Aktuelle Lehrveranstaltungen Sommersemester 2022

Für einen besseren Überblick und damit ihr das jeweilige Kurspensum besser einschätzen könnt, nochmal der Hinweis: 1 ECTS umfasst ca. 30 Arbeitsstunden.

Beachtet, dass die Veranstaltungen je nach Fakultät unterschiedliche Anmeldezeiträume haben. Diese findet ihr auf HISinOne, wenn sie hier nicht vermerkt sind. Solltet ihr Probleme bei der Anmeldung haben, wendet euch am besten direkt an die jeweiligen Dozierenden.

Angaben zur Veranstaltungsform finden sich auf HISinOne. Es werden einige Veranstaltungen hybrid oder online angeboten. Aktuelle Informationen zur Hygieneverordnung der Uni finden sich hier.

Informationen zum Corona-Virus und Links zu verschiedenen Informations- und Hilfeseiten finden sich hier auf unserer Homepage.

weitere Infos zur Anmeldungen etc. findet ihr im Modulhandbuch: https://www.zag.uni-freiburg.de/gender-studies/masterstudiengang-gender-studis/modulhandbuch/

Vorlesung zur Sozial- und Kulturgeschichte der Geschlechterverhältnisse mit Lektürekurs 06LE42V–VGSK


Diese Veranstaltung findet nur im Wintersemester statt!

Masterseminare zu Geschlechterkonstruktionen


Transformationen für 1,5 Grad | 06LE42S-2022003

Prof.in Dr.in  Nina Degele

Mi 16-20Uhr (14-tägig)
Übungsraum 1 KG VI

Nachhaltigkeit ist mit sozialem Wandel verbunden – oder auch nicht? Das hat mit unterschiedlichen Vorstellungen von Zukunft zu tun. Beispielsweise verpflichtete sich die Weltgemeinschaft mit dem Pariser Klimaabkommen von 2015, für die Begrenzung der globalen Erderhitzung auf 1,5 Grad Celsius die Treibhausgasemissionen massiv zu reduzieren. Ob und wie dies mit welcher Form von Veränderungen verknüpft ist, werden wir in diesem Seminar analysieren. Dazu greifen wir erstens auf Theorien sozialen Wandels wie auch sozialer Transformationen zurück, vergleichen zweitens verschiedene Diagnosen und Lösungsvorschläge – wie etwa zivilgesellschaftlich, anarchistisch, rechtlich, feministisch, staatlich, ökonomisch oder medial und wenden dies drittens auf empirische Fallbeispiele an.

Literatur zum Einstieg: 

  • Bauriedl, Sybille (2013) Geschlechterperspektiven auf Klimawandel und -politik. in: Sabine Hofmeister/Christine Katz/Tanja Mölders (Hrsg.) Geschlechterverhältnisse und Nachhaltigkeit. Die Kategorie Geschlecht in den Nachhaltigkeitswissenschaften. Opladen: Barbara Budrich. 235-244
  • Cox, Roger (2012) Revolution Justified. planetprosperity.org
  • Feola, Giuseppe (2015) Societal transformation in response to global environmental change: A review of emerging concepts, in: 44: 376–390
  • Fraser, Nancy (2021) Climates of capital. For a Trans-Environmental Eco-Socialism. in: New Left Review 127, Jan/Feb 2021. 94-127
  • Malm, Andreas (2020) Wie man eine Pipeline in die Luft jagt. Berlin: Matthes & Seit

zu erbringende Leistung:
schriftliche Prüfungsleistung: Hausarbeit (8-12 Seiten)
mündliche Prüfungsleistung:Präsentation im Seminar oder mündlich Prüfung im Anschluss an das Seminar

Icons meet Icons. Postmoderne Gender_Diskurse in Kunst, Popkultur und Kitsch | 01LE17S-20221-S-DogQ3

Prof.in Dr.in  Elke Pahud de Mortanges

Fr 13-17Uhr (29.04., 06.05., 20.05., 24.06.)
Sa 9-14Uhr (07.05., 21.05., 25.06.)

Psychiatrie und Geschlecht | 06LE42S-2022006

Karina Korecky

Do 10-12 Uhr, Mediaraum KG VI

Zwischen Selfie-Harm und Empowerment: Inszenierungsformen des weiblichen Körpers in medienkonvergenten Kontexten | 05LE54S-252

Dr. Anna Sennefelder

Di 10-12Uhr R4, Bismarkallee 22

Welches Bild haben Sie vor Augen, wenn sie an die Darstellung einer Frau denken? Schießt Ihnen vielleicht das Bild der schwangeren, blumenumrankten Beyoncé, das 2017 auf Instagram gepostet wurde, in den Kopf? Oder ein Renaissance-Bild der heiligen Mutter Gottes (und damit eine der mannigfachen Repräsentationen des männlichen Blicks auf die Frau)? Oder ein Selbstportrait von Frida Kahlo? Die Geschichte weiblicher Selbstdarstellung ist sehr lang, sehr facettenreich und, wie immer, wenn es um weibliche Selbstkonstitution geht, eng verbunden mit den Machtverhältnissen in bestimmten Gesellschaften. Sie korreliert aber auch mit den medialen Formaten, die den Frauen zur Inszenierung Ihrer Körper jeweils zur Verfügung stehen – wobei weibliche Körperinszenierung leicht gleichgesetzt wird, mit der Inszenierung des weiblichen ‚Selbst‘, ein höchst problematischer Automatismus, mit dem wir uns im Seminar beschäftigen werden.
Ausgehend von dem aktuellen Fokus auf Selfie-Harm und zahlreichen sozialpsychologischen Studien, die negative Folgen für das Körperbild junger Frauen in Zusammenhang mit der Nutzung Sozialer Medien nahelegen, werden wir im Seminar gemeinsam erörtern, ob unsere gegenwärtigen medialen Möglichkeiten zur Selbstinszenierung eher weibliches Empowerment oder eher einen Backlash hin zu problematischen Vorstellungen weiblicher Körper mit sich bringen und dabei immer wieder auf bestimmte historische Entwicklungen rekurrieren. Dabei handelt es sich um eine dezidiert neue Frage, deren Ausgang völlig offen ist – insofern ist eine intensive Mitarbeit, bei der Erfahrungswissen und Recherchekompetenzen ineinanderwirken, unabdingbar.
Da es sich bei dieser LV um ein Blockseminar handelt, sind die im Seminarplan genannten Texte und Aufgaben für den erstem Block bereits zu den im Plan genannten Terminen zu erledigen.
Während des ersten Blocks befassen wir uns mit theoretischen Grundlagen und den zentralen historischen Etappen (Medienkonvergenz, Selbstinszenierungsformen in den Sozialen Medien, Geschichte der medialen Inszenierung weiblicher   Körper), im zweiten Block werden die Seminarteilnehmer*innen kurze Präsentationen in Kleingruppen übernehmen (Live-Referate, Videos und Podcasts, die vorab allen zur Verfügung gestellt werden) und anhand von ausgesuchten Einzelbeispielen (Soziale Medien, Musikvideos, Werbung, Comics, Fotografie, Kunst, Kino) die Frage diskutieren, inwiefern aktuelle mediale Kontexte und Konvergenzen weibliche Selbstdarstellung vielfältiger und bereichernder oder normativer und problematischer machen.

Lernziele:
Affektive Lernziele

  • Lernen, eine offene oder dezidiert kritische Haltung gegenüber bestimmten Narrativen und medialen Vermittlungssituationen einzunehmen
  • bereit sein sich die Mühe zu machen, Theorien in Ihrem argumentativen Aufbau nachzuvollziehen und kritisch zu hinterfragen
  • offen sein für paradoxale Strukturen und nicht auflösbare Dilemmata

Kognitive Lernziele

  • Eigenständig demonstrieren können, in welchen gesellschaftlichen Bereichen und in welchen spezifischen medialen Formaten sich das im Seminar erarbeitet Wissen findet
  • Fähig sein, eigenständig Thesen zu dem komplexen Verhältnis von weiblicher Selbstinszenierung und medialen Möglichkeiten zu formulieren

Biopolitik - Geschichte und Probleme des Begriffs | 06LE42S-2022005

Karina Korecky

Mo 10-12Uhr Mediaraum KG VI

Die Belegung der Veranstaltung ist ab dem 1. April möglich, die TeilnehmerInnenzahl ist auf maximal 20 begrenzt. Bitte um Voranmeldung zusätzlich zur Belegung per Mail auch bei der Dozentin karina.korecky@soziologie.uni-freiburg.de – Danke!

Unter Biopolitik wird meist ein Politikfeld verstanden, das von der Bevölkerungs- über die Familienpolitik bis zur Regelung des Gesundheitswesens und der Anwendung von Biotechnologien reicht. Soziologisch stellt sich die Frage, wie der Gegenstand der Biopolitik entstanden ist und verstanden werden kann: Was ist „Bios“ oder das „Leben“, auf das sich Politik richten kann und von welcher „Politik“ ist dabei die Rede? Michel Foucault, Theoretiker der Biopolitik, fasst darunter die „Abstimmung der Menschen- mit der Kapitalakkumulation“ (Der Wille zum Wissen), die im 19. Jahrhundert eine „politische Anatomie des Körpers“ (ebd.) mit einer Machttechnik zusammenführt, die sich auf den Gesellschaftskörper richtet.

Was Foucault damit gemeint hat, welche gesellschaftlichen Phänomene (Rassenhygiene, Eugenik) er darin auf welche Weise in kritischer Absicht zurückweist, werden wir uns zu Beginn des Seminars erarbeiten. Im Anschluss lesen wir bedeutende, an Foucault anknüpfende Rezeptionen (Haraway, Negri/Hardt, Agamben, Esposito, Vatter) und vergegenwärtigen uns einige Meilensteine der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um Biopolitik (Entstehung der Medizinsoziologie; feministische Kritik; Institutionalisierung der Bioethik).

Kriegerinnen | 05LE10S-221311

Dr. Michael Ott

Di 14-16Uhr HS3214 KG III

Männer laufen (oder reiten) mit ihren Waffen durch die Gegend, töten Drachen, Menschen und befreien Frauen in Nöten – man kennt das zur Genüge. Was aber ist eigentlich mit den Frauen? Kann man auch von kämpfenden Frauen erzählen? Und wenn dem so sein sollte: Wie erzählt man von ihnen? Wir werden uns in diesem Seminar auf die Suche begeben, beispielsweise im »Nibelungenlied«, im »Willehalm« Wolframs von Eschenbach und im »Eneasroman« Heinrichs von Veldeke. Außerdem lesen und diskutieren wir einschlägige Forschung, die uns (unter anderem) auf das Feld der Geschlechterstudien führen wird.

Lernziele:
Vertiefung der Analysekompetenz hinsichtlich epischer Texte des Mittelalters; Auseinandersetzung mit thematisch einschlägiger Forschung sowie mit den Geschlechterstudien.

zu erbringende Leistung:

  • Regelmäßige Teilnahme, Vorbereitung der Sitzungen, Beteiligung an Arbeitsgruppenphasen im Seminar
  • 10 ECTS: schriftliche Hausarbeit (ca. 25 S. à ca. 400 Wörter).
In die Bewertung Ihrer Prüfungsleistung fließt neben der inhaltlichen Qualität Ihrer Arbeit auch die sprachliche Gestaltung Ihres Textes ein (strukturierte und kohärente Textgestaltung, angemessene wissenschaftssprachliche Ausdrucksweise und sprachliche Korrektheit).

Amicitia. Der Freundschaftsdiskurs von der Antike bis in die Gegenwart | 05LE10S-221313

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jochen Schiewer
Prof. Dr. Hans-Helmuth Gander

Mo 25.4. 18-20Uhr
Fr 24.06. 09-17 Uhr

HS3305 KG III

Gemachet friunt ze nôt bestât, / dâ lîhte ein mâc den andern lât (Frei gewählte Verbündete sind in der Not noch da, wenn sich die Verwandten untereinander schon im Stich lassen). Diese Weisheit formuliert der Spruchdichter Freidank im 13. Jh. und verweist damit auf die Stärke und Verlässlichkeit personaler Bindungen jenseits verwandtschaftlicher Beziehungen. Nach den drei Kategorien der Aristotelischen Freundschaft zielt Freidank auf Freundschaft aus Nutzen. Wert, Qualität und Zweck zwischenmenschlicher Beziehungen unter dem Begriff Freundschaft sind bis heute ein prägendes Element des menschlichen Daseins. Denn Freundschaft als Quelle persönlicher Sinnstiftung besitzt inmitten der Komplexität individualisierter Beziehungslandschaften die Funktion, den individuellen Freiraum durch relativ dauerhafte, zugleich freiwillige und in sich reziprok vernetzte Beziehungen auszufüllen. Entsprechend ungebrochen ist die Aufmerksamkeit, den Freundschaft über die Zeiten hinweg in philosophischen, theologischen und literarischen Diskursen genießt.
Das interdisziplinäre Seminar thematisiert einerseits philosophische Freundschaftsdiskurse in Antike (z. B. Platon, Aristoteles, Cicero, Seneca, Augustinus), Mittelalter (z. B. Aelred von Rievaulx, Thomas von Aquin), Neuzeit (z.B. Montaigne, La Rochefoucauld, Kant, Knigge)  ) und Moderne (z.B. Simmel, Kracauer, Gadamer, Foucault, Derrida) und zum anderen ihre literarischen Realisierungen vom Hochmittelalter bis in das 20. Jahrhundert: Verhandelt werden sowohl homosoziale wie heterosoziale Freundschaften und deren Unabhängigkeit oder Abhängigkeit von den philosophisch-theologischen Diskursen: Im säkularen Bereich Ruodliebs Beziehung zu Gleichen und zum rex maior (11. Jh.), arthurische Männerfreundschaften am Beispiel Gaweins und heterosozial die Freundschaft zwischen Iwein und Lunete in Hartmanns ‚Iwein‘ (1200), die Freundschaft zwischen Marke und Tristan in Gottfrieds ‚Tristan‘; im geistlichen Bereich die Freundschaft Christi mit seinem Lieblingsjünger Johannes und heterosozial die Freundschaft Heinrich Seuses in seiner ‚Vita‘ mit Elsbeth Stagl, einem der frühsten ‚Egodokumente‘ der dt. Literatur. Literarische Texte wie auch Briefzeugnisse zum Thema Freundschaft aus neueren und neuesten Epochen sollen ergänzend  herangezogen werden. Den Schlusspunkt macht eine bislang unbekannte Korrespondenz Rilkes aus seinen Schweizer Jahren (1919-2025).
Das Seminar findet als Blockseminar statt. Da es als Präsenzveranstaltung geplant ist, unterliegt es coronabedingt einer Teilnahmebeschränkung (24 Personen). Eine Anmeldung in HisinOne ist obligatorisch für die Teilnahme. Darüber hinaus bitten wir um Anmeldung bis spätestens 22. April bei hjs@germanistik.uni-freiburg.de und ebenso bei husserlarchiv@philosophie.uni-freiburg.de. Eine Einführung und Vorbereitung mit genauer Festlegung des Programms und des Seminarverlaufs - unter ausdrücklicher Berücksichtigung der Interessen der Teilnehmenden - findet am 25. April 2022 von 18-20 h statt. Das Blockseminar findet am 24. und 25. Juni 2022 ganztägig von 9 bis 18 Uhr (Ort wird noch bekannt gegeben) statt.

zu erbringende Leistung:
Die Erfordernisse für Prüfungsleistung sind: M.Ed.: schriftliche Ausarbeitung (ca. 15 Seiten) und mündliche Prüfung (ca. 20 Minuten). M.A. Deutsche Literatur: Schriftliche Ausarbeitung von ca. 25 S. In die Bewertung Ihrer Prüfungsleistung fließt neben der inhaltlichen Qualität Ihrer Arbeit auch die sprachliche Gestaltung Ihres Textes ein (strukturierte und kohärente Textgestaltung, angemessene wissenschaftssprachliche Ausdrucksweise und sprachliche Korrektheit).

Lehrmethode:
Das Seminar findet als Blockseminar statt. Da es als Präsenzveranstaltung geplant ist, unterliegt es coronabedingt einer Teilnahmebeschränkung (24 Personen). Eine Anmeldung in HisinOne ist obligatorisch für die Teilnahme. Darüber hinaus bitten wir um Anmeldung bis spätestens 22. April bei hjs@germanistik.uni-freiburg.de und ebenso bei husserlarchiv@philosophie.uni-freiburg.de. Eine Einführung und Vorbereitung mit genauer Festlegung des Programms und des Seminarverlaufs - unter ausdrücklicher Berücksichtigung der Interessen der Teilnehmenden - findet am 25. April 2022 von 18-20 h statt. Das Blockseminar findet am 24. und 25. Juni 2022 ganztägig von 9 bis 18 Uhr (Ort wird noch bekannt gegeben) statt.
In Zweierteams sollen die Themen aus Philosophie und Literatur vorbereitet und im Seminar präsentiert werden. Diese Präsentationen (20-25 Min) bieten Grundlage und Anreiz für die Plenardiskussionen.

Beyond Patriarchy – American Cultural History 1920-2020 | 05LE02S-SS2216

Prof. Dr. Sieglinde Lemke

Di 14-16 Uhr HS1108 KG I

Bitte beachten Sie zur Kursbelegung die unter www.anglistik.uni-freiburg.de/belegverfahren bereitgestellten Informationen.

Once a battle-cry for radical feminists, the theoretical concept of patriarchy has now entered the public debate allowing us to better understand how inequalities intersect and what they do to our souls. After all, patriarchy harms women as well as men. Caroline Criado-Perez’s recent bestseller on gender bias and the gender data gap provides clear evidence that seemingly gender-neutral everyday objects (e.g. cars, cell phones) and larger social conditions (e.g. in city planning, transportation, education, and biometrics) are androcentric and often injurious to women. This class will also address the invisibility of the LGBTQI+ community in a heteropatriarchal society. You will learn about the theoretical background (Sylvia Walby, bell hooks) as well as the triumphs of the feminist movement in its attempt to overcome male supremacy.

With a focus on North America, we will examine classic novels (Scarlet Letter, The Color Purple, The Handmaid’s Tale) analyze TV series (e.g. The Queer Eye, Pose), anti-patriarchal Western (The Power of the Dog) as well as documentaries (RGB;  Visible: Out on Television). For starters, you may read / listen to a journalistic essay discussing "Patriarchy and The Soul."

This seminar aims to provide students with a nuanced, systemic understanding of power relations in the U.S. as well as the artistic strategies that try to offset them. The goal is to probe into the ideological mechanisms impacting the dialectics of representation and resistance. It will enable students to employ a variety of critical approaches including close-readings, film analysis, narratology, feminist, queer and race theory.

zu erbringende Leistungen:

  • Academic term paper (deadline: September 12; MLA Style): 10 ECTS: MA = 18 pgs.
  • Regular attendance
  • Read the required readings (15-40 pages)
  • In-class presentation (total of 15 min. as a team): each team submits a synopsis that summarizes the main argument of two scholarly articles and prepares two research questions on the assigned reading material (2-3 pages)
  • Midterm: each participant will send in their response to the research question (tba) and send in three submissions over the course of the semester (4-5 pages)
More detailed information will be given in our first session.

Der Glanz des Trivialen - Zur Geschichte der Fernsehserie | 05LE54S-273

Dr. Harald Hillgärtner

Mo 12-14 Uhr, HS 1032 KG I

Inbesondere die Fernsehserie prägte neben der Fernsehshow oder dem Fernsehfilm die Nutzung und die Wahrnehmung des Mediums. Dabei ist sie als Antwort auf eine grundlegende Anforderung des Fernsehens zu verstehen: dem Turnus der Wochen- bzw. Jahreszeiten und der Notwendigkeit eines Programms. Obschon die Serie beileibe nicht erst mit dem Fernsehen entstand, bleibt es umso spannender, dass sie sich so bündig in die Gegenwart der Streaming-Technologien übersetzen ließ und hier auf erstaunlich viel Zuspruch trifft.
Doch diese Wertschätzung ist vergleichsweise jüngeren Datums. Bis zum Beginn des neuen Jahrtausends galt die Fernsehserie trotz oder gar gerade wegen ihres breiten Publikums als Ort des Trivialen. Wahrgenommen wurde sie als standardisierte Ware, die in ihren bürokratisierten Produktionsformen wenig Spielraum für Nicht-Konventionelles oder gar Experimentelles zu lassen schien.
Es gibt nun eine Vielzahl an Möglichkeiten, sich der Fernsehserie zu nähern. Häufig geschieht dies über Genreeinteilungen wie der (Family-)Sitcom, der Kriminalserie oder der Soap-Opera. Geläufig sind auch Unterscheidungen etwa in Episoden- oder Fortsetzungsserie, in Prime-Time oder Vorabendserie, in Kinder- oder Familienserie etc. Wir wollen in unserem Seminar demgegenüber eine andere Einteilung erproben: Die Fernsehserie vor und nach Twin Peaks.
Entsprechend ist das Seminar zweiteilig angelegt: der erste Teil bietet einen weitgehend linearen Durchgang durch die Fernsehgeschichte bis zum Beginn der 1990er Jahre. Fragen, die wir uns stellen wollen, sind nach den Vorläufern sowie der Entwicklung und Ausdifferenzierung der Serie, ihren formalen Innovationen, ihren narrativen Strukturen, ihren Nutzungsangeboten und Faszinosa. Dies soll uns Aufschluss ebenso über Qualitäten und Beschränkungen der Fernsehserie geben.
So gerüstet soll im darauf folgenden Semester die Entwicklung der Fernsehserie ab Mitte der 1990er Jahre bis in unsere Gegenwart perspektiviert werden.

Adaptionen - Transformationen und Synergien zwischen alten und neuen Medien | 05LE54S-278

Dr. habil. Andreas Rauscher

Di 10-14 Uhr, HS 1142 KG I

Im Bereich klassischer Werke gilt bis heute die Vorlagentreue als Kriterium für eine gelungene Adaptionen. Die Beispiele reichen von der prestigeträchtigen Umsetzung eines Literaturklassikers als Serie, über die Aktualisierung eines stilprägenden Romans als Graphic Novel bis hin zur Aktualisierung eines Filmklassikers in Form einer verspäteten Neuverfilmung.
Doch nicht nur in den Adaptation Studies, auch in der medienkulturellen Praxis haben sich in den letzten Jahren entscheidende Akzentverschiebungen ergeben. Sequels, Prequels und Reboots schreiben fiktionale Räume über Jahrzehnte hinweg fort und lassen Remakes im traditionellen Sinne überflüssig erscheinen. Serien lösen sich durch die Techniken des horizontalen Erzählens von der geschlossenen Dramaturgie ihrer Vorbilder. Videospiele ermöglichen eine interaktive Neuinterpretation bekannter Vorlagen und delegieren die ästhetische Eigenverantwortung an die Spieler/innen. Die seit mehreren Jahren ausgesprochen erfolgreichen Comicverfilmungen beziehen sich schließlich in den meisten Fällen gar nicht mehr auf einzelne Vorlagen, sondern auf Figurenkonstellationen und die popkulturelle Mythologie einzelner Verlage und Reihen.
Im Zeichen transmedialer Adaptionen und verschiedener, mit diesen verbundenen Konvergenzprozesse lassen sich die neueren dramaturgischen und ästhetischen Entwicklungen als überfälliger Paradigmenwechsel verstehen. Anstelle der Übertragung eines einzelnen Originaltextes, ergeben sich eigendynamische Netzwerke aus Bildern, Figuren, Motiven, Genreformeln und Sounds.
Im Seminar werden die Transformationen und Synergien transmedialer Adaptionen an ausgewählten Beispielen betrachtet, deren Auswahl von den Teilnehmer/innen mitbestimmt werden soll. Neben der Anwendung neuerer Begrifflichkeiten werden außerdem die kulturellen und medienspezifischen Adaptionsprozesse zwischen analogen und digitalen Medien im Mittelpunkt der Diskussion stehen. Neben klassischen Kategorien wie Literaturverfilmungen und Remakes, sowie prägenden Trends wie Comicverfilmungen und Game-Adaptionen, werden außerdem die Fortschreibung von Filmen in Streaming-Serien, transkulturelle Übertragungen, die medienästhetische Bedeutung von Bild und Sound und die Besonderheiten der transmedialen Figurenanalyse im Seminar behandelt.

zu erbringende Leistung:

  • Hausarbeit von 15 Seiten oder Video-Essay mit 8 Seiten Ergebnisbericht
  • Recherche zu einem Themenbereich der Adaptation Studies und Vorstellung der Ergebnisse in Form eines Thesen-Papiers mit drei Fragen, das im Seminar diskutiert wird.

Literatur:

Liam Burke: The Comic Book Film Adaptation. Jackson: University of Mississippi Press 2015.
Linda Hutcheon: A Theory of Adaptation. New York/London: Routledge 2013.
Betty Kaklamanidou: New Approaches to Contemporary Adaptation. Detroit: Wayne State University Press 2020.
Amanda Ann Klein, R. Barton Palmer (Hg.): Cycles, Sequels, Spin-Offs, Remakes, and Reboots. Multiplicities in Film and Television. Austin: University of Texas Press 2016.
Thomas M. Leitch: The Oxford Handbook of Adaptation Studies. Oxford: Oxford University Press 2017.
Jason Mittell: Narrative Theory and Adaptation. New York/London: Bloomsbury 2017.
Julie Sanders: Adaptation and Appropriation. New York/London: Routledge 2006.
Constantine Verevis, Kathleen Loock (Hg.): Film Remakes, Adaptations, and Fan Productions. Basingstoke: Palgrave MacMillan 2012.

Theorien des Populären | 05LE54S-281

Dr. Harald Hillgärtner

Do 10-12 Uhr HS 1019 KG I

Die von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer im US-amerikanischen Exil verfasste „Dialektik der Aufklärung“ stellt im Wesentlichen eine philosophische Auseinandersetzung mit den kulturgeschichtlichen Voraussetzungen dar, die zur Heraufkunft des europäischen Faschismus führten. Eine Sonderstellung in dieser Schrift nimmt das Kapitel „Kulturindustrie. Aufklärung als Massenbetrug“ ein. Es stellt eine apodiktische Kritik an den seinerzeitigen Unterhaltungs- bzw. Massenmedien dar, vor allem des Films und der Populärmusik. Deren Produkte verfügen – als stereotyp und warenförmig – über einen affirmativen Charakter, eine Kritik, die von Adorno in späteren Aufsätzen weiter bekräftigt wird. Hieraus resultierte vor allem im bundesrepublikanischen Kontext eine harsche Abwehr des Populären nicht allein aus kulturkonservativer Sicht sondern auch und gerade durch progressivere Theoretikerinnen und Theoretiker.
Insbesondere der britische Literaturwissenschaftler Raymond Williams stellte durch seine intensive Auseinandersetzung mit dem Fernsehen die verfestigte Dichotomie von Hoch- und Massenkultur infrage und beförderte einen akademischen Diskurs, vor dessen Hintergrund die sich zunächst in Großbritannien, später in den USA, in Kanada und Australien etablierenden Cultural Studies eine bis in unsere Gegenwart ausgesprochen fruchtbare Re-Perspektivierung der Populärkultur leisteten. Dies führte zu einer nunmehr weitgehenden (wenn auch nicht weit verbreiteten) Akzeptanz des Populären auch in akademischen Zusammenhängen. Dabei ist es insbesondere die Medienkulturwissenschaft, die der populären Kultur verpflichtet ist.
In unserem Seminar wollen wir uns zunächst am Verlauf dieser Debatte orientieren, um im Anschluss daran auf spezifische Ausprägungen in unterschiedlichen Kulturräumen, insbesondere aber der BRD, Bezug zu nehmen. Dies bietet gleichzeitig die Möglichkeit, hierüber die in dieser Debatte zentralen Medien bzw. medialen Formen zu perspektivieren. Im Mittelpunkt des Seminars stehen jedoch die maßgeblichen theoretischen Positionen zum Populären.

zu erbringende Leistungen:

  • Leistungsnachweis: Hausarbeit
    Die Prüfungsleistung ist abmeldbar
  • Bearbeitung der Selbstlernaufgaben, Umfang in Abhängigkeit von den zu erwerbenden ECTS.

Theorien der digitalen Medien | 05LE54S-277

Dr. Bettina Papenburg

Di 12-14Uhr, HS1134

Datenpraktiken wie die digitale Bildverarbeitung, das Teilen digitaler Bilder über das Internet und der Gebrauch mobiler Medien wie dem Smartphone, Sensor- und Rechnertechniken wie maschinelles Sehen und maschinelles Lernen, mediale Ökologien wie etwa das Internet der Dinge, sowie Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen in der Unterhaltungsindustrie und Medizin verändern gegenwärtig unsere Lebenswelt. Bereits zu Beginn der 1990er-Jahre stellte der Gebrauch des Computers im Alltag, in der Arbeitswelt und in der Kunst die Kulturwissenschaften vor die Herausforderung, sich daraus ergebende Veränderungen medienkultureller Praktiken und damit verbundene übergreifende gesellschaftliche Transformationsprozesse mittels hermeneutischer und semiotischer Ansätze zu beschreiben und mithilfe systemtheoretischer und technikgeschichtlicher Ansätze zu reflektieren.

Als eine Kardinalunterscheidung im bild-, film- und medienwissenschaftlichen Diskurs der 1990er-Jahre fungierte dabei die Differenz zwischen ,analog‘ und ,digital‘. Der Nutzen dieser Leitdifferenz wurde allerdings bereits wenige Jahre nach ihrer Etablierung in Frage gestellt. Seither wird das Leistungsvermögen dieses Begriffspaars immer wieder einer kritischen Revision unterzogen. Der US-amerikanische Medientheoretiker Alexander Galloway diagnostizierte etwa im laufenden Jahr: „[T]he golden age of analog is happening today, all around us, as evidenced by the proliferation of characteristically analog concerns: sensation, materiality, experience, affect, ethics, and aesthetics.“ (Alexander R. Galloway 2022, 211) Galloway konterkariert die Vorstellung einer linearen historischen Entwicklung, die häufig an dem Medienumbruch zwischen ,dem Analogen‘ und ,dem Digitalen‘ festgemacht wird und die seit einigen Jahren ,das Post-Digitale‘ in das begriffliche Instrumentarium einreiht. Aus Galloways Beobachtung ergeben sich einige Schlüsselfragen, die den gegenwärtigen Theoriediskurs zu digitalen Medien leiten und denen wir im Seminar gemeinsam nachgehen wollen: Wie verändern digitale Medien unsere Wahrnehmung und unser Verhältnis zur Welt? Wie verändern digitale Medien ältere Medien wie den Film und die Fotografie? Wie formen Algorithmen unsere Identität? Wie werden diskriminierende Strukturen in Algorithmen fortgeschrieben und mit welchen Konsequenzen?

Um diese Fragen zu verhandeln, werden wir uns im Seminar mit einigen ausgewählten neueren Positionen zu digitalen, mobilen und vernetzten Medien befassen. Unsere gemeinsame Textarbeit soll darauf abzielen, theoretische Positionen zu beschreiben und zu analysieren, sie in historische und gegenwärtige Debatten einzuordnen und auf diese Weise Diskurse und ihre Dynamiken zu konturieren. Dazu richten wir das Augenmerk auf das Verständnis von Schlüsselbegriffen, die Analyse von Argumentationsstrategien und auf Fragen der Rezeption.

zu erbringende Leistung:

Die Prüfungsleistung (Modulabschlussprüfung) erfolgt in Form einer schriftlichen Hausarbeit im Umfang von maximal 3.500 Wörtern. Für die Note der Modulabschlussprüfung ist allein die Hausarbeit zu 100% ausschlaggebend.

Zum Erwerb der ECTS Punkte (10) machen Sie sich in Vorbereitung auf die Seminarsitzungen Notizen zu den Lektürefragen zu demjenigen Text, der die Diskussionsgrundlage der kommenden Sitzung bildet. Zudem sind Sie verantwortlich für zwei mündliche Präsentationen im virtuellen Klassenzimmer (10–15 Minuten).

 

Literatur und Emanzipation. Die "Neue Frau" der 20er Jahre | 05LE10S-221303

Prof. Dr. Sabina Becker

Mi 10-12 Uhr, HS3301, KG III

Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelt sich in der Weimarer Republik ein neuer Frauentypus, der sich sowohl gesellschaftlich als auch kulturell entscheidend von dem der wilhelminischen Epoche bzw.  Kaiserzeit unterscheidet. Die neue Frau in den 1920er Jahren sieht anders aus und verfolgt andere Lebensentwürfe, ist berufstätig, will ökonomisch unabhängig sein sowie am gesellschaftlichen bzw. kulturellen Leben teilnehmen. Die Ursachen für diesen Wandel liegen zum einen in der veränderten politischen Lage begründet, die Weimarer Reichsverfassung garantiert erstmals den Frauen politische und gesellschaftliche Rechte; zum anderen ermöglicht das veränderte kulturelle Klima dieser Epoche ein neues Frauenbild im Speziellen wie neue Geschlechterrollen insgesamt. In der Kultur wird diese Entwicklung thematisiert, im Film, in der Literatur, in Illustrierten und Zeitschriften, aber auch in der Mode- und Unterhaltungswelt spielt die neue Frau eine entscheidende Rolle, als Akteurin wie als Konsumentin.
Das Seminar analysiert die genauen politischen und kulturhistorischen Hintergründe dieses Wandels und die unterschiedlichen weiblichen Typen wie Neue Frau, Girl, Flapper oder Garçonne. Grundlage der Analyse und Diskussion sind literarische Texte, vor allem Zeit-Romane von Autorinnen, aber auch Filme über die weiblichen Angestellten.
zu erbringende Leistung:

  • MA:  10 ECTS: schriftliche Hausarbeit mit Benotung (ca. 25 S. mit jeweils ca. 400 Wörtern)
    In die Bewertung Ihrer Prüfungsleistung fließt neben der inhaltlichen Qualität Ihrer Arbeit auch die sprachliche Gestaltung Ihres Textes ein (strukturierte und kohärente Textgestaltung, angemessene wissenschaftssprachliche Ausdrucksweise und sprachliche Korrektheit).
  • Abgabetermin für die schriftlichen Arbeiten: 20. September 2022
  • Regelmäßige und aktive Teilnahme am Plenum wie auch in den Arbeitsgruppen, Übernahme eines Referats und Sitzungsmoderation (Handouts bitte mindestens einen Tag vor der Sitzung per Mail an Frau Becker und an das Sekretariat schicken.)

Literatur:

Primärliteratur, Filme und sonstige Quellen:

Romanliteratur:
Vicki Baum: Stud. chem. Helene Willfüer, 1928; Mela Hartwig: Das Weib ist ein Nichts, 1929; Christa Anita Brück: Schicksale hinter Schreibmaschinen, 1930; Rudolf Braune: Das Mädchen an der Orga Privat, 1930; Irmgard Keun: Gilgi – eine von uns, 1931; Das kunstseidene Mädchen, 1932; Marieluise Fleißer: Mehlreisende Frieda Geyer. Roman vom Rauchen, Sporteln, Lieben und Verkaufen, 1932; Joe Lederer: Das Mädchen George (1928).

Filme:
Erich Schönfelder: Das Fräulein von Kasse 12, 1927; Wilhelm Thiele: Die Privatsekretärin, 1931; Curt und Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer, Billy Wilder: Menschen am Sonntag, 1930.

Zeitschriften:
Die Dame

Forschungsliteratur:
Petra Bock: Zwischen den Zeiten - Neue Frauen und die Weimarer Republik. In: Petra Bock/Katja Koblitz, (Hrsg.): Neue Frauen zwischen den Zeiten, Berlin 1995, S. 14-37; Irmgard Roebling: „Haarschnitt ist noch nicht Freiheit“. Das Ringen um Bilder der Neuen Frau in Texten von Autoren der Weimarer Republik. In: Sabina Becker u.a. (Hrsg.): Frauen in der Literatur der Weimarer Republik. Jahrbuch zur Literatur der Weimarer Republik. Bd. 5. St. Ingbert 2000, S. 13–76; Gesa Kessemeier: Sportlich, sachlich, männlich ... Das Bild der Neuen Frau in den Zwanziger Jahren. Zur Konstruktion geschlechtsspezifischer Körperbilder in der Mode der Jahre 1920 bis 1929, Dortmund 2000; Sabina Becker: Experiment Weimar. Eine Kulturgeschichte Deutschlands 1918 – 1933. Darmstadt 2018; Evelyn Fast: Das Frauenbild in der Literatur der 1920er Jahre: Die 'Neue Frau' bei Irmgard Keun, Marieluise Fleißer und Mela Hartwig. Hamburg 2015; Julia Bertschik: Die Dame – litkult1920er.aau.at

Transmedia Auteurs - Regisseur/innen im Zeitalter hybrider Netzwerke | 05LE54S-280

Dr. habil. Andreas Rauscher

Do 10-12 Uhr, HS 1134 KG I

In der Hochphase des internationalen Autorenkinos in den 1960er und 1970er Jahren galt die persönliche Vision und eine eigene stilistische Handschrift als wesentlicher Maßstab für die künstlerische Umsetzung eines Films. Die Regisseur/innen der Neuen Wellen, von der französischen Nouvelle Vague, über deren osteuropäische Äquivalente bis hin zum New Hollywood und dem darauf aufbauenden Independent-Kino kultivierten den individuellen Ausdruck als Gegenstrategie zum kommerziellen Event-Spektakel.
Doch nicht erst seit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung, die ganz neue Formen der Verbreitung ermöglicht, aber zugleich auch die klassische Kulturinstitution Kino neu definiert, haben sich die Parameter des Cinema des Auteurs entscheidend verändert. Filmemacher/innen operieren heute innerhalb weit verzweigter Netzwerke aus kulturellen Kontexten und medienübergreifenden Verknüpfungen.
Ausgehend von zwei exemplarischen Studien zu den Kult-Auteurs Jim Jarmusch und David Lynch werden im Seminar die Aktualität der Politique des Auteurs und die Möglichkeiten der Kartographie zu ihrer Erschließung im digitalen Zeitalter erprobt. Im Seminar werden ausgewählte Beispiele der Regisseur/innen David Fincher, Kelly Reichardt, Kathryn Bigelow, Joel und Ethan Coen und Quentin Tarantino behandelt.

zu erbringende Leistung:

  • Hausarbeit von 15 Seiten oder Video-Essay mit 8 Seiten Ergebnisbericht
  • Vorstellung eines Regisseurs / einer Regisseurin in Form eines Thesen-Papiers mit drei zu diskutierenden Fragen.

Literatur:
Katherine Fusco, Nicole Seymour: Kelly Reichardt. Urbana: University Press of Illinois 2017.
Sofia Glasl: Mind the Map: Jim Jarmusch als Kartograph von Popkultur. Marburg: Schüren Verlag 2014.
Anne Jerslev: David Lynch: Blurred Boundaries. Basingstoke: Palgrave Macmillian 2021.
Marcel Hartwig, Peter Niedermüller, Andreas Rauscher (Hg.): Networked David Lynch: Critical Perspectives on Cinematic Transmediality.Edinburgh: Edinburgh University Press 2022.
Welf Kienast, Wolfgang Struck (Hg.): Körpereinsatz – Das Kino der Kathryn Bigelow. Marburg: Schüren Verlag 2010.
R. Barton Palmer: Joel and Ethan Coen. Urbana: University of Illinois Press, 2004.
Frank Schnelle, Burkhard Röwekamp (Hg.): David Fincher. Berlin: Bertz Verlag 2003.
Carol Vernalis, Holly Rogers, Lisa Perrott (Hg.): Transmedia Directors. Artistry, Industry and New Audiovisual Aesthetics. New York, London: Bloomsbury 2020.

Verantwortung in der Zivilgesellschaft | 00LE30S-MEd1000227

Dr. Barbara Skorupinski

Gruppe 1: Di 10-16 Uhr, R2 Peterhof

Gruppe 2: Di 16-18 Uhr, R00016 Wilhelmstraße 26

Relevanz
Zivilgesellschaftliches Engagement spielt eine wichtige Rolle in vielen Bereichen des sozialen Zusammenlebens. Freiwillige setzen sich ein in Initiativen und Vereinen und leisten ihren Beitrag zur Gestaltbarkeit der Gesellschaft. Sie bringen dabei ihre Vorstellungen von einem - gemeinsamen – guten Leben und von Gerechtigkeit mit. Diskussionen über die Rolle der Zivilgesellschaft, über die Verantwortung Einzelner, führen notwendig auf ethische Fragen.
Im Kontext ‚Migration/Interkulturalität‘ betreffen diese z.B. die Themen Toleranz, Rechte von Minderheiten, Bildungsgerechtigkeit. Mit der zunehmenden Digitalisierung eröffnen sich neue Formen gesellschaftlicher Integration und Partizipation, die verantwortliche Mitgestaltung erfordert ein reflektiertes Verhältnis zu Privatheit, informationeller Selbstbestimmung, Datensicherheit etc.
Im Umweltbereich stellen sich Fragen des nachhaltigen Umgangs mit den natürlichen Ressourcen in großer Dringlichkeit im Kontext des Klimawandels. Insofern Technikfolgenschätzung als Instrument verantwortlicher Technikgestaltung verstanden werden kann, wird das Feld der politischen Ethik mit einbezogen. Im Umgang mit künstlicher Intelligenz stellt sich die Frage, inwieweit gebräuchliche Konzepte der Ethik hier anwendbar sind.
Besondere Herausforderungen kommen auf die Zivilgesellschaft durch das Erstarken antidemokratischer Strömungen zu. Für eine Reflektion verantwortlichen Handelns in der Zivilgesellschaft ist deshalb die Auseinandersetzung mit Populismus und mit Grundzügen der Demokratiebildung unverzichtbar.

Inhalt (1. SV)
Die Studierenden

  • erarbeiten sich einen reflektierten Standpunkt zum Begriff Zivilgesellschaft,
  • setzen sich mit der Herausforderung der Zivilgesellschaft durch populistische und antidemokratische Strömungen auseinander
  • kennen unterschiedliche Begründungsstrategien in der Umweltethik und können sich im Fall von divergierenden Argumentationen positionieren,
  • verfügen über einen reflektierten Begriff von Nachhaltigkeit als ethischem Konzept und können diesen auf das Problem des Klimawandels beziehen,
  • kennen die Grundzüge der Technikethik und verstehen Technikfolgenabschätzung als Instrument einer verantwortlichen Technikgestaltung,
  • diskutieren am Beispiel aktueller Forschungen in Lebens- und Umweltwissenschaften, Fragen der Verantwortungsverteilung und – Fragen der Verantwortungsverteilung und –wahrnehmung im Bezug auf KI.

An einer interdisziplinären Konferenz vertiefen die Studierenden ihr Wissen im Rahmen von Präsentationen, Expert*innenvorträgen und Gruppendiskussionen.

Inhalt (2. SV)
Die Studierenden

  • erarbeiten sich einen reflektierten Standpunkt zum Begriff Zivilgesellschaft,
  • setzen sich mit der Herausforderung der Zivilgesellschaft durch populistische und antidemokratische Strömungen auseinander
  • kennen wichtige Positionen der philosophischen Diskussion um Flucht und Migration und den Begriff der Toleranz, sowie die für Integration und Bildungsverläufe wichtigen Faktoren,
  • reflektieren die Möglichkeiten und Probleme medial vermittelter Kommunikation, mit Bezug auf Meinungsbildung und Partizipation, Big Data und informationelle Selbstbestimmung,
  • setzen sich mit zentralen Begriffen der Informationsethik wie Privatheit und Öffentlichkeit, Freiheit und Überwachung, auseinander und entwickeln eine eigene Position.

An einer interdisziplinären Konferenz vertiefen die Studierenden ihr Wissen im Rahmen von Präsentationen, Expert*innenvorträgen und Gruppendiskussionen.

Fressen und gefressen werden. Fragen und Herausforderung der Tierethik (M 0) | 01LE17S-20221-S-Moral1

Hannes Groß

Di 16-18 Uhr, R 1309 KG I

Die Veranstaltung findert hybrid statt; Termine wöchentlich und eventuell Block.

Prüfungsleistung: aktive Teilnahme, benotete Hausarbeit am Ende des Semesters.

Literary turns. Das 'Narrativ' als kulturwissenschaftliches Paradigma | 05LE10S-221308

PD Dr. Sebastian Kaufmann

Do 14-16 Uhr, HS1034 KG I

Seit der Jahrtausendwende ist die Rede vom 'Narrativ' in den Sozial- und Kulturwissenschaften nahezu allgegenwärtig. Mit diesem Neologismus bzw. semantisch neu besetzten Terminus, der auf das lateinische Verb "narrare" (erzählen) zurückgeht, sind nicht etwa fiktionale Erzählungen in der Vergangenheitsform gemeint, sondern vor allem sich als faktual verstehende 'Zukunftserzählungen', die konkrete Handlungsanweisungen angesichts heraufziehender - politischer, ökonomischer und/oder ökologischer - Krisen geben wollen. Laut dem Soziologen Andreas Reckwitz hängt die Aktualität solcher 'Narrative' damit zusammen, dass in der spätmodernen Gegenwart die großen Fortschrittserzählungen, die zu Beginn der Moderne um 1800 aufkamen, brüchig geworden sind. Dadurch habe der Zukunftsbezug heute eine ganz neue Relevanz erhalten, auf die diese 'Narrative' reagieren. Im Seminar wollen wir uns mit zentralen Theorien und Praktiken des 'Narrativs' in verschiedenen Sozial- und Kulturwissenschaften auseinandersetzen. Die Untersuchung dieser literary bzw. narrative turns beginnt bei Lyotards Schrift La condition postmoderne (1979), wo mit dem Ausdruck "narratif" gerade noch jene Fortschrittserzählungen der Sattelzeit (Kant, Hegel) bezeichnet werden, deren Glaubwürdigkeitsverlust schon Lyotard feststellt. Auf dieser (Kontrast-)Folie konzentriert sich die Veranstaltung dann insbesondere auf rezente Konzeptualisierungen des 'Narrativs' in Wissenschaften wie der Soziologie, Politologie und Ökonomik. Aus der transdisziplinären Perspektive einer kulturwissenschaftlich erweiterten Literaturwissenschaft verfolgen wir dabei auch wissenspoetologische Fragen wie z. B. nach den mit dem Narrativ-Paradigma verknüpften Metaphoriken und deren Strukturierung der jeweiligen Wissensordnungen.

zu erbringende Leistung:

5 ECTS: Mündliche Prüfung am Ende der Vorlesungszeit, ca. 20 Minuten
8 ECTS: Hausarbeit, ca. 20 Seiten, Abgabe bis 16.09.2022

Literatur:

Die folgende Literaturliste versteht sich als vorläufige Auswahl; das konkrete Lektürepensum wird zu Beginn des Seminars bekanntgegeben.

- Jean-François Lyotard: Das postmoderne Wissen. Ein Bericht, hg. v. Peter Engelmann, Wien 1986.
- Wolfgang Müller-Funk: Die Kultur und ihre Narrative. Eine methodologische Einführung, Wien / New York, 2. Aufl. 2007.
- Albrecht Lehmann: Homo narrans. Individuelle und kollektive Dimensionen des Erzählens, in: Rolf Wilhelm Brednich (Hg.): Erzählkultur: Beiträge zur kulturwissenschaftlichen Erzählforschung, Berlin / Boston 2009, S. 59-70.
- Albrecht Koschorke: Wahrheit und Erfindung. Grundzüge einer allgemeinen Erzähltheorie, Frankfurt a. M. 2012.
- Christoph Bohde, Rainer Dietrich: Future Narratives. Theory, Poetics, and Media-Historical Moment (Narrating Futures, Bd. 1), Berlin / Boston 2013.
- Robert Shiller: Narrative economics: How stories go viral and drive major economic events, Princeton 2019.
- Sina Leipold: Transforming ecological modernization 'from within' or perpetuating it? The circular economy as EU environmental policy narrative, in: Environmental Politics 30/2 (2021), S. 1045-1067 (https://www.tandfonline.com).

- Andreas Reckwitz: Auf dem Weg zu einer Soziologie des Verlusts, in: Soziopolis. Gesellschaft beobachten, 06.05.2021 (https://www.soziopolis.de/auf-dem-weg-zu-einer-soziologie-des-verlusts.html).
- Michael Moos, Matthias Reccius: Narratives in Economics, in: Ruhr Economic Papers 09/2021 (https://www.rwi-essen.de/publikationen/ruhr-economic-papers/1158/).

Vorlesung zu Gender in den Technik-, Natur-, und Medizinwissenschaften mit Lektürekurs


Ringvorlesung Gender in den Technik-, Natur- und Medizinwissenschaften / Lecture Series Gender in Technology, Science and Medicine | 11LE13RI-1330

Dr. habil. Sigrid Schmitz

Di 16-18 Uhr

Diese Ringvorlesung führt in Themen der Genderforschung in den Technik- und Naturwissenschaften ein. Gastdozent_innen aus verschiedenen Disziplinen geben einen Überblick über ihren speziellen Forschungsbereich im Hinblick auf gender-relevante Fragestellungen. Die Veranstaltung ist vor allem für Studierende der Genderforschung konzipiert, es sind jedoch alle Interessierten herzlich willkommen.

This lecture series is an introduction to gender studies in STEM (science, technology, engineering, and mathematics). Invited speakers from different disciplines will offer an overview of their specific research fields with regard to sex/gender. This lecture has been conceptualised for students from Gender Studies but is open to all interested students.

Masterseminare zu Gender in den Technik-, Natur-, und Medizinwissenschaften


Genderaspekte in der Kognitionswissenschaft 

Semesterthema: ‘Spatial Stuff‘ – Gender in der Raumkognition

00LE19S-ID125356

 

Dozentin: Dr. habil Sigrid Schmitz, Vertretungsprofessur Kognitionswissenschaften und Genderforschung

Raumkognition (spatial cognition) oder die erweiterte „environmental cognition“ beschäftigt sich mit dem Orientierungsverhalten im Raum. Geschlechterzuschreibungen an bessere räumliche Fähigkeiten männlicher gegenüber weiblichen Personen sind populär („die Sache mit dem Einparken!“). Die heutige Forschung zu räumlichen Orientierungsleistungen und räumlichen Strategien widerspricht jedoch solchen vereinfachten binären Zuschreibungen. Raumkognition entwickelt sich in einem komplexen Netzwerk von biologischen, sozialen und kulturellen wechselseitigen Formungen.

In diesem Seminar werden wir diesem Netzwerk nachforschen und dabei Strategien, Verhalten, Leistung und Kognitionen im Raum genauer unter die Lupe nehmen. Unter evolutionsbiologischen, neuro- und kognitionswissenschaftlichen, sozialisations- und psychologischen Perspektiven und mit Bezug zu kulturellen Vorurteilen (Stereotype) in gesellschaftlich-strukturellen Verhältnissen werden wir Geschlechterunterschiede anhand der vorliegenden Forschung genauer hinterfragen und neuere forschungsmethodologische Konzepte   zur Gender-reflexiven Forschung anwenden. Aufbauend auf Grundlagen der feministischen Naturwissenschaftsforschung – der Feminist Science Studies – werden wir Themenfelder der Mentalen Rotation, der Repräsentation “innerer Landkarten“ in der makro-räumlichen Orientierung, Einflüssen von Raumangst und Erfahrung bis hin zum Stereotype Threat vertiefen und die Konstruktion von scheinbaren Binaritäten in eine heteronormative Matrix einordnen..

Das Seminar ist geeignet für Studierende der Kognitionswissenschaft (B.A. Nebenfach; fachfremdes Modul Informatik), sowie für Studierende der Master-Studiengänge Gender Studies und Interdisziplinäre Anthropologie. Studierende anderer Fächer sind prinzipiell willkommen, sollten sich aber bitte vor Belegung mit der Dozentin in Verbindung setzen.

Studienleistung: Regelmässige Teilnahme, Textvorbereitungen, Beteiligung an einem Gruppen-Referat

Prüfungsleistung Gender Studies: Hausarbeit zur Themenvertiefung (10 ects)

Dr. habil. Sigrid Schmitz

Das Seminar findet 2-wöchig, Di. 8-12 Uhr statt; Seminarraum R00003, Stephan-Maier-Str. 19, Beginn 26.4.

Einzeltermine: 26.04.2022, 10.05.2022, 24.05.2022, 14.06.2022, 28.06.2022, 12.07.2022, 26.07.2022

Sex/Gender in the Brain | 11LE13S7320c-MB

Prof. Dr. Anelis Kaiser Trujillo

N.N.

Sensing Gender | 06LE42S_SensGend_SoSe22

Der Ansatz des Doing Gender ist ein entscheidender Ansatz der Geschlechterforschung. Er macht aufmerksam darauf, wie wir durch tägliche Routinen Geschlecht immer und immer wieder herstellen, durch unsere Art zu sprechen, uns zu verhalten oder auch wie wir uns kleiden. Unsere Geschlechterrepräsentationen beruhen auf verbalen und nonverbalen Interaktionen. Ebenso basiert unsere Art wie wir uns als Menschen unter Menschen und gegenüber mehr-als-Menschlichem verhalten auf Interaktionen.

In dem Seminar Sensing Gender Sensing More-than-Human wenden wir den Blick auf unsere Selbst- und Fremdwahrnehmung. Wie erfahren wir unseren Geschlechtskörper,– mit allen Sinnen, mit Haut und Haar? Wie empfinden und verkörpern wir unser Geschlecht, wie verkörpern wir unser Mensch-Sein? Verstehen wir männlich und weiblich als sich gegenüberstehende Pole oder als ein fließendes Kontinuum? Betonen wir die Differenzen zu Anderen oder eher Kontinuitäten? Welche Rolle spielt der Körper und Körpersprache für unsere Erfahrungen von Geschlecht? Und in welchem Verhältnis verstehen wir uns in Bezug auf unsere mehr-als-menschliche Um- und Mitwelt?

Das Seminar gliedert sich in 4 Parts:

  1. Eine Einführung, in der wir uns mit leibphänomenologischen Ansätzen beschäftigen, die uns anregen zu unterscheiden zwischen einem ‚Körper‘, den wir haben und einem ‚Leib‘, der wir sind.
  2. Praxispart, in dem neben einer ersten Textlektüre zu Gendertheorien, posthumanistischen und dekolonialen Ansätzen Freiraum geboten wird, im "Co-Creation-Raum" der Alten Uni, in dem das Seminar stattfindet, die angesprochenen Thematiken ebenfalls performativ, künstlerisch oder medial in Offenen Werkstätten zu erkunden. Dafür werden wir uns mit folgenden Fragen beschäftigen: Wie lassen sich Methoden dekolonisieren? Und wie können 'emergente Strategien' entwickelt werden, wie sie etwa Adrienne Maree Brown in ihrer gleichnamigen Publikation (2017) vorschlägt?
  3. In einem Lektürepart werden die zunächst nur angerissenen Texte intensiv miteinander gelesen und diskutiert.
  4. In einem Präsentationspart können die entwickelten praktischen Arbeiten vorgestellt und miteinander besprochen werden.

Das Seminar ist in Verbindung mit der Veranstaltungsreihe Fluide Körper konzipiert. Im Rahmen dieser finden Thematische Werkstätten statt, innerhalb derer Gäste eingeladen werden und Studierende für Studierende Inhalte vorbereiten. Außerdem wird am 6. Juni 2022 ein Tag der Offenen Tür stattfinden, an dem Erprobtes einem interessierten Publikum gezeigt werden kann und eine Beteiligung an der Immersiven Performance mit Sinnesparcours Dive in möglich ist.

Lernziele:

  • Eigenveranwortliches Erarbeiten theoretischer Texte und methodischer Herangehensweisen.
  • Erschließung von Theorie durch selbstgewählten Praxisbezug.
  • Förderung der Selbstsichtbarkeit durch kreativen Ausdruck.

Seminar zu Gendermainstreaming in gendersensitiven Berufsfeldern oder Seminar zu Gender Training


Gender & Diversity Training 

Jennifer J* Moos

  • 01.07.2022 10.00-17:00 Uhr (Wilhelmstraße 26 | R 00006)
  • 21.07.2022 14:00-17:00 Uhr (Werthmannstraße 4 | R 01016)
  • 22.07.2022 14:00-17:00 Uhr (Wilhelmstraße 26 | R 00006)

Für das Gender & Diversity Training bitte per Mail an gender [at] uni-freiburg.de anmelden.

Vielfalt, Diversität oder Diversity and Inclusion? Was meinen wir, wenn wir von Diversity reden? Wo liegendie Ursprünge von Diversity (Management), welche Dimensionen sind gemeint und wo liegen Chancen und Herausforderungen bei der konkreten Umsetzung?
Das dreiteilige Training lädt dazu ein, die euch bekannten Theorien der Gender und Diversity Studies in praktische Sensibilisierungsübungen zu übersetzen und so eine Brücke in die berufliche Praxis zu schlagen. Am ersten Tag werden wir gemeinsam das breite Feld Diversity (Management) beleuchten. Im zweiten und dritten Teil werdet ihr selbst zu ‚Gender- und Diversity-Trainer*innen’ und werdet eure in einer Kleingruppe erarbeiteten Übungseinheiten mit allen Teilnehmenden durchführen, reflektieren und auswerten. Das
erworbene Wissen kann im nächsten Seminar, bei der nächsten Jugendfreizeit, im  Firmenpraktikum oder im Sportverein angewendet werden.
Lust, etwas Neues auszuprobieren, sich auf andere Perspektiven einzulassen und die Bereitschaft zur Selbstreflexion sind sehr willkommen.
ECTS-Punkte können durch die Entwicklung, Durchführung und schriftliche Dokumentation einer eigenen Sensibilisierungsübung erlangt werden (Prüfungsleistung). Die Übung wird im zweiten bzw. dritten Trainingsteil zusammen mit allen Teilnehmenden erprobt. Daher ist es wichtig, dass die Teilnehmenden an allen drei Terminen anwesend sein und aktiv partizipieren können.
Nach dem erfolgreichen Absolvieren des Trainings erhalten die Teilnehmenden ein persönliches Teilnahmezertifikat.


Vorlesungsreihe „Freiburger GeschlechterStudien" mit Begleitseminar


Fluide Körper | 06LE42FGG_FK_SoSe22

Dr. Marion Mangelsdorf

Co-Creation-Raum (Alte Universität)Max-Kade-Auditorium 2 (Alte Universität


Sind unsere Körper erstarrt durch idealisierte Körperbilder, durch Normierungen und Rollenzuweisungen sowie verfangen im WorldWideWeb? Wo fängt ein Körper an, wo hört er auf? Diese Veranstaltungsreihe befasst sich mit diesen Fragen mittels künstlerischer, medialer und wissenschaftlicher Auseinandersetzungen. Dabei geht es u.a. darum, die Fluidität unserer Körper durch posthumanistische Ansätze zu erforschen wie sie bspw. Astrida Neimanis in Bodies of Water (2017) beschreibt: Evolutionär entstammen wir dem Wasser und bestehen zu 60-80% aus Wasser, wenn wir schwitzen oder einander küssen treten wir über unsere Körperflüssigkeiten mit der Umwelt in Verbindung. Ohne die Aufnahme von Flüssigkeit sterben wir. Wie verändert sich unsere Selbst- und Fremdwahrnehmung, wenn wir uns unserer wässrig-fluiden Körperlichkeit und unserer Verbindung zu einer mehr-als-nur-menschlichen Innen- und Außenwelt bewusst(er) werden?

Im Kunstkatalog Cluster beschreibt Judith Butler ihre Eindrücke zum Tanzstück Körper/Body von Sasha Walz: „We speak, and we sit, and so we immoblize ourselves to some degree in order to speak. [...] So what is this speaking and is it, too, a movement of body? And is speaking together a way of moving together? [...] When we speak (...), we subordinate the movement to speaking, because the assumption is that we have to offer, what meanings there are to communicate, will come through the words. The body is stilled. It is seated. [...] So in this case, speaking is the movement of the body which acts as if it is no movement.“ (Butler 2007, 70)

In akademischen Kontexten bewegen wir uns gemeinhin sitzend im Gespräch aufeinander zu oder voneinander weg, eruieren in Diskussionen geistige Nähe oder Ferne. Was geschieht dabei mit unseren Körpern? Welche Ein- und Ausschlüsse lassen sich dabei beobachten? Wie können wir „Grenzereignisse“ – wie es die Filmemacherin, Schriftstellerin und Gendertheoretikerin Trinh T. Minh-ha bezeichnet – ermöglichen und ein „speaking nearby, not about“, um bestehende Ausschlüsse im akademischen Kontext kritisch zu befragen?

zu erbringende Leistungen:

  • Die Veranstaltungsreihe kann in Kombination mit dem Begleitseminar Sensing Gender/Sensing More-than-Human als Studienleistung im Bereich „Vorlesung ‚Freiburger GeschlechterStudien‘ mit Begleitseminar“ angerechnet werden.
  • Die Veranstaltungsreihe (oder Parts dieser) können auch separat besucht und als „Aktive Teilnahme an einem Symposium mit Bericht“ angerechnet werden.
  • Wenn im Rahmen der Offenen Werkstätten auch eigene Formate, wie Lesekreise oder Workshops entwickelt und angeboten werden, ist es auch möglich, das Ganze als „Konzeption eines Symposiums mit Bericht“ anzurechnen.
  • Je nachdem kann im Rahmen dessen auch ein „forschungsorientiertes Studienprojekt“ entwickelt werden.

Alle genannten Studienleistungen werden mit 8 ECTS abgerechnet. Das sind umgerechnet 240 h.
Die bisher eingeplante Vorlesungszeit beträgt 9 h. Hinzu kommen 6 h Vorbereitungszeit (bspw. Textlektüre) = insgesamt 15 h. Das begleitende Seminar umfasst mit Vorbereitungszeit 40 h = insgesamt Veranstaltungreihe + Seminar 55 h. Die Zeiten können eigenverantwortlich bspw. durch Mitorganisation von Formaten in den Offenen Werkstätten und durch kreatives Arbeiten gefüllt werden.

Fragen zur Anrechenbarkeit können in der Auftaktveranstaltung am 9. Mai 2022 mit Marion Mangelsdorf oder im Rahmen einer Sprechstunde mit ihr geklärt werden. Bitte Sprechstunde buchen unter: https://www.zag.uni-freiburg.de/gender-studies/lehrende/marion-mangelsdorf/sprechstunde/

Lehrmethoden:

Die Veranstaltungsreihe Fluide Körper und das Begleitseminar "Sensing Gender⎪Sensing More-than-Human"finden im "Co-Creation-Raum" der Alten Uni statt. Das eröffnet den Raum für experimentellen Austausch, lädt durch performative und kreative Ausdrucksformen zu einer multisensorischen Auseinandersetzung mit den Themen ein.

In Thematischen Werkstätten werden verschiedene Aspekte näher beleuchtet, Gäste kommen hinzu und Studierende bereiten für Studierende Inhalte vor. Darüber hinaus ist ebenfalls möglich in Offenen Werkstätten Dialogrunden zu kreieren, thematische Schwerpunkte selber zu setzen und eigene Ausdrucksformen auszuprobieren.

Anregungen und Lesekreise für die Offenen Werkstätten bietet das Begleitseminar Sensing GenderSensing More-than-Human. Hierüber findet eine vertiefende Auseinandersetzung mit Theorien der Geschlechterforschung und des Posthumanismus statt. Dabei setzen wir uns u.a. mit leibphänomenologischen Reflexionen auseinander. Was bedeuten die Begriffe ‚Leib‘ und ‚Körper‘ für die Debatten rund um ‚sex‘ und ‚gender‘? Wie empfinde ich meinen Körper, welche geschlechtlichen, aber auch kulturellen Aspekte nehme ich wie in unterschiedlichen Kontexten wahr? Welche Rolle spielt die Körpersprache? Stellt unsere Haut eine Grenze oder Membran zu unserer Umwelt dar?

Neben diesen theoretischen Reflexion werden wir uns auch mit methodischen Fragen beschäftigen: Wie lassen sich Methoden dekolonisieren? Wie können 'emergente Strategien' entwickelt werden, wie sie etwa Adrienne Maree Brown in ihrer gleichnamigen Publikation vorschlägt?

(Dekolonisierende) Methoden, die angewendet werden:

  • forschendes Lehren & Lernen
  • problemzentriertes Lernen
  • partizipatives Lernen

Hinweise zu den Methoden finden sich in folgenden Broschüren:

Literatur:

Literatur & Medien zur Veranstaltungsreihe (noch im Aufbau)

  • Butler, Judith (2007) in: Sasha Waltz, Cluster. Leipzig, 70.
  • Danto, Arthur C/Abramovic, Marina (2010). New York.
  • "Die Philosophie von Sense8 | Emotion und Verbindung" (on YouTube)
  • Mühlen Achs, Gitta (2003) Wer führt? Körpersprache und die Ordnung der Geschlechter. München, 23-72.
  • Neshat, Shirin (2010) "Women Without Men" (Offical Trailer on YouTube)
  • Schmuckli, Lisa (2001) Hautnah: Körperbilder - Körpergeschichten. Philosophische Zugänge zur Metamorphose des Körpers. Darmstadt, 91-116.
  • Volkart, Yvonne (2006) Fluide Subjekte. Anpassung und Widerspenstigkeit in der Medienkunst. Bielefeld, 1-22.
  • van Gogh, Theo (2013), "Submission" (on YouTube)

Literatur & Medien des Begleitseminars
"Sensing Gender⎪Sensing More-than-Human"

  • Braidotti, Rosi (2015) "The Humanities in Europe Interview Series - Prof. Rosi Braidotti" (on YouTube)
  • Braidotti, Rosi (2018) "A Theoretical Framework for the Critical Humanities", in: Theory, Culture & Society 0(0) 1–31.
  • Brown, Adrienne Maree (2017) Emergent Strategy: Shaping Change, Changing Worlds, Stirling.
  • Brown, Adrienne Maree (2017) "Emergent Strategy" (on YouTube)
  • Gahlings, Ute (2016) Phänomenologie der weiblichen Leiberfahrungen. Freiburg.
  • Haraway Donna (2014) "Anthropocene, Capitalocene, Chthulucene: Staying with the Trouble" (on Vimeo).
  • Haraway, Donna (2015) "Anthropocene, Capitalocene, Plantationocene, Chthulucene: Making Kin", in: Environmental Humanities, vol. 6, 2015, pp. 159-165.
  • Jäger, Ulle (2014) Der Körper, der Leib und die Soziologie: Entwurf einer Theorie der Inkorporation, Darmstadt.
  • Kaltmeier, Olaf & Berkin, Sarah Carona (Hg.) (2012) Methoden dekolonisieren. Eine Werkzeugkiste zur Demokratisierung der Sozial- und Kulturwissenschaften, Darmstadt, 7-71.
  • Minh-ha, Trinh T. (2001) "Boundary Event / Grenzereignis", in: Trinh T. Minh-ha. Wiener Session, 7-20.
  • Minh-ha, Trinh T. (2001) "An interview with Trinh T. Minh-ha by Marina Grzinic / Ein Interview von Marina Grzinic mit Trinh T. Minh-ha", in: Trinh T. Minh-ha. Wiener Session, 43-57.
  • Minh-ha, Trinh T. (2011) "Trinh T. Minh-ha" (on YouTube)
  • Neimaris, Astrida (2017) Bodies of Water. London/New York, 27-64.
  • Neimaris, Astrida (2020) We ar all of Sea (on YouTube)
  • Pirici, Alexandra/Voinea, Raluca (2015) "Ein Manifest für das Gynozän", in: Armen Avanessian & Helen Hester (Hg.) dea ex machina. Berlin, 35-44.

Begleitseminar: Sensing Gender | 06LE42S_SensGend_SoSe22

Der Ansatz des Doing Gender ist ein entscheidender Ansatz der Geschlechterforschung. Er macht aufmerksam darauf, wie wir durch tägliche Routinen Geschlecht immer und immer wieder herstellen, durch unsere Art zu sprechen, uns zu verhalten oder auch wie wir uns kleiden. Unsere Geschlechterrepräsentationen beruhen auf verbalen und nonverbalen Interaktionen. Ebenso basiert unsere Art wie wir uns als Menschen unter Menschen und gegenüber mehr-als-Menschlichem verhalten auf Interaktionen.

In dem Seminar Sensing Gender Sensing More-than-Human wenden wir den Blick auf unsere Selbst- und Fremdwahrnehmung. Wie erfahren wir unseren Geschlechtskörper,– mit allen Sinnen, mit Haut und Haar? Wie empfinden und verkörpern wir unser Geschlecht, wie verkörpern wir unser Mensch-Sein? Verstehen wir männlich und weiblich als sich gegenüberstehende Pole oder als ein fließendes Kontinuum? Betonen wir die Differenzen zu Anderen oder eher Kontinuitäten? Welche Rolle spielt der Körper und Körpersprache für unsere Erfahrungen von Geschlecht? Und in welchem Verhältnis verstehen wir uns in Bezug auf unsere mehr-als-menschliche Um- und Mitwelt?

Das Seminar gliedert sich in 4 Parts:

  1. Eine Einführung, in der wir uns mit leibphänomenologischen Ansätzen beschäftigen, die uns anregen zu unterscheiden zwischen einem ‚Körper‘, den wir haben und einem ‚Leib‘, der wir sind.
  2. Praxispart, in dem neben einer ersten Textlektüre zu Gendertheorien, posthumanistischen und dekolonialen Ansätzen Freiraum geboten wird, im "Co-Creation-Raum" der Alten Uni, in dem das Seminar stattfindet, die angesprochenen Thematiken ebenfalls performativ, künstlerisch oder medial in Offenen Werkstätten zu erkunden. Dafür werden wir uns mit folgenden Fragen beschäftigen: Wie lassen sich Methoden dekolonisieren? Und wie können 'emergente Strategien' entwickelt werden, wie sie etwa Adrienne Maree Brown in ihrer gleichnamigen Publikation (2017) vorschlägt?
  3. In einem Lektürepart werden die zunächst nur angerissenen Texte intensiv miteinander gelesen und diskutiert.
  4. In einem Präsentationspart können die entwickelten praktischen Arbeiten vorgestellt und miteinander besprochen werden.

Das Seminar ist in Verbindung mit der Veranstaltungsreihe Fluide Körper konzipiert. Im Rahmen dieser finden Thematische Werkstätten statt, innerhalb derer Gäste eingeladen werden und Studierende für Studierende Inhalte vorbereiten. Außerdem wird am 6. Juni 2022 ein Tag der Offenen Tür stattfinden, an dem Erprobtes einem interessierten Publikum gezeigt werden kann und eine Beteiligung an der Immersiven Performance mit Sinnesparcours Dive in möglich ist.

Lernziele:

  • Eigenveranwortliches Erarbeiten theoretischer Texte und methodischer Herangehensweisen.
  • Erschließung von Theorie durch selbstgewählten Praxisbezug.
  • Förderung der Selbstsichtbarkeit durch kreativen Ausdruck.

zu erbringende Leistungen:

  • In Kombination mit der Veranstaltungsreihe Fluide Körper kann das Seminar als Studienleistung im Bereich „Vorlesung ‚Freiburger GeschlechterStudien‘ mit Begleitseminar“ angerechnet werden.
  • Außerdem ist es möglich, ein „forschungsorientiertes Studienprojekt“ im Rahmen des Seminars in Verbindung mit Parts der Veranstaltungsreihe durchzuführen.

Beide Studienleistungen werden mit 8 ECTS abgerechnet. Das sind umgerechnet 240 h.

  • Die Seminarzeit beträgt mit Pausen 24 h. 16 h können zusätzlich als Vorbereitung und für die Lektüre der Texte gerechnet werden = insgesamt 40 h.

Somit verbleiben 200 h, die selbstbestimmt gestaltet werden können:

  • Durch den Besuch und die aktive Mitgestaltung von Formaten der Thematischen und Offenen Werkstätten im Rahmen der Veranstaltung Fluide Körper
  • Durch die Entwicklung von eigenen kreativen Projekten alleine oder in Gruppenarbeit sowie durch die Präsentation dieser
  • Durch die Mitwirkung bei der Immersiven Performance mit Sinnesparcours Dive in im Rahmen des Tages der Offenen Tür (gemeinsam mit der Choreografin Pilar Buira Ferres, dem Komponisten Christian Billian, der Meeresbiologin Heike Vester und dem Freitaucher Daniel Bichsel)

Fragen zur Anrechenbarkeit können in der Auftaktveranstaltung am 27. April 2022 mit Marion Mangelsdorf oder im Rahmen einer Sprechstunde mit ihr geklärt werden. Bitte buchen unter: https://www.zag.uni-freiburg.de/gender-studies/lehrende/marion-mangelsdorf/sprechstunde/

Studierende anderer Studiengänge als die Gender Studies, die weniger ECTS angerechnet haben möchten, wenden sich bitte bei der Auftaktveranstaltung an Marion Mangelsdorf.

Forschungskolloquium Gender Studies


11LE13K-1331  | Veranstaltung

Dr.in Marion Mangelsdorf

Do, 10–12 Uhr c.t; Zag (Breisachertor, Raum 107)

hybrid


Aktive Teilnahme an einem Symposium mit Bericht/ Konzeption eines Symposiums mit Bericht

Student*innen können im Rahmen dieses Bereichs ein Symposium ihrer Wahl vorschlagen. Dieses muss nicht an der Uni Freiburg stattfinden, nur muss die Teilnahme vorab mit Marion Mangelsdorf abgesprochen werden.

Die Anerkennung des Symposiums setzt voraus, dass dieses von der zuständigen Fachvertreterin (Marion Mangelsdorf) vorher genehmigt wurde und die Student*innen einen wissenschaftlichen Projektbericht in schriftlicher Form vorlegen.

Damit die Veranstaltung korrekt und zeitnah verrechnet wird, bitte eine Mail mit der Bestätigung der erbrachten/eingereichten Leistung durch die betreuuende Lehrperson an gender [at] uni-freiburg.de schicken.


Lehrpraxis


Mitwirkung bei einer Lehrveranstaltung/ Durchführung einer Lehrveranstaltung | 06LE42W-LP

Die Studierenden vereinbaren mit der zuständigen Fachvertreterin (Marion Mangelsdorf), bei welcher Lehrveranstaltung er*sie mitwirkt bzw. welche Lehrveranstaltung er*sie durchführt und welche Leistungen er*sie hierbei erbringt.

Die Lehrpraxis kann sowohl im Rahmen der Lektürekurse als auch in Form des Begleitseminars zu den Freiburger Geschlechterstudien erfolgen. Aber auch andere Formen der Lehre sind möglich und können mit Marion Mangelsdorf abgesprochen werden. Link Lehrveranstaltungen

Damit die Veranstaltung korrekt und zeitnah verrechnet wird, bitte eine Mail mit der Bestätigung der erbrachten/eingereichten Leistung durch die betreuuende Lehrperson an gender [at] uni-freiburg.de schicken.

Hinweise zu digitalen Veranstaltungen, die durch Studierende organisiert und durchgeführt werden.

Für Studierende steht BigBlueButton über ILIAS zur Durchführung von Seminaren oder Gruppendiskussionen und Interviews für die MA-Arbeit zur Verfügung.
Es können leider keine Studierendenlizenzen für Zoom für solche Zwecke erstellt werden. Weitere Infos dazu findet ihr auf der Seite des Rechenzentrums.

Es gibt für Interviews etc. auch alternative Hosts, die eine stabilere Verbindung von BBB bieten. Ein Beispiel ist Senfcall.

Forschungspraxis


Forschungsorientiertes Studienprojekt | 06LE42W-FOSP

Es ist selbständig ein Studienprojekt (z.B. empirische Studie, Feldforschung, Projekt in einer Einrichtung, die in einem für das Fach Gender Studies relevanten Bereich tätig ist) zu entwickeln und in Absprache mit den zuständigen Lehrenden zu planen, durchzuführen und auszuwerten.
Die Anerkennung des Studienprojekts setzt voraus, dass es von der zuständigen Fachvertreterin (Marion Mangelsdorf) vorher genehmigt wurde und die Student*innen einen wissenschaftlichen Projektbericht in schriftlicher Form vorlegen.

Damit die Veranstaltung korrekt und zeitnah verrechnet wird, bitte eine Mail mit der Bestätigung der erbrachten/eingereichten Leistung durch die betreuuende Lehrperson an gender [at] uni-freiburg.de schicken.

Formblatt zur Belegung des Studienprojekts

Link zu Arbeiten

Die Stadt macht mit! | Veranstaltung

Shiqi Yu

Eine intersektionale Lesart vom urbanen Raum
In Henri Lefebvres Aufsatz Die Produktion des Raums (1974) zur räumlichen Praxis wird die soziale Konstruktion von Raum zum zentralen Thema. Sein Grundgedanke besteht darin, Raum nicht als passiven, physischen Behälter sozialer Aktionen oder als neutralen Rahmen, sondern als Produkt und Produzent der sozialen Praxis zu verstehen. Wir werden in diesem Seminar unser Augenmerk auf die verschiedenen Aspekte des Stadtraums richten, in welchem, nach Berichten der Vereinten Nationen (2008), die Mehrheit der Weltbevölkerung lebt. Es wird versucht, eine intersektionale Lesart zu praktizieren und die Wechselwirkungen zwischen ungleichheitsgenerierenden Kategorien, wie z. B. Geschlecht, Klasse oder Herkunft, mit dem urbanen Raum herauszuarbeiten. Anhand ausgewählter Quellen werden wir die Diskursivität des Stadtlebens, sowie die produktiven Aneignungsprozesse ihrer Bewohner*innen in Verhältnis zueinander setzen. Hierbei werden die medialen und literarischen Darstellungen (inklusive narrativer Erschließungen, Symboliken und Imagination) des Stadtraums erkundet.

Das Seminar beginnt mit einer interaktiven, theoretischen Einführung. In dieser Einführung sowie im Block 1. Stadt und Geschlecht werden die Teilnehmer*innen in Kooperation mit den Studierenden von der ELTE, Budapest, eine gemeinsame Lektüre bearbeiten und diskutieren. Beide Teile finden online statt. Block 2. Stadt, Klasse und Migration und Block 3. Die „andere“ Stadt: Pandemie und Dystopie werden als Hybridveranstaltungen angeboten. Es wird darum gebeten, sich vorab zu entscheiden, ob die Teilnahme über das Semester online oder in Präsenz erfolgt. Für die Abschlusssitzung/ Stadt- und Naturraum wird eine Besichtigung der Kunstaustellung in Präsenz geplant.

Lernziele:
Sie können…
… einen Blick auf interessante Romane, Filme und Kunstausstellung werfen.
… die Inhalte vielfältiger Fachliteraturen aus Urban Studies, Gender Studies und Migration Studies wiedergeben.
…. diese auf ausgewählte Gegenstände (Literatur und Film) anwenden, analysieren und interpretieren.
… Präsentations- und Moderationstechniken im präsenten und virtuellen Klassenzimmer anwenden.
… in den Austausch mit Studierenden aus einer anderen Universität kommen und interkulturelle Kompetenzen aufbauen.

Termine
Dienstag wöchentlich
• Einführung: Dienstag, den 19.4., 10-12:00, online
Aufgrund der Kooperation mit dem Germanistischen Institut der ELTE, Budapest, wird die einführende Veranstaltung eine Woche vor dem Semesterstart stattfinden. (! Bitte teilen Sie vorab mit, ob Sie dabei sind)
• Block 1: Dienstag, 26.4./ 03.5./ 10.5, 10-11:30, online
• Block 2 & Block 3: Dienstag, 24.5./ 31.5./ 14.6./ 21.6., 10-12:00, hybrid (! Bitte teilen Sie vorab mit, ob Sie online oder in Präsenz dabei sind)
• Abschlusssitzung: Dienstag, den 28.6. in Präsenz geplant

Anrechenbarkeit:
• Gender Studies: Forschungsorientiertes Studienprojekt (8 ECTS)

Studienleistungen für alle:
• Aktive und regelmäßige Teilnahme und Vorbereitung inkl. regelmäßiger Lektüre
• Kurzpräsentation (ca. 20 Minuten) zur zentralen Idee/Message des Theorieaufsatzes
• Besprechung mit Marion Mangelsdorf!

Di 9-13Uhr 
3.5., 24.5., 31.5., 14.6., 21.6. 

Liefmannhaus

Die Stadt macht mit! | Veranstaltung

Shiqi Yu

Di 9-13Uhr 
3.5., 24.5., 31.5., 14.6., 21.6. 

Liefmannhaus

Autonomes Seminar

Dieses Seminar wird extracurricular von der Fachschaft AGeSoz als Autonomes Seminar organisiert und richtet sich an alle Studierende.

"Von Incels, Chads und Staceys zu Halle, Hanau und ins Weiße Haus. Die Manosphere, ihre Überzeugungen und warum wir sie nicht ignorieren dürfen."

Mi 12:00 - 14:00 Mediaraum (Kollegiengebäude IV)

Angi Frick

Stellt Euch vor, Neo-Nazis, Rassisten, Frauenhasser, Antisemiten und Verschwörungsideologen kommen zusammen, um ihre Weltanschauungen kundzutun. Stellt Euch vor, sie versammeln sich in einem Raum und sprechen über ihre gemeinsamen Vorstellungen für eine Zukunft in der – außer weißen christlich sozialisierten heterosexuellen cis Männern – den meisten Menschen ihre Würde abgesprochen wird. Stellt Euch vor, sie treffen sich dort zu hunderten von Tausend und planen konkrete Schritte. Stellt Euch vor, manche dieser Schritte werden in die Tat umgesetzt: 'Harmlosere' Taten wie Gewaltandrohungen, Schmierkampagnen. Und tödliche, wie Amokläufe. Gruselige Vorstellung, oder? Genau das passiert tagtäglich innerhalb des virtuellen Netzwerks der sogenannten Manosphere. Wer denkt, durchatmen zu können, weil das ganze doch ‚nur‘ in der virtuellen Wirklichkeit stattfindet, irrt sich gewaltig. Das innerhalb der Manosphere verbreitete Gedankengut hat Menschenleben gekostet. Menschenleben, die radikalisierten Extremisten zum Opfer gefallen sind.

Die deutschsprachige Soziologie hat es versäumt, diese Abgründe der Netzkultur zu erforschen. Dabei ist ein Verständnis der virtuellen Wirklichkeit zentral, um aktuelle gesellschaftliche Diskurse und deren Akteur*innen zu verstehen – gerade in Zeiten des transnationalen Rechtsrucks und dem Aufstreben globaler Verschwörungsnarrative. Denn die Daten liegen nur einen Klick entfernt. Und das sowohl für Forscher*innen, als auch Personen, die Gefahr laufen, radikalisiert zu werden.

Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen möchten wir meinem Seminar daher die Tiefen der Manosphere ergründen. Als Referenzpunkt dienen dabei das Incel-Forum incels.is, auf welchem auch nicht-angemeldete Nutzer*innen über eine Leseberechtigung verfügen, sowie einschlägige Subreddits. Anhand dieser Inahalte und mit Hilfe einer breiten Auswahl an Sekundärliteratur möchte ich die Diskurse der Manosphere unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten. Ziel ist es, dass die Teilnehmer*innen einen Eindruck der sexistischen, rassistischen, antisemitischen, kurzum menschenfeindlichen Überzeugungen der Manosphere und deren Konsequenzen bekommen.

Zunächst soll sich der Konstruktion des Wirklichkeitsverständnisses der Manosphere, der sogenannten Redpill, gewidmet werden. Zudem sollen die Teilnehmer*innen die Akteure der Manosphere hinsichtlich ihrer Konstruktion von Männlichkeit theoretisieren und verorten können. Weiter soll aufgezeigt werden, wie bestimmte Diskurse der Manosphere salonfähig wurden und welche Rolle die Manosphere in der Mobilisierung rechter Bewegungen spielt – nicht nur, aber auch durch das Verbreiten von Memes, wofür Teilnehmer*innen in ihrem eigenen Interagieren sensibilisiert werden sollen. Außerdem sollen die Attentate von Halle und Hanau im Kontext der Manosphere betrachtet werden um ein Verständnis dafür zu schaffen, dass es sich bei den Gewalttaten der Manosphere um ein transnationales Problem handelt. Zuletzt soll noch eine Betrachtung des Internets als umkämpftem Raum für Gegenöffentlichkeiten erfolgen und die Frage erörtert werden, wer eigentlich hegemoniale Stellung in Sachen Netzkultur hat.

Während all dieser theoretischen Analysen ist es mir wichtig, zu versuchen mit den Teilnehmer*innen einen Raum zu schaffen, in welchem wir auch über das emotionale Erleben der Einzelnen in Konfrontation mit den Inhalten der Manosphere sprechen, da dies eine aufwühlende, für manche sicherlich auch triggernde oder retraumatisierende Erfahrung sein kann. In einer letzten Sitzung soll außerdem über die Handlungsmöglichkeiten, die einzelnen Nutzer*innen im Falle von Hate Speech, Cybercrimes usw. zur Verfügung stehen informiert und diskutiert werden, um die Teilnehmer*innen in ihrer eigenen Handlungsfähigkeit zu bestärken.