rohrer

Mo 12:00 – 14:00 Uhr
R 00 016 (Wilhelmstraße 26)

In den vergangenen Jahren hat der Kampf um Gleichberechtigung in vielen lateinamerikanischen Ländern an Intensität zugenommen. Ausgehend von der Bestürzung über die hohe Anzahl von häuslicher Gewalt und Femiziden sind neue Bewegungen und Protestformen entstanden, die sich zusehends lokal, international und global vernetzten. Im Zuge dessen sind auch Themenfelder wie Micro-Machismo, Abtreibungsrechte, geburtshilfliche Gewalt oder geschlechtersensibler Sprachgebrauch verstärkt aufgegriffen und popularisiert worden. Die feministischen Bestrebungen treffen allerdings auf zähen Widerstand haben aber gleichzeitig auch mit inneren Spannungen zu kämpfen, die sich zum Beispiel entlang von Fragen nach den Aktionsformen, der Aushandlung von Weiblichkeit und Männlichkeit oder dem Verhältnis zu Transsexualität festmachen. Bei der Betrachtung dieser Auseinandersetzungen ist es wichtig zu berücksichtigen, dass die feministischen Bewegungen Lateinamerikas äußerst vielfältig und in unterschiedliche kulturelle und gesellschaftliche Kontexte eingebunden sind. Dementsprechend entstehen auch Spannungsfelder im Hinblick auf ethnischen Zugehörigkeiten, indigenen Vorstellungen, religiösen Überzeugungen, Klassenunterschieden, Stadt/Land Beziehungen, usw.
In diesem Seminar werden wir uns neben der Auseinandersetzung mit theoretischen Beiträgen vor allem anhand von konkreten Beispielen den aktuellen Bewegungen widmen. Dabei sollen jedoch auch die historischen Perspektiven nicht aus den Augen verloren werden, um zu ergründen welchen politischen Traditionen sich gegenwärtige Bestrebungen verpflichtet fühlen.

Prüfungsleistung:
Regelmäßige Teilnahme
Lektüre der Pflichttexte
Bearbeitung der Aufgabenstellung
Aktive Mitarbeit
Schriftliche Hausarbeit

Sex und der Koran: von Liebe, Lust u. feministischer Exegese | 06LE15S-SKLLfE

Dr. Katrin Simon

Do 10:00 – 12:00 Uhr
HS 3101 (KG III)

N.N.

Gender in Contemporary Genres | 05LE02S-SS2007

PD Dr. Nicole Falkenhayner

Mo 10 :00 – 12 :00 Uhr
HS 1231 (KG I)

In this class, we will discuss the negotiation of gender in various contemporary genres and media, from novels and short stories to television series, psychogeography, reality tv, and graphic novels. We will pay special attention to intersectional contexts revealed in the texts, as well as the different affordances through which the various genres and media forms negotiate and position gender, between expressions of interiority, entertainment and resistance.

Prüfungsleistung:
Final essay due 31.8.2020

Literatur:
Please obtain the following books:

  • Margaret Atwood, The Testaments (2019)
  • Sarah Hall, Madame Zero (2017)
  • Nnedi Okorafor, Lagoon (2014)
  • Marjane Satrapi, Persepolis (2008)
Additional primary and secondary material will be made available at the beginning of the semester.

Vorlesung zu Gender in den Technik-, Natur-, und Medizinwissenschaften mit Lektürekurs


Ringvorlesung Gender in den Technik-, Natur- und Medizinwissenschaften / Lecture Series Gender in Technology, Science and Medicine | 11LE13RI-1330

Di, 16:00-18:00 Uhr
R00 017 (G.-Köhler-Allee 101)

Prof. Dr. Anelis Kaiser Trujillo
Prof. Dr. Evelyn Ferstl
weitere Lehrpersonen

Diese Ringvorlesung führt in Themen der Genderforschung in den Technik- und Naturwissenschaften ein. Gastdozent_innen aus verschiedenen Disziplinen geben einen Überblick über ihren speziellen Forschungsbereich im Hinblick auf gender-relevante Fragestellungen. Die Veranstaltung ist vor allem für Studierende der Genderforschung konzipiert, es sind jedoch alle Interessierten herzlich willkommen.


Masterseminare zu Gender in den Technik-, Natur-, und Medizinwissenschaften


Genderaspekte in der Kognition | 03LE19S-ID021102 |

Mo, 18:00 - 20:00 Uhr
Hermann-Herder-Str. 9, Seminarräume R 00 018/ R 00 018A

Prof. Dr. Evelyn Ferstl

N.N.

Gender und Technologie -Proseminar - am Lehrstuhl Gender Studies in MINT | 11LE13S-510-26

Prof. Dr. Anelis Kaiser Trujillo

Fr 10:00-12:00 Uhr
SR 02-017 (G.-Köhler-Allee 052)

Dieses Seminar untersucht die Bedeutung von Geschlecht in Technologie und technologischen Forschungsfeldern. Ausgehend von zentralen Publikationen aus dem Fachgebiet geht es in diesem Seminar um die vergeschlechtlichte Natur von Technologie, um die Rolle von Frau und Mann in diesem Feld und um die Vorstellungen von Geschlecht, die in technologischen Disziplinen vorherrschen. Basierend auf einer Vielzahl von Beispielen aus verschiedenen technologischen Unterdisziplinen wird diskutiert werden, wie Geschlecht in technologische Geräte und in technologische Disziplinen eingeschrieben wird. Studentinnen und Studenten werden mit Wissen und Methoden der Sozialwissenschaften und Gender Studies ausgestattet, dadurch werden ihre interdisziplinären Fähigkeiten gefördert. Diese Seminar hat Einführungscharakter.

Die Studierenden lernen aktuelle Theorien und zentrale Fragen der Gender Studies in den MINT-Fächern kennen. Sie entwickeln ein wissenschaftliches Verständnis für Geschlecht als Kategorie in den Sozialwissenschaften und in der Wissenschaftsforschung und lernen, grundlegende Methoden der theoretischen und empirischen Geschlechterforschung anzuwenden. Fachübergreifende Ansätze werden unterrichtet.

 

Medikalisierung als Machttechnik - feministische und queere Kritiken an der Sexualmedizin | 00LE62S-LAS-IN0021

University College Freiburg

Fr 9:00-12:00 HS1036 (KG I)

Die Lehrveranstaltung will sich mit verschiedenen historischen und aktuellen Medikalisierungen von Weiblichkeit, Trans- und Intergeschlechtlichkeit sowie nicht-heteronormativen Sexualitäten auseinandersetzen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Kritiken an der (Sexual-)Medizin, die aus queerer und feministischer Perspektive formuliert wurden und werden. Dabei soll es um Fragen nach Normierung, Disziplinierung und (Re-)Produktion (hetero-)sexistischer Verhältnisse durch die Medizin gehen, welche mit Michel Foucaults Begriffen Biopolitik und Biomacht analysiert werden sollen.
Die Veranstaltung will u.a. auf folgende Themen Schlaglichter werfen:

  • Kulturelle Konstruktion von Gesundheit und Krankheit
  • Disability Studies
  • Frigidität und Hysterie als frauenfeindliche Machttechniken
  • die feministische Gesundheitsbewegung der 1970-80er
  • Menstruationsdiskurse
  • Gewalt in der Geburtshilfe, Institutionalisierung der Gynäkologie
  • Care-Arbeit im medizinischen Sektor
  • Gender Medicine
  • Pathologisierung von Trans- und Intergeschlechtlichkeit
  • Konversionstherapien an schwulen, lesbischen, bisexuellen und asexuellen Personen
  • Normative Verwandtschaftskonstruktionen in der Forschung zu Uterustransplantationen

Das Seminar will zum einen die Beschäftigung der Gender Studies und des Feminismus mit der Medizin hervorheben und anregen. Zum anderen sollen Studierende ermächtigt werden, anhand zugänglicher und praxisrelevanter Beispiele die Interaktionen zwischen Aktivismus und Wissenschaft und damit auch die Wissenschaftskommunikation innerhalb sozialer Bewegungen zu reflektieren. Die Studierenden erlernen Wissen dazu, wie Geschlechter- und Sexualitätsordnungen durch die Medizin (re-)produziert werden und welche Kritiken daran bereits formuliert wurden. Sie können die Medizin als Normierungsinstanz im gesamtgesellschaftlichen Kontext analysieren und die medizinischen Normierungen auf verschiedenen Ebenen einordnen.

Seminar zu Gendermainstreaming in gendersensitiven Berufsfeldern


Gender-und Diversity-Training  | 06LE42S-SGT

Jenny J* Moos

24.4.2020, 9:00 –12:00 und 14:00 –17:00

19.6.2020, 9:00 –12:00 und 14:00 –17:00

KG IV, ÜR 2

Was meinen wir, wenn wir von Diversity reden? Welche Persönlichkeitsmerkmale und Dimensionen sind relevant? Was unterscheidet und was verbindet Antidiskriminierungs-und Managementansätze? Wie können wir theoretische Gender-und Diversity-Modelle in berufliche Praxis übersetzen? Das zweitägige Training sensibilisiert für Gender und Diversity als Querschnittsaufgabe in Organisationen und Gesellschaft. Dabei widmen wir uns sowohl der Herkunft und den Inhalten unterschiedlicher Diversity-Konzepte alsoauch den damit verbundenen Potentialen.

Methoden: Impulsvorträge, Fallbeispiele, interaktive Übungen
Zielgruppe: Masterstudierende der Gender Studies der Universität Freiburg

Das Training richtet sich an Masterstudierende der Gender Studies. Die Bereitschaft zur Selbstreflexion ist willkommen. Nach dem erfolgreichen Absolvieren des Trainings erhalten die Teilnehmenden ein persönliches Teilnahmezertifikat.ECTS-Punkte können durch die Entwicklung und Durchführung (Studienleistung) sowie die schriftliche Dokumentation (Prüfungsleistung) einer eigenen Sensibilisierungsübung erlangt werden. Die Übung wird am zweiten Trainingstag zusammen mit allen Teilnehmenden erprobt.

Vorlesungsreihe „Freiburger GeschlechterStudien" mit Begleitseminar


Verschränkte Ungleichheiten in historischer Perspektive. | 06LE11V-20207

Eine Ringvorlesung, organisiert durch den akademischen Mittelbau

Mo, 18:00–20:00 Uhr  Raum 1098 (KG I)
Verantwortliche: Mirjam Höfner, Christa Klein, Marie Muschalek

Soziale Ungleichheiten sind ein zentrales Thema der Geschichtswissenschaft. Doch häufig werden sie unabhängig voneinander – etwa als Ständeunterschiede, Religionskonflikte, Geschlechterverhältnisse oder kolonialer Rassismus – und weniger in ihren konkreten Konstellationen und Kombinationen untersucht. Differenzen innerhalb verschiedener Gruppierungen – etwa zwischen Frauen verschiedener Hautfarbe, Religion, Klasse, Sexualität und Körper – und die damit verbundenen spezifischen Ausschluss-, Benachteiligungs- und Privilegierungsmechanismen geraten so in den Hintergrund. Die isolierte Betrachtungsweise des „All the Women Are White, All the Blacks Are Men“ wurde bereits 1851 von Sojourner Truth in ihrer berühmt gewordenen Rede „Ain’t I a woman“ angeprangert. Spätestens seit Kimberlé Crenshaws 1989 erschienenem Aufsatz wird die Verschränkung von race, class, gender etc. unter dem Label Intersektionalität verhandelt. In dieser Ringvorlesung gehen Angehörige des Mittelbaus des Historischen Seminars und angrenzender Fächer schlaglichtartig dem Wandel und der Diversität sozialer Ungleichheiten in ihren jeweiligen Verschränkungen nach. Mit einem breiten Spektrum an politik-, sozial-, wirtschafts- und kulturgeschichtlichen Perspektiven diskutieren und vergleichen die Vortragenden unterschiedliche Epochen und Weltregionen und fragen, wie Kategorien wie Stand, Glaube, Sprache, Nationalität etc. Identitäten, Diskurse, Institutionen und deren Zusammenhang strukturierten. So können spezifische Konstellationen von Ungleichheit aufgedeckt und der kritische Blick für Gegenwartsdiagnosen geschärft werden.
Die Vorlesung schließt mit einer Klausur am 20.07.2020.

Literatur:
Bähr, Matthias/Florian Kühnel, Florian (2018): Verschränkte Ungleichheit. Praktiken der Intersektionalität in der Frühen Neuzeit (Zeitschrift für Historische Forschung. Beihefte, Bd. 56), Berlin: Duncker & Humblot.
Bell-Scott, Patricia/Akasha Hull/Barbara Smith (1993): All the Women Are White, All the Blacks Are Men, But Some Of Us Are Brave. Black Women's Studies, New York et al.: Feminist Press.
Crenshaw, Kimberlé (1989): Demarginalizing the Intersection of Race and Sex. A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics, in: University of Chicago Legal Forum 139, pp. 139–168.
Lingelbach, Gabriele/Anne Waldschmidt (2016) (Hg.): Kontinuitäten, Zäsuren, Brüche Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen in der deutschen Zeitgeschichte, Frankfurt; New York: Campus.
Winker, Gabriele/Nina Degele (2011) Intersektionalität als Beitrag zu einer gesellschaftstheoretisch informierten Ungleichheitsforschung. in: Berliner Journal für Soziologie 21, S. 69–90.

Begleitseminar:

Intersektionalität methodologisch | 06LE42S-2020006

Prof. Dr. Nina Degele

Mittwoch 29.04., 13.05, 27.05., 17.06., 1.7., 16–20,

Freitag 10.07, 10–16:00 Uhr ct.  (Einzeltermin)
Übungsraum 1 (KG IV)

Die Geschlechterforschung hat sich seit ihrem Entstehen in den siebziger Jahren dafür stark gemacht, den vorliegenden soziologischen Theorien und Perspektiven nicht nur eine weitere hinzuzufügen. Dazu hat sich das Konzept der Intersektionalität als Instrument zur Analyse sozialer Ungleichheiten weitgehend durchgesetzt. Gemeint sind damit Wechselwirkungen zwischen ungleichheitsgenerierenden Dimensionen wie Geschlecht, race und Klasse; je nachdem auch Sexualität, Religionszugehörigkeit, (Dis-)Ability, Alter und andere. In der Forschung behandelte Ebenen sind dabei gesellschaftliche Strukturen (wie es die feministische Forderung nach einem social re-turn nahelegt), interaktive Identitätskonstruktionen (aus dem konstruktivistischen Forschungsumfeld zu doing gender und doing difference) oder symbolische Repräsentationen, die in diskurstheoretischen Ansätzen aus dem poststrukturalistischen Umfeld eine Rolle spielen. In diesem Seminar werden wir nach einem historischen und theoretischen Überblick zu Intersektionalität qualitative Forschungsmethoden wie etwa Gruppendiskussionen verwenden, um intersektionales Forschen zu üben. Dazu werden wir auf Erkenntnisse und Gruppendiskussionen des Methodenseminar im letzten Semester zurückgreifen.

Das Seminar kann von Genderstudierenden als Methodenseminar, Masterseminar, Begleitseminar für die Ringvorlesung Geschichte intersektional sowie als Grundlage für ein forschungsorientiertes Studienprojekt belegt werden.

oder:

Intensivseminar Intersektionalität | 06LE42VG-VFGB_So20


Anna Sator, Maria Eitel

Einzeltermin:
Mi, 22.4.20 10 10:00-12:00 Uhr (im ZAG)

Blocktermin:
Fr, 26.06.20 10:00-18:00 Uhr (im ZAG)
Fr, 03.07.20 10:00-18:00 Uhr

Intersektionalität bezeichnet sowohl eine (theoretisch wie aktivistisch motivierte) Forschungsperspektive als auch eine Analyse verschiedener Ungleichheitsformen, die sich jeweils spezifisch überkreuzen und bestimmte Formen ungleicher Herrschafts- und Machtverhältnisse hervorrufen – kurz: historisch-kontextuell spezifische Diskriminierungs- und Privilegierungsformen können damit analysiert und erklärt werden. Das Begleitseminar zur Vorlesung "Verschränkte Ungleichheiten" soll zum einen die Möglichkeit bieten, die Vorlesungsinhalte zu reflektieren und zum anderen den Raum eröffnen, sich mit den verschiedenen theoretischen und methodischen Ansätzen aus der Intersektionalitätsforschung vertraut zu machen. Das Seminar ist als Blockveranstaltung konzipiert mit einer kurzen Organisationseinheit am Anfang des Semesters und zwei inhaltlichen Blöcken gegen Ende. In diesen zwei Intensiv-Sitzungen sollen unterschiedliche Ansätze zur Diskussion gestellt werden wie auch die Gelegenheit geboten werden, eigene Arbeiten vorzustellen. Erwartet werden aktive Teilnahme, je ein Sitzungsprotokoll und eine Präsentation, die inhaltlich entweder einem Ansatz entspringt, der in den Vorlesungen vorgestellt wurde, oder eigenen Überlegungen entstammt. Zusammen mit der Vorlesung Verschränkte Unleichheiten in historischer Perspektive werden 8 ECTS angerechnet.
Alles Weitere wird in der ersten Sitzung besprochen.


Forschungskolloquium


Forschungskolloquium Gender Studies / Research Seminar Gender Studies | 11LE13K-1331

Di 10:00 - 12:00 Uhr
 R 00 013 Belfortstr.20, Vorderhaus, Erdgeschoss

In diesem Kolloquium werden Master-Studierende über laufende Forschungsprojekte (Konzept und Methoden sowie Ergebnisse) berichten und die Gelegenheit haben, ihre Arbeit kritisch und konstruktiv zu diskutieren. Es ist angedacht, dass auch geladene Forschende oder Mitarbeitende des ZAGs ihre aktuelle Forschung präsentieren.

Di, 21.04.2020 Willkommen und Terminabsprache
Di, 28.04.2020 Elisabeth Cheauré
Di, 05.05.2020 -
Di, 12.05.2020

!ACHTUNG!

16-18 Uhr im ÜR2

Yves Müller
Über die Anwendbarkeit der Kategorie Männlicchkeit in der historischen NS-Forschung
Di, 19.05.2020
Di, 26.05.2020
Di, 02.06.2020 Pfingstferien
Di, 09.06.2020
Di, 16.06.2020
Di, 23.06.2020
Di, 30.06.2020
Di, 07.07.2020
Di, 14.07.2020
Di, 21.07.2020

Forschungskolloquium 


Forschungskolloquium Gender Studies / Research Seminar Gender Studies | 11LE13K-1331

Di 10:00 - 12:00 Uhr
 R 00 013 Belfortstr.20, Vorderhaus, Erdgeschoss

In diesem Kolloquium werden Master-Studierende über laufende Forschungsprojekte (Konzept und Methoden sowie Ergebnisse) berichten und die Gelegenheit haben, ihre Arbeit kritisch und konstruktiv zu diskutieren. Es ist angedacht, dass auch geladene Forschende oder Mitarbeitende des ZAGs ihre aktuelle Forschung präsentieren.

Di, 21.04.2020 Willkommen und Terminabsprache
Di, 28.04.2020 Elisabeth Cheauré
Di, 05.05.2020 -
Di, 12.05.2020 Yves Müller
Di, 19.05.2020
Di, 26.05.2020
Di, 02.06.2020 Pfingstferien
Di, 09.06.2020
Di, 16.06.2020
Di, 23.06.2020
Di, 30.06.2020
Di, 07.07.2020
Di, 14.07.2020
Di, 21.07.2020

Forschungsorientiertes Studienprojekt

Es ist selbständig ein Studienprojekt (z.B. empirische Studie, Feldforschung, Projekt in einer Einrichtung, die in einem für das Fach Gender Studies relevanten Bereich tätig ist) zu entwickeln und in
Absprache mit den zuständigen Lehrenden zu planen, durchzuführen und auszuwerten.
Die Anerkennung des Studienprojekts setzt voraus, dass es von dem zuständigen Fachvertreter bzw.
der zuständigen Fachvertreterin vorher genehmigt wurde und der bzw. die Studierende einen wissenschaftlichen Projektbericht in schriftlicher Form vorlegt

oder

Aktive Teilnahme an einem Symposium mit Bericht/
Konzeption eines Symposiums mit Bericht

Mitwirkung bei einer Lehrveranstaltung/
Durchführung einer Lehrveranstaltung

Der bzw. die Studierende vereinbart mit dem zuständigen Fachvertreter bzw. der zuständigen Fachvertreterin, bei welcher Lehrveranstaltung er bzw. sie mitwirkt bzw. welche Lehrveranstaltung er bzw. sie durchführt und welche Leistungen er bzw. sie hierbei erbringt.

Geschlechterforschung und Literaturwissenschaft. Eine Einführung | 05LE10S-201129 (zusätzl. Veranstaltung)

R3 (Bismarkallee 22)
Louise Brucklacher (MA)

Di 10:00 – 12:00 Uhr

‚Gender‘ ist im 21. Jahrhundert in aller Munde: Während die einen mit »Gender-Gaga« (Birgit Kelle) nichts anzufangen wissen, sehen andere darin den »Sargnagel der Frauenemanzipation« (EMMA 2017). Der aus der anglophonen Soziologie stammende Analysebegriff wird medial immer wieder zum Kampfbegriff stilisiert.
Fern von umstürzlerischem „Wahnsinn“ meint ‚Gender‘ jedoch zunächst das soziale Geschlecht, dessen Konzeption einem historischen wie kulturellen Wandel unterliegt. Das soziale Geschlecht ist folglich nicht als feste Größe (essentialistisch ‚männlich‘ vs. ‚weiblich‘), sondern als soziokulturell bedingtes Konstrukt zu verstehen.
Die Frage nach der sozialen ‚Rolle‘ der Frau war bereits Thema der feministisch orientierten Frauenforschung, der allerdings eine relativ statische Vorstellung von Zweigeschlechtlichkeit zugrunde lag. Gender Studies hingegen wollen zeigen, dass auch das binär organisierte System der beiden Kategorien ‚Frau‘ und ‚Mann‘ permanent hergestellt wird. Geschlecht wird hier vorranging als performativer Akt verstanden.

Im Seminar sollen zunächst die Forschungsgeschichte des relativ jungen Faches (vom Feminismus über die Frauenforschung zu den Gender Studies) nachvollzogen und wirkmächtige Texte (Simone de Beauvoir, Judith Butler) besprochen werden. Auf dieser Basis wird nach der Fruchtbarkeit genderorientierter Ansätze für die Literaturwissenschaft gefragt und verschiedene Anwendungsfelder (etwa weibliche Autorschaftsinszenierung, historische Geschlechterdiskurse, literarische Konstruktion von Geschlecht, Kanonforschung, Zusammenhang von Gattung und Genre) paradigmatisch exploriert. Gleichzeitig sollen die ausgewählten Analysetexte (u.a. Catharina von Greiffenbergs Lyrik, Annette von Droste-Hülshoffs Judenbuche, Heinrich von Kleists Verlobung in Santo Domingo, Theodor Fontanes Effi Briest, Hedwig Dohms Wie Frauen werden und Irmgard Keuns Das kunstseidene Mädchen) aus philologisch-ästhetischer Perspektive betrachtet und auf ihre jeweilige produktions- und wirkungsästhetische Gestaltung sowie Traditionseinrückung hin analysiert werden.

 

Feminist Theory | 05LE02Ü-SS2004 Übung

PD Dr. Nicole Falkenhayner

Di 14:00 – 16:00 Uhr
R 104 (Breisacher Tor)

This reading group will provide you with an overview of the classic texts of the history of feminist literary and cultural theory as well as ample room for discussion.